Dieses Video wurde am 03.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeigt sich Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) zuversichtlich. Beim Wahlkampfauftritt am Magdeburger Hauptbahnhof berichtete er von einer spürbar veränderten Stimmung an der Basis — und von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern, die angaben, bereits per Briefwahl für ihn gestimmt zu haben. Der Wahlkampf in Sachsen-Anhalt zieht dabei nicht nur nationales, sondern auch internationales Medieninteresse auf sich.
Positive Stimmung trotz schwieriger Umfragewerte
Schulze beschreibt eine Diskrepanz zwischen den veröffentlichten Umfragewerten und der Stimmung, die er im direkten Kontakt mit den Wählerinnen und Wählern wahrnimmt. Viele Menschen, die ihn und sein Wahlkampfteam ansprechen, seien keine lauten Stimmen in sozialen Netzwerken oder auf Demonstrationen — sie äußerten ihre Unterstützung im persönlichen Gespräch.
Laut einer aktuellen Umfrage wünschen sich 48 Prozent der Sachsen-Anhalterinnen und Sachsen-Anhalter Schulze auch künftig als Ministerpräsidenten. „Jeder zweite Sachsenанhalter — das ist ein sehr guter Wert”, kommentierte er selbst. Gleichzeitig räumte er ein, dass andere Erhebungen ihn schwächer dastehen lassen.
Die zentralen Wahlkampfthemen im Überblick
Im direkten Gespräch mit Wählerinnen und Wählern kristallisieren sich laut Schulze mehrere Schwerpunktthemen heraus:
- Jobs und Arbeitsplätze: Die wirtschaftliche Zukunft des Landes steht für viele Menschen im Vordergrund.
- Innere Sicherheit: Schulze betont, die Polizei stärken zu wollen — ausdrücklich gegen den Aufbau von Bürgerwehren, wie andere Parteien es fordern.
- Bildungspolitik: Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte sehen laut Schulze Fortschritte seit seinem Amtsantritt als Ministerpräsident.
- Gesellschaftlicher Zusammenhalt: Er plädiert dafür, nicht permanent negativ über das Land zu reden.
Migration, das in vielen ostdeutschen Wahlkämpfen dominante Thema, spielte in den geschilderten Gesprächen eine weniger zentrale Rolle als erwartet.
Internationales Interesse an der Landtagswahl
Der Wahlkampf in Sachsen-Anhalt stößt weit über die Landesgrenzen hinaus auf Resonanz. Schulze berichtete, dass Medienvertreter aus Frankreich, der Schweiz, Schweden, den Niederlanden, den USA und Asien vor Ort sind. Zur Wahlnacht haben sich nach seinen Angaben mehr als 150 Journalistinnen und Journalisten akkreditiert — eine für eine Landtagswahl ungewöhnlich hohe Zahl.
Diese Aufmerksamkeit spiegelt das breitere europäische und globale Interesse an den politischen Entwicklungen in den ostdeutschen Bundesländern wider, wo Parteien jenseits des etablierten Spektrums besonders stark abschneiden.
Härtester Wahlkampf auf Landesebene
Schulze beschreibt den laufenden Wahlkampf als den anstrengendsten, den Sachsen-Anhalt je erlebt hat — möglicherweise auch im Vergleich mit anderen Bundesländern. Wochen intensiver Auftritte, Medienanfragen und persönlicher Gespräche forderten seinen Tribut.
Dennoch zieht der Ministerpräsident eine insgesamt positive Bilanz: „Es macht verdammt viel Spaß trotzdem”, sagte er. Bis zum Wahltag setzen er und sein Team auf direkten Bürgerkontakt — mit Flyern, Gesprächen und Präsenz vor Ort.
Ob die optimistische Grundstimmung im Wahlkampflager der CDU sich am Wahltag in ein starkes Ergebnis ummünzen lässt, wird sich zeigen. Sachsen-Anhalt gilt als Gradmesser für die politische Stimmung in Ostdeutschland — und die Welt schaut zu.
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