Dieses Video wurde am 09.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
US-Präsident Donald Trump hat der AfD nach ihrem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt öffentlich gratuliert und die Partei als Teil einer wachsenden populistischen Bewegung gefeiert. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump, die AfD und ihre Anhänger hätten „die absolut schrecklichen Einwanderungsregeln satt” – und schloss seinen Beitrag mit dem Kürzel MGGA, wohl für „Make Germany Great Again”. Das Posting sorgt in Deutschland für Aufsehen und wirft die Frage auf, wie eng die ideologischen Bande zwischen Trump und der AfD tatsächlich sind.
Trumps Faszination für die AfD: Migration als gemeinsamer Nenner
Für Trump ist das Posting keine spontane Reaktion, sondern Teil einer längeren Linie. Schon seit geraumer Zeit übt der Republikaner scharfe Kritik an der deutschen Migrationspolitik. Er vertritt die Überzeugung, Europa sei von Menschen anderer Kulturen „überlaufen” – was er explizit als Gefahr für Deutschland und den gesamten Kontinent wertet.
In dieser Haltung sieht Trump eine direkte Parallele zur AfD. Beide Lager teilen eine restriktive Haltung gegenüber Migration und positionieren sich gegen die politischen Mainstream-Kräfte ihrer jeweiligen Länder. Entsprechend überrascht Trumps Solidaritätsbekundung politische Beobachter in Deutschland weniger inhaltlich als in ihrer Offenheit.
Neben der Migrationspolitik hat Trump auch wiederholt die Energiepolitik Deutschlands und Großbritanniens kritisiert – ein weiteres Thema, bei dem er Anknüpfungspunkte zur AfD sieht.
„Brüder im Geiste”: Wie viel verbindet Trump und die AfD?
Die ideologischen Gemeinsamkeiten zwischen der MAGA-Bewegung und der AfD sind nicht zu übersehen:
- Beide lehnen liberale Migrationspolitik grundsätzlich ab.
- Beide positionieren sich als Stimme des „einfachen Volkes” gegen politische Eliten.
- Beide kritisieren internationalen Klimaschutz und grüne Energiepolitik.
- Beide nutzen eine polarisierende Rhetorik, um ihre jeweilige Basis zu mobilisieren.
Trumps Kürzel MGGA ist dabei mehr als ein Wortspiel – es ist ein gezieltes Signal der Solidarität, mit dem er die AfD symbolisch in sein politisches Lager einreiht. Kritiker in Deutschland sehen darin eine Einmischung in innenpolitische Angelegenheiten.
Trump unter Druck: Wahlkampf auf eigenem Terrain
Dass Trump ausgerechnet jetzt internationale Schlagzeilen mit einem Posting zur deutschen Politik produziert, ist kein Zufall. Der US-Präsident befindet sich innenpolitisch in einer schwierigen Lage: Bei den bevorstehenden Midterm-Wahlen im November drohen den Republikanern erhebliche Verluste.
Laut aktuellen Umfragen ist ein Verlust des Repräsentantenhauses an die Demokraten wahrscheinlich. Sollte zusätzlich der Senat kippen, wäre Trumps Handlungsspielraum als Präsident massiv eingeschränkt – er würde politisch zur sogenannten „lahmen Ente”.
Um das zu verhindern, setzt Trump auf eine persönliche Mobilisierungsstrategie. Beim Parteitag der Republikaner in Dallas kündigte er an, in 35 Bezirken aufzutreten, in denen republikanische Kandidaten unter Druck stehen. Seine Botschaft: Nicht die einzelnen Kandidaten stehen auf dem Wahlzettel, sondern er selbst – eine Personalisierungsstrategie, die die Abstimmung zur Volksabstimmung über seine Person machen soll.
Internationale Vernetzung des Rechtspopulismus
Trumps Glückwunsch an die AfD reiht sich in ein größeres Bild ein: Rechtspopulistische Parteien und Bewegungen in Europa und den USA beobachten und kommentieren sich gegenseitig zunehmend aktiv. Was früher als innenpolitische Angelegenheit galt, wird heute über soziale Medien zur internationalen Bühne.
Ob Trumps öffentliche Unterstützung der AfD in Deutschland tatsächlich nützt oder schadet, bleibt offen. Für viele Wählerinnen und Wähler dürfte die Nähe zu Trump ein Warnsignal sein – für die AfD-Basis hingegen dürfte das Posting aus dem Weißen Haus als Rückendeckung aus der mächtigsten Demokratie der Welt wirken. Die enge Vernetzung des internationalen Rechtspopulismus wird damit einmal mehr sichtbar – und politisch relevant.
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