Dieses Video wurde am 03.09.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Siegmund, hat sich in einem Interview in Sangerhausen zu zentralen Punkten des AfD Sachsen-Anhalt Wahlprogramms geäußert. Dabei rang er teils um gemäßigtere Erklärungen für umstrittene Formulierungen zu Einwanderung, Familienpolitik und Energiepolitik. Die Positionen der Partei sorgten im Gespräch wiederholt für kritische Nachfragen.
„Kulturfremdheit” – eine umstrittene Definition
Einen der strittigen Punkte im AfD-Wahlprogramm bildet der Begriff der kulturfremden Fachkräfte. Siegmund definierte „Kulturfremdheit” nicht anhand von Herkunft oder Geburtsort, sondern anhand von Verhalten: Wer das gesellschaftliche System infrage stelle, sich nicht an Gesetze halte oder das kulturelle Selbstverständnis ablehne, gelte als kulturfremd. Als Beispiel nannte er den Attentäter des Magdeburger Weihnachtsmarktanschlags, der trotz guter Deutschkenntnisse „unser System bekämpft” habe.
Auf die Frage, wer konkret die kulturelle Zugehörigkeit überprüfe und nach welchen Kriterien, verwies Siegmund auf bestehende Einwanderungsgesetze: Sprachniveau, Nachweis eines Arbeitsplatzes und bei Einbürgerung noch strengere Anforderungen. Er betonte, die Staatsbürgerschaft werde derzeit „inflationär verschenkt” und Flucht, Asyl und Migration würden fälschlicherweise gleichgesetzt.
Familienmodell und Homosexualität: Differenzen mit Parteichefin Weidel
Für Aufsehen sorgte die Formulierung im Wahlprogramm, die sexuelle Abweichung und nicht reproduktive Lebensweise mit Homosexualität gleichsetzt. Parteichefin Alice Weidel, die selbst in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebt, hatte sich dazu im RTL-Interview geäußert. Siegmund betonte, Weidel habe die Partei „vollumfänglich” unterstützt und keine Kritik geübt – eine Einschätzung, die im Interview bezweifelt wurde.
Inhaltlich machte Siegmund eine Unterscheidung: Individuelle Freiheit stehe außer Frage, die Partei wolle jedoch Familien mit Kindern besonders gesellschaftlich fördern, um der demografischen Krise entgegenzuwirken. Zur Adoption durch homosexuelle Paare äußerte er sich differenziert:
- Adoptionen seien stets Einzelfallentscheidungen
- In bestimmten Fällen sei eine Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare sinnvoller als ein Heimaufenthalt des Kindes
- Keine generelle Ablehnung, aber strenge Voraussetzungen
Die Wortwahl „sexuelle Abweichung” räumte Siegmund als möglicherweise verbesserungswürdig ein: „Vielleicht werden wir es beim nächsten Mal noch genauer definieren.”
Energiepolitik: Windkraft ja, Ausbau nein?
Sachsen-Anhalt erzeugt laut Siegmund rund 60 Prozent seines Stroms aus Windenergie – er selbst nannte diese Zahl. Dennoch lehnt die AfD den weiteren Ausbau der Windkraft ab. Als Begründung führte Siegmund die fehlende Grundlastfähigkeit an: Wenn der Wind nicht wehe, stehe kein Strom zur Verfügung. Deutschland leide unter dem zweithöchsten Strompreis weltweit, was den Mittelstand und die Industrie belaste.
Die AfD fordert stattdessen eine „Entideologisierung” der Energiepolitik und plädiert für Technologieoffenheit – darunter auch die Wiederbelebung der Atomkraft. Auf den Widerspruch angesprochen, gleichzeitig den Ausbau erneuerbarer Energien stoppen zu wollen, bestand Siegmund darauf, staatliche Subventionen und steuerliche Begünstigungen abbauen zu wollen, nicht aber marktfähige Technologien grundsätzlich zu verhindern.
Russisches Gas und Ukraine-Krieg
Siegmund sprach sich für die Wiederaufnahme des Kaufs von russischem Gas aus, sofern es günstiger als Alternativen sei. Neue Energieabhängigkeiten seien durch den Ausstieg aus russischen Lieferungen entstanden, ohne dass die Wirtschaft davon profitiert habe. Auf den Einwand, dass Gaseinnahmen Russland die Finanzierung des Krieges gegen die Ukraine ermöglichen könnten, antwortete er, dass Diplomatie Vorrang haben müsse.
Die bisherige Sanktionspolitik und Waffenlieferungen an die Ukraine hätten keinen einzigen Menschenlebensverlust verhindert, so Siegmund. Er forderte Verhandlungen mit gegenseitigem Respekt, um den Krieg zu beenden. Deutschland dürfe nicht weiter in einen Konflikt hineingezogen werden, „der nicht unser ist”.
Das Interview zeigt, wie die AfD in Sachsen-Anhalt vor der Landtagswahl versucht, ihre programmatischen Positionen zu erklären und zu moderieren – ohne dabei die inhaltlichen Kernforderungen aufzugeben. Ob diese Strategie bei den Wählerinnen und Wählern verfängt, wird sich am Wahltag zeigen.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (ntv Nachrichten). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.


