Dieses Video wurde am 09.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Ein markanter Temperatursturz erfasst Deutschland: Kühle Luftmassen aus Island strömen über den Nordwesten ins Land und bringen Regen, Gewitter sowie kräftige Windböen. Ursache ist eine umgestellte Großwetterlage mit einem Tiefdruckgebiet über dem Baltikum, das die Strömungsrichtung von Süd auf West dreht. Die Abkühlung ist deutlich spürbar – und betrifft nahezu alle Landesteile.
Großwetterlage: Islandluft verdrängt die Wärme
Die entscheidende Veränderung liegt in der atmosphärischen Strömung. Das Tief über dem Baltikum lenkt feuchte, kühle Luftmassen aus Island zunächst in den Nordwesten Deutschlands, von wo sie sich rasch über das gesamte Bundesgebiet ausbreiten.
Dieser Luftmassenwechsel bedeutet das vorläufige Ende sommerlicher Temperaturen. Statt warmer Südwinde bestimmen nun atlantische Westwinde das Wettergeschehen – eine klassische Herbstsituation, die für September jedoch ungewöhnlich abrupt einsetzt.
Regen und Gewitter: So trifft es die einzelnen Regionen
Die Niederschlagsverteilung ist am Mittwoch zweigeteilt. Bereits am Vormittag regnet es von Baden-Württemberg bis nach Berlin. Besonders kräftig fällt der Regen im Allgäu und im Alpenvorland aus. Am Nachmittag zieht an der Nordseeküste ein zweites Regengebiet auf, das Niedersachsen und Schleswig-Holstein erfasst.
Zwischen beiden Regenfeldern hält sich ein trockener Streifen mit gelegentlichem Sonnenschein – er erstreckt sich grob von Rheinland-Pfalz über Hessen bis nach Sachsen-Anhalt. Von Nordrhein-Westfalen bis zur dänischen Grenze weht der Wind besonders stark; starke Böen sind dort zu erwarten. Im Nordwesten und in Bayern werden die Regenschauer zusätzlich von kurzen Gewittern begleitet.
Ein Überblick über die Höchsttemperaturen am Mittwoch:
- Allgäu: rund 16 °C
- München, Köln, Berlin: bis zu 20 °C
- Teile Bayerns: vereinzelt bis 23 °C
- Hamburg: nur noch 19 °C
Donnerstag bis Wochenende: Beruhigung und Temperaturanstieg
Die gute Nachricht: Der große Regen verabschiedet sich bereits am Donnerstag. In den darauffolgenden Tagen ziehen zwar noch vereinzelte Schauer über das Land, insgesamt bleibt es aber überwiegend ruhig und die Schauertätigkeit nimmt deutlich ab.
Auch die Temperaturen erholen sich zügig. Zum Sonntag hin werden wieder Werte zwischen 21 und 26 °C erwartet – ein deutlicher Sprung gegenüber den kühlen Mittwochswerten. Der Herbsteinbruch erweist sich damit vorerst als kurze Unterbrechung einer noch anhaltenden Warmphase.
Die aktuelle Wetterlage verdeutlicht, wie schnell sich die Großwetterlage im Übergang vom Sommer zum Herbst umstellen kann. Wetterlagen mit Islandluft und atlantischen Westwinden werden in den kommenden Wochen häufiger – Deutschland sollte sich auf einen wechselhaften Frühherbst einstellen.
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