Dieses Video wurde am 21.08.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Unternehmensnachfolge wird für den deutschen Mittelstand zur drängenden Herausforderung: Bis Ende 2026 streben rund 545.000 mittelständische Unternehmen eine Nachfolgelösung an. Gleichzeitig planen sogar 569.000 Betriebe keine Weiterführung – ein alarmierendes Signal für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Der Grund: Geeignete Kandidaten, die bereit und in der Lage sind, bestehende Betriebe zu übernehmen, werden immer seltener gefunden.
Wenn 22 Jahre Herzblut einen Nachfolger suchen
Gerord de Lor steht stellvertretend für viele Unternehmer in Deutschland. Der Berliner Inhaber zweier Kinderschuhfachgeschäfte möchte sich nach über zwei Jahrzehnten aus dem aktiven Geschäftsleben zurückziehen – aber nicht um jeden Preis. Er wünscht sich einen Nachfolger, der nicht nur die Läden weiterführt, sondern sie aktiv weiterentwickelt.
Genau das macht die Suche so schwierig: Viele abgebende Unternehmer verbinden mit ihrem Lebenswerk emotionale Erwartungen, die potenzielle Käufer erst erfüllen müssen. Ein rein finanzielles Interesse reicht für die meisten Verkäufer nicht aus.
Demografischer Wandel trifft den Mittelstand hart
Experten sehen gleich mehrere Ursachen für den wachsenden Nachfolgemangel. Ein zentraler Faktor ist der demografische Wandel: Die sogenannte Wendegründergeneration, die vor allem in den 1990er-Jahren Unternehmen aufgebaut hat, erreicht nun geschlossen das Rentenalter. Dieser gebündelte Rückzug aus dem Unternehmertum trifft auf eine Generation junger Menschen, die in deutlich geringerer Zahl zur Verfügung steht.
Hinzu kommt, dass das Interesse junger Menschen an einer Unternehmensübernahme generell nachgelassen hat. Als Gründe gelten unter anderem:
- Ein hohes Maß an Bürokratie, das potenzielle Übernehmer abschreckt
- Gestiegene Kaufpreisvorstellungen der abgebenden Unternehmer
- Mangelndes Bewusstsein für die Chancen einer Betriebsübernahme
- Unsicherheit über wirtschaftliche Risiken und Finanzierungsmöglichkeiten
Insbesondere die Preisvorstellungen der Verkäufer haben sich in den vergangenen Jahren deutlich nach oben entwickelt, was die Finanzierung für Interessenten zusätzlich erschwert.
Frühzeitige Planung als entscheidender Erfolgsfaktor
Wer einen geeigneten Nachfolger finden möchte, sollte mit der Suche deutlich früher beginnen als bisher üblich. Experten empfehlen, die Nachfolgeplanung mindestens fünf Jahre vor dem geplanten Ausscheiden aus dem Unternehmen anzugehen.
In der Praxis wird dieser Rat häufig missachtet. Das Tagesgeschäft hat für viele Inhaber Vorrang, und das Thema Nachfolge wird immer wieder aufgeschoben – oft bis es kaum noch ausreichend Zeit für eine strukturierte und erfolgreiche Übergabe gibt. Eine späte Suche schränkt nicht nur die Auswahl an Kandidaten ein, sondern erhöht auch den Druck auf alle Beteiligten.
Wer früh plant, hat mehr Zeit, den richtigen Kandidaten kennenzulernen, ihn in das Unternehmen einzuführen und einen reibungslosen Übergang sicherzustellen.
Digitale Plattformen als neue Vermittler
Um die Lücke zwischen Anbietern und Interessenten zu schließen, setzen immer mehr Unternehmer auf digitale Nachfolgebörsen. Auch Gerord de Lor aus Berlin hofft, über eine solche Online-Plattform einen künftigen Inhaber für seine Schuhgeschäfte zu finden.
Diese Plattformen bringen Verkäufer und potenzielle Käufer zusammen und ermöglichen es, Betriebe überregional anzubieten. Ergänzend dazu bieten Industrie- und Handelskammern sowie spezialisierte Beratungsunternehmen Unterstützung bei der Betriebsübergabe an.
Angesichts der Dimension des Problems – mehr als eine Million Unternehmen, die bis 2026 vor einer Nachfolgefrage stehen – werden solche Lösungsansätze künftig an Bedeutung gewinnen. Gelingt es nicht, mehr qualifizierte Nachfolger zu gewinnen, droht einem erheblichen Teil des deutschen Mittelstands das Ende – nicht durch wirtschaftliches Scheitern, sondern durch das schlichte Fehlen geeigneter Fortführer.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (ntv Nachrichten). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.


