Dieses Video wurde am 09.09.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Beim Republikanerparteitag in Dallas versucht Donald Trump, seine Anhänger auf die anstehenden Midterm-Wahlen einzuschwören. Doch die Kulisse aus Jubelstimmung und inszenierten Auftritten täuscht über eine ernste Lage hinweg: Trumps Zustimmungswerte befinden sich auf einem Rekordtief, nur noch rund ein Drittel der Amerikaner zeigt sich mit seiner Amtsführung zufrieden. Dieser Rückhalt schwindet – und das spürt die gesamte Partei in einem der wichtigsten Wahljahre seit Jahren.
Rekordtief: Trumps Zustimmungswerte belasten die Republikaner
Die Stimmung innerhalb der Republikanischen Partei ist trotz der zur Schau gestellten Geschlossenheit angespannt. Trumps Zustimmungswerte haben einen historischen Tiefpunkt erreicht, was sich unmittelbar auf den bevorstehenden Wahlkampf auswirkt. Wählerinnen und Wähler im ganzen Land bewegen vor allem wirtschaftliche Sorgen: Die Lebenshaltungskosten in den USA sind seit Trumps Amtsantritt gestiegen – das genaue Gegenteil von dem, was er im Wahlkampf versprochen hatte.
Landesweite Umfragen deuten darauf hin, dass die Demokraten bei den Midterms die Mehrheit im Kongress zurückgewinnen könnten – und zwar nicht nur im Repräsentantenhaus, sondern möglicherweise auch im Senat. Eine solche Entwicklung galt lange Zeit als kaum vorstellbar. Viele Rennen bleiben zwar äußerst knapp, doch der Trend zeigt deutlich weg von den Republikanern.
Fernbleiben der Kandidaten und wirtschaftliche Hiobsbotschaften
Noch vor Beginn der Veranstaltung musste Trump erste Dämpfer hinnehmen. Besonders symbolträchtig: Mehrere wichtige republikanische Kandidaten aus hart umkämpften Wahlkreisen blieben dem Parteitag fern. Als Begründung nannten sie schlicht fehlende Zeit – ein offenes Signal, dass die Veranstaltung für den eigentlichen Wahlkampf vor Ort wenig Nutzen verspricht.
Gleichzeitig lieferte die Wirtschaft eine unerwünschte Schlagzeile: Der Ölpreis überstieg die psychologisch bedeutsame Marke von 100 US-Dollar pro Barrel – und als Hauptursache gilt Trumps Iranpolitik. Für eine Regierung, die wirtschaftliche Stärke als Kernversprechen propagiert, kommt dieser Zeitpunkt denkbar ungünstig.
- Trumps Zustimmungswert liegt bei rund einem Drittel der Bevölkerung
- Demokraten könnten laut Umfragen sowohl Repräsentantenhaus als auch Senat zurückgewinnen
- Schlüsselkandidaten aus umkämpften Wahlkreisen nehmen nicht am Parteitag teil
- Ölpreis steigt auf über 100 Dollar – als Folge der US-Iranpolitik
- Lebenshaltungskosten in den USA sind trotz gegenteiliger Versprechen gestiegen
Trumps Strategie: Angriff auf Demokraten statt Realpolitik
Da Trump die strukturellen Probleme – steigende Preise, wirtschaftliche Unsicherheit – kurzfristig nicht lösen kann, setzt er auf eine altbekannte Strategie: die aggressive Diffamierung der Demokraten. In seinen Reden bezeichnet er sie regelmäßig als Sozialisten oder gar Kommunisten, wirft ihnen vor, das Land in eine gefährliche Richtung geführt zu haben, und schürt Ängste vor einer vermeintlich unkontrollierten Einwanderungspolitik.
Dabei versucht Trump, die Verantwortung für die schwierige wirtschaftliche Lage weiterhin den Demokraten zuzuschieben – obwohl er selbst seit Januar 2025 im Amt ist. Diese Schuldzuweisungsstrategie hat in der Vergangenheit funktioniert, stößt aber zunehmend auf Skepsis, auch innerhalb der eigenen Wählerschaft. Der Parteitag in Dallas ist auf zwei Tage angelegt und findet bewusst zur besten US-Sendezeit statt – ein Versuch, über die Bühneninszenierung die öffentliche Wahrnehmung zu verschieben.
Ausblick: Können die Republikaner das Blatt noch wenden?
Die kommenden Wochen bis zu den Midterm-Wahlen werden zeigen, ob Trumps Mobilisierungsstrategie aufgeht. Die Ausgangslage ist schwierig: Umfragen, wirtschaftliche Realität und die verhaltene Reaktion wichtiger Parteivertreter sprechen eine klare Sprache. Ob zwei Tage Jubelstimmung in Dallas ausreichen, um einen echten Stimmungswechsel herbeizuführen, bleibt fraglich.
Für die Republikanische Partei steht bei diesen Midterms mehr auf dem Spiel als nur die Kongressmehrheit – es geht auch um die Frage, wie eng die GOP ihre politische Zukunft an Donald Trump binden will, dessen Popularität messbar schwindet.
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