Dieses Video wurde am 10.09.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Mit einem ungewöhnlichen Versprechen hat Donald Trump den Wahlkampf zur Kongresswahl eingeläutet: Sollten die Republikaner bei den Zwischenwahlen in den USA sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat gewinnen, will Trump jedem erwachsenen US-Bürger eine Direktzahlung von 1.000 Dollar zukommen lassen. Kritiker werten das als offensichtlichen Stimmenkauf – Trump selbst bezeichnet es als ein Versprechen an das amerikanische Volk. Die heiße Phase des Wahlkampfs ist damit eröffnet.
Direktzahlung aus Zolleinnahmen finanzieren
Trump erläuterte bei einem Parteitag in Texas, wie er das milliardenschwere Vorhaben finanzieren will: Das Geld soll vollständig aus den Einnahmen der von seiner Regierung erhobenen Zölle stammen. Eine weitere Bedingung: Die ausgezahlten Mittel dürften ausschließlich in den USA ausgegeben werden – eine klare Botschaft an die heimische Wirtschaft.
Die finanziellen Dimensionen des Projekts sind gewaltig. Experten schätzen die Gesamtkosten auf über eine Billion Dollar, sollte das Versprechen tatsächlich eingelöst werden. Ob die Zolleinnahmen diese Summe dauerhaft decken können, bleibt fraglich und wird von Wirtschaftsfachleuten bezweifelt.
Für viele Beobachter klingt das Vorhaben weniger nach Haushaltspolitik als nach einem gezielten Wahlkampfmanöver: Die Botschaft ist klar – wer die Republikaner wählt, bekommt Geld zurück.
Zwischenwahlen: Republikanische Mehrheit in Gefahr
Der Hintergrund von Trumps ungewöhnlicher Offensive ist die prekäre Lage seiner Partei. Bei den Midterms drohen die Republikaner ihre parlamentarische Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses zu verlieren. Historisch gesehen gewinnt die Partei des amtierenden Präsidenten bei Zwischenwahlen fast nie – ein Muster, das Trump ausdrücklich durchbrechen will.
„Das müssen wir ändern. Es läuft gerade so gut – das dürfen wir nicht abreißen lassen”, appellierte Trump an seine Anhänger. Gleichzeitig malte er düstere Szenarien für den Fall einer Niederlage:
- Verlust der Kontrolle über die Grenzsicherung
- Rücknahme der unter Trump beschlossenen Steuersenkungen
- Gefährdung der inneren Sicherheit
- Einbußen beim wirtschaftlichen Wohlstand
„Wenn wir verlieren, geht unser Land durch die Hölle”, so Trump wörtlich. Die Rhetorik zielt darauf ab, die republikanische Basis zu mobilisieren und die Wahl zur Abstimmung über sein gesamtes politisches Erbe zu machen.
Tiefe Zustimmungswerte trotz Erfolgsmeldungen
Trump bezeichnete seine bisherige Amtszeit als die „großartigste Präsidentschaft in der Geschichte der USA” – doch die Umfragen zeichnen ein anderes Bild. Seine Zustimmungswerte befinden sich laut aktuellen Erhebungen auf einem niedrigen Niveau, was die Ausgangslage für die Republikaner zusätzlich erschwert.
Beim Parteitag in Texas versuchte Trump, diesen Widerspruch zu überbrücken. Er forderte seine Anhänger auf, bei der Wahl so zu handeln, als ob er selbst auf dem Stimmzettel stünde: „Ich bitte euch so zu tun, als würde ich auf dem Stimmzettel stehen – nur noch ein einziges Mal.”
Dieser Appell verdeutlicht, wie stark Trump seine eigene politische Zukunft mit dem Ausgang der Zwischenwahlen verknüpft. Eine schwache Kongress-Mehrheit oder gar deren Verlust würde seine Handlungsfähigkeit in der zweiten Amtszeit erheblich einschränken.
Wahlkampf in der heißen Phase
Mit dem Parteikonvent in Texas und dem spektakulären Zahlungsversprechen ist der Kongresswahlkampf 2026 offiziell in seine entscheidende Phase eingetreten. Die Demokraten dürften Trumps Direktzahlungs-Ankündigung als Steilvorlage nutzen, um Vorwürfe der Wählerbeeinflussung zu untermauern.
Ob das Versprechen verfängt oder als durchsichtiges Manöver abgetan wird, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Klar ist: Trump setzt alles daran, den historischen Trend bei Zwischenwahlen zu seinen Gunsten umzukehren – und scheut dabei keine unkonventionellen Mittel.
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