Sell in May: Was die Börsenweisheit wirklich taugt

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Dieses Video wurde am 30.04.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Sell in May and go away” gehört zu den bekanntesten Börsenweisheiten überhaupt. Die Devise lautet: Im Mai verkaufen, die Sommermonate meiden und erst im Herbst wieder einsteigen. Doch was steckt wirklich hinter diesem Spruch – und lässt er sich mit Blick auf den DAX überhaupt belegen? Eine statistische Auswertung liefert überraschende Ergebnisse und zeigt, wann Anleger tatsächlich vorsichtiger sein sollten.

Ursprung der Börsenweisheit: London im 17. Jahrhundert

Die Wurzeln des Spruchs liegen an der London Stock Exchange. Bereits im 17. und 18. Jahrhundert zogen sich Börsenhändler und Adelige nach der Dividendensaison im Frühjahr auf ihre Landsitze zurück. Das Kapital war zu Jahresbeginn an die Märkte gebracht worden – für den Sommer sah man schlicht wenig Anlass, aktiv zu bleiben.

Die Folge: geringeres Handelsvolumen und weniger Marktaktivität. Beides drückte tendenziell auf die Kurse. Was damals eine soziale Gewohnheit war, verfestigte sich im Laufe der Jahrhunderte zur Börsenregel.

Was die DAX-Daten wirklich zeigen

Seit seiner Einführung im Jahr 1988 liefert der DAX genug historisches Datenmaterial für eine belastbare Auswertung. Das Ergebnis ist eindeutig: In 23 von 38 Mai-Monaten erzielte der DAX eine positive Performance. In den positiven Monaten betrug der durchschnittliche Zuwachs rund +3 Prozent – in 15 Fällen fiel der Mai negativ aus.

Das entspricht einer Trefferquote von rund 60 Prozent für einen positiven Mai-Monat. Im Vergleich aller zwölf Monate ist der Mai damit ein völlig durchschnittlicher Monat – weder auffällig stark noch besonders schwach. Die pauschale Empfehlung, im Mai zu verkaufen, lässt sich für den DAX statistisch nicht bestätigen.

  • 23 von 38 Mai-Monaten waren im DAX positiv (≈ 60 %)
  • Durchschnittlicher Gewinn in positiven Mai-Monaten: rund +3 %
  • Der September ist statistisch der schlechteste Börsenmonat
  • Die Sommermonate Mai bis September performen im Schnitt schwächer als die Wintermonate
  • Ein linearer Zusammenhang zwischen Sommerrendite und Verlust lässt sich nicht ableiten

Risikofaktoren: Warum der Sommer 2025 dennoch Vorsicht gebietet

Auch wenn die Statistik den Mai rehabilitiert, gibt es im aktuellen Umfeld handfeste Gründe für erhöhte Wachsamkeit. Inflation, steigende Energiepreise und ein schwacher Ölpreis belasten die Märkte. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten sowie eine schwächelnde Konjunktur im Inland, deren Wachstumsprognosen wiederholt nach unten revidiert wurden.

Mögliche Zinserhöhungen könnten die Lage weiter verschärfen. Bereits im ersten Quartal des laufenden Jahres war die Volatilität an den Märkten deutlich erhöht. Anleger sollten sich für die kommenden Monate auf ähnliche Schwankungen einstellen.

Put-Optionsscheine: So funktioniert die Depot-Absicherung

Wer sein Portfolio nicht vollständig verkaufen möchte – etwa aus steuerlichen Gründen –, kann über Put-Optionsscheine gezielt absichern. Das Prinzip ähnelt einer Kfz-Vollkaskoversicherung: Tritt ein Schaden ein, federt die Versicherung die Verluste ab. Steigen die Kurse hingegen weiter, bleibt der Anleger voll investiert und partizipiert am Anstieg.

Entscheidend ist die Wahl des Basispreises. Wer seinen DAX-Einstieg bei 24.000 Punkten vollständig absichern will, setzt den Basispreis genau auf dieses Niveau. Wer eine Art Selbstbehalt von beispielsweise 5 Prozent akzeptiert, wählt einen Basispreis von rund 22.800 Punkten – und zahlt deutlich weniger Prämie.

Wichtige Hinweise für die Praxis:

  • Die Laufzeit bestimmt maßgeblich den Preis: Längere Laufzeiten kosten mehr, aber nicht proportional
  • Stückelung und Bezugsverhältnis müssen zur abzusichernden Position passen
  • Put-Optionsscheine sind Schuldverschreibungen – die Bonität des Emittenten ist zu beachten
  • Im Insolvenzfall des Emittenten greift keine Einlagensicherung

Als reines Spekulationsinstrument eingesetzt, ermöglichen Put-Optionsscheine durch ihre Hebelwirkung überproportionale Gewinne bei fallenden Kursen – allerdings bei entsprechend hohem Risiko bis hin zum Totalverlust, wenn der Basispreis am Laufzeitende nicht unterschritten wird.

„Sell in May” ist als pauschale Handlungsanweisung statistisch nicht haltbar. Wer jedoch die aktuellen Marktrisiken ernst nimmt, findet mit Put-Optionsscheinen ein flexibles Werkzeug, um sein Depot kalkulierbar zu schützen – ohne auf mögliche Kursgewinne verzichten zu müssen. Entscheidend bleibt, die eigene Risikotoleranz klar zu definieren und die Kosten der Absicherung realistisch einzukalkulieren.

Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler enthalten.

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