Dieses Video wurde am 08.09.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die deutschen Gasspeicher befinden sich in einem besorgniserregenden Zustand: Zum 1. September 2026 waren sie laut dem Gasspeicherverband INES lediglich zu 53 Prozent gefüllt – der niedrigste Stand für diese Jahreszeit seit 15 Jahren. Der Verband warnt, dass bei einem sehr kalten Winter die Speicher bereits Ende Januar 2027 leer sein könnten. Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche gibt sich bisher gelassen, doch Zweifel an dieser Einschätzung wachsen.
Kritisch niedriger Füllstand der Gasspeicher
Selbst im besten Fall – also wenn ab sofort maximal viel eingespeichert würde – ist aus technischen Gründen bis zum 1. November nur noch ein Füllstand von 77 Prozent erreichbar. Realistischer erscheint den Experten ein Wert von rund 63 Prozent. Zum Vergleich: In normalen Jahren ohne Energiekrise lagen die deutschen Gasspeicher zu Winterbeginn am 1. November häufig bei nahezu 100 Prozent.
Das Problem liegt in der Struktur der deutschen Gasversorgung. Im Winter deckt Deutschland seinen Bedarf aus einer Kombination von Gasimporten und Entnahmen aus den Speichern. An besonders kalten Tagen reichen die laufenden Importe allein nicht aus – dann müssen die Speicher die Spitzenlasten abfangen.
Was bei einer Gasmangellage passiert
INES warnt: Bei einem Winter wie 2010 könnte es zu einer Unterdeckung von 25 Prozent an einzelnen Spitzenlasttagen kommen. Das Gas wäre dann nicht vollständig und rechtzeitig abrufbar – nicht für den gesamten Winter, aber für besonders kalte Tage. Es müsste priorisiert werden, wer zuerst versorgt wird.
Die gute Nachricht: Aus den Erfahrungen der Energiekrise 2022 existieren bereits klare Konzepte der Bundesnetzagentur. Die Versorgungsreihenfolge sieht so aus:
- Haushaltskunden genießen besonderen Schutz und wären zuletzt betroffen
- Krankenhäuser, Pflegeheime und soziale Einrichtungen sind ebenfalls geschützt
- Energieintensive Industrieunternehmen ohne kritische Funktion müssten als Erstes die Produktion vorübergehend einstellen
Privatkunden mit laufenden Verträgen würden auch preislich zunächst nicht direkt betroffen – ihre Verträge haben Festpreise. Wer jedoch im Frühjahr 2027 einen neuen Vertrag abschließen muss, könnte deutlich höhere Preise vorfinden.
Warum die Gasspeicher so leer sind
Der Grund ist wirtschaftlicher Natur: Gasspeicher dienen traditionell als Zwischenpuffer für Gashändler, die im Sommer günstiges Gas einkaufen, einlagern und im Winter teuer verkaufen. Dieses Modell funktioniert jedoch nur, wenn der Sommerpreis niedrig ist.
Durch den anhaltenden Irankrieg blieben die Gaspreise im Sommer 2026 auf einem hohen Niveau – europäisches Gas kostete zeitweise rund 75 Dollar je Megawattstunde, der höchste Stand seit Kriegsausbruch. Das Einlagern rechnete sich schlicht nicht, weil ein profitabler Wiederverkauf im Winter kaum möglich schien. Die Folge: deutlich weniger Einspeicherung als üblich.
Parallel dazu sind die Gaspreise zuletzt wegen neuer Angriffe jemenitischer Huthi-Rebellen auf saudi-arabische Ölanlagen und Behinderungen in der Straße von Hormus weiter gestiegen – was den Druck auf die Versorgungssituation zusätzlich erhöht.
Politik unter Druck: Was Ministerin Reiche tut – und was nicht
Das Bundeswirtschaftsministerium unter Katharina Reiche schließt eine Gasmangellage bislang aus. Doch der Vorwurf, zu lange auf eine Entspannung des Irankonflikts gehofft zu haben, wiegt schwer. Hintergrund ist das Trauma von 2022: Damals hatten staatliche Notfallkäufe die Gaspreise von rund 80 Euro auf über 340 Euro je Megawattstunde getrieben – eine Preisspitze, die nie zuvor beobachtet worden war.
Der Gasspeicherverband INES schlägt vor, Einspeichern günstiger zu machen, indem entsprechende Entgelte und Umlagen gesenkt oder abgeschafft werden. Kritiker sehen darin zwar Lobbyinteressen – das Verband profitiert direkt von günstigeren Einlagerungsbedingungen –, doch Experten räumen ein, dass alternative wirksame Maßnahmen kaum noch zur Verfügung stehen. Selbst bei Umsetzung des Vorschlags wäre der Effekt auf den Füllstand bis Winterbeginn begrenzt.
Die Bundesregierung befindet sich damit in einem Dilemma: Eingreifen riskiert eine erneute Preisspirale, Abwarten verschärft möglicherweise die Versorgungslage. Wie sich der Füllstand bis November entwickelt und ob der Winter 2026/27 milde oder kalt ausfällt, wird entscheidend dafür sein, ob aus der Warnung des Verbands bittere Realität wird.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (Handelsblatt). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.


