Aktien-Timing: Wann kaufen und verkaufen?

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Dieses Video wurde am 08.09.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Kann man Aktien wirklich zum richtigen Zeitpunkt kaufen und rechtzeitig wieder verkaufen? Aktien-Timing ist möglich – aber es erfordert klare Kriterien und disziplinierte Beobachtung. Fondsmanager Ulrich Radmann von Aktis, der seit Jahrzehnten Portfolios managt, erklärt, welche Signale entscheidend sind, warum der KI-Sektor zunehmend ausgereizt wirkt und wo er die nächsten Chancen sieht.

Timing als Werkzeug: Welche Kriterien zählen wirklich?

Aktien-Timing ist keine Glückssache, sondern eine Technik, die auf konkreten Indikatoren basiert. Radmann kombiniert klassische Bewertungsmodelle mit Marktbeobachtung und gruppiert Aktien in unterschiedliche Cluster, die verschiedene Performancephasen durchlaufen.

Zu seinen wichtigsten Kriterien zählen:

  • Insider-Käufe und -Verkäufe als Frühindikator für Stimmungsveränderungen im Unternehmen
  • Relative Bewertung im Vergleich zur Peergroup und historischen Durchschnittswerten
  • Medienpräsenz und öffentliche Aufmerksamkeit – ein Thema, über das man ein 80-seitiges Buch schreiben könnte, ist meist schon zu bekannt
  • Relative Performance einzelner Aktien innerhalb eines Sektors

Das sogenannte Penman-Modell – eine zehnjährige Bilanzübersicht auf einem Blatt – liefert dabei tiefgehende Einblicke in Buchwertwachstum und Margenentwicklung. Für Privatanleger reichen jedoch einfachere Kennzahlen wie das Kurs-Buchwert-Verhältnis kombiniert mit der Buchwertwachstumsrate.

KI-Aktien: Hype oder noch mehr Potenzial?

Künstliche Intelligenz ist das bestimmende Börsenthema der vergangenen Jahre – doch die Frage ist, ob das Thema bereits „durch” ist. Radmann sieht KI als strukturell größer als den damaligen TMT-Boom (Technologie, Telekom, Medien) rund um die Jahrtausendwende. Das Thema zieht inzwischen Profiteure aus völlig unterschiedlichen Branchen an:

Unternehmen wie Caterpillar liefern Baumaschinen für Rechenzentren, Kondensatorenhersteller wie Panasonic profitieren von der Nachfrage nach Elektronikkomponenten, und Speicherunternehmen wie Western Digital erleben eine Renaissance, weil Rechenzentren enorme Kapazitäten benötigen.

Dennoch warnt Radmann vor Überhitzung: Die Magnificent Seven – die dominierenden US-Tech-Konzerne – performen seit geraumer Zeit schlechter. Viele haben massive Schulden für KI-Investitionen aufgetürmt, was die Kapitaleffizienz (Asset Turnover) drückt. Ein weiteres Warnsignal: In Korea handeln junge Privatanleger Samsung-Aktien mit zehnfachem Hebel – ein klassisches Zeichen einer Überhitzung.

Schrittweise aus- und in neue Trends einsteigen

Ein kompletter, schlagartiger Ausstieg aus einem Sektor ist selten die richtige Strategie. Radmann vergleicht es mit dem Schneiden eines Apfelbaums: Man entfernt die wilden Triebe behutsam, lässt den gesunden Rest wachsen und kauft gleichzeitig neue Positionen hinzu.

Sein eigenes Erfolgsbeispiel: Nach dem Platzen der Dotcom-Blase 2000 – er hatte seinen Internetfonds rechtzeitig abgebaut – recherchierte er zwei Jahre lang China-Aktien, als kaum jemand Interesse zeigte. Frühe Positionen in PetroChina und chinesischen Versicherungsaktien zahlten sich später erheblich aus. Den Einstieg bestätigte ihm die Beobachtung, dass auch Warren Buffett dort investierte.

Zentral ist dabei das Konzept der Watchlist: Interessante Titel werden beobachtet, täglich gescreent und erst dann ins Portfolio aufgenommen, wenn sich die Bodenbildung bestätigt. Nicht jeder Geheimtipp muss sofort gekauft werden.

Wo liegt der nächste Trend nach dem KI-Boom?

Radmann ist überzeugt, dass Anleger bereits heute nach dem nächsten Thema Ausschau halten müssen, während der KI-Zug noch rollt. Er nutzt eine bildhafte Analogie: Man muss nicht nur dort sein, wo gerade die Party stattfindet, sondern auch die Party kennen, die erst später in Fahrt kommt.

Konkret rücken für ihn Rohstoffe in den Fokus – insbesondere Edelmetalle und seltene Erden, die sowohl für Rechenzentren als auch für Elektronik und Energiewende benötigt werden. Auch politische Impulse, etwa der Vorstoß der Trump-Administration zur Stärkung der heimischen Rohstoffförderung, könnten diesen Sektor antreiben.

Der übergeordnete Grundsatz bleibt dabei zeitlos: Gierig sein, wenn andere Angst haben – und aufmerksam bleiben, wenn ein Thema allgegenwärtig wird. Wer heute auf Konferenzen nur noch über KI und Rechenzentren spricht, sollte prüfen, ob das Geld nicht schon einen Schritt weiter denken muss.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (ntv Nachrichten). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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