Dieses Video wurde am 13.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Merz-Beliebtheit befindet sich nach einer aktuellen Civey-Umfrage auf einem historisch niedrigen Niveau: Nur 15 % der Deutschen glauben, dass Bundeskanzler Friedrich Merz seine Zustimmungswerte noch deutlich verbessern kann. Meinungsforscherin Janina Mütze vom Institut Civey hat die Stimmungslage im September 2026 erhoben – und die Ergebnisse zeichnen ein düsteres Bild für den Regierungschef. Gleichzeitig rücken die Landtagswahlen am 20. September in den Fokus, deren Ausgang als mögliche Wegscheide für Merz’ politische Zukunft gilt.
Merz-Beliebtheit auf Tiefstand – selbst die Union zweifelt
Die Civey-Erhebung lässt kaum Interpretationsspielraum: 78 % der Befragten halten es für unwahrscheinlich, dass Friedrich Merz seine Zustimmungswerte zurückgewinnen wird. Lediglich 7 % sind unentschieden, und nur 15 % antworten mit Ja.
Besonders aufschlussreich ist der Blick in das eigene politische Lager. Unter Unionsanhängern glauben 47 % an eine Trendwende – damit ist es noch nicht einmal jeder zweite Sympathisant der eigenen Partei. Unter SPD-Anhängern liegt dieser Wert bei gerade einmal 14 %. Die Bewertungen fallen also parteiübergreifend negativ aus.
- 15 % aller Deutschen glauben an eine Merz-Trendwende
- 78 % halten eine Verbesserung der Zustimmungswerte für unwahrscheinlich
- Nur 47 % der Unionsanhänger sehen eine Chance auf Erholung
- Unter SPD-Anhängern liegt dieser Wert bei 14 %
Kanzlerschaft nach den Landtagswahlen in Gefahr?
Ein weiterer Befund der Umfrage befasst sich mit der politischen Zukunft des Bundeskanzlers nach den bevorstehenden Landtagswahlen am 20. September. In den Medien wurde wiederholt diskutiert, dass Merz bis zu diesem Datum eine Art Schonfrist genießt – danach aber erheblich unter Druck geraten könnte.
Die Bevölkerung teilt diese Einschätzung weitgehend: Nur 37 % der Befragten halten es für wahrscheinlich, dass Friedrich Merz nach den Landtagswahlen Bundeskanzler bleibt. 46 % halten das für unwahrscheinlich, 17 % sind unentschieden. Damit überwiegt auch in dieser Frage die Skepsis deutlich.
Die Ergebnisse signalisieren, dass viele Bürgerinnen und Bürger die Wahlen als möglichen Kipppunkt für die Bundesregierung betrachten – auch wenn der genaue politische Ablauf davon abhängt, wie Parteien und Koalitionspartner auf die Ergebnisse reagieren.
AfD-BSW-Koalition in Sachsen-Anhalt: Bundesweit keine Mehrheit
Neben der Kanzlerfrage beleuchtet die Civey-Erhebung auch die Lage in Sachsen-Anhalt. Nach der dortigen Landtagswahl gilt eine Koalition aus AfD und BSW als wahrscheinlichstes Szenario. Bundesweit würden das jedoch nur 31 % der Deutschen positiv bewerten – vor allem Anhänger beider Parteien. Eine klare Mehrheit von 57 % bewertet dieses Modell negativ, 12 % sind unentschieden.
Bundesweit mehrheitsfähig ist dieses Koalitionsmodell damit nicht. Es spiegelt jedoch die politischen Realitäten in Teilen Ostdeutschlands wider, wo AfD und BSW gemeinsam auf starke Wählerzustimmung zählen können.
Neuwahlen in Sachsen-Anhalt? Fast jeder Zweite wäre dafür
Sollte eine Regierungsbildung scheitern – AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat Neuwahlen bereits ins Spiel gebracht –, würde das auf überraschend breite Zustimmung stoßen: 48 % der Bundesbürger würden Neuwahlen in Sachsen-Anhalt positiv bewerten. Besonders bemerkenswert: Vor allem AfD-Anhänger sprechen sich mehrheitlich dafür aus – ein Zeichen dafür, dass sie sich von einem erneuten Urnengang ein noch stärkeres Ergebnis versprechen.
35 % lehnen Neuwahlen ab und plädieren dafür, das Wahlergebnis zu akzeptieren und eine Regierung zu bilden. 17 % sind unentschieden. Die AfD-Bundesspitze selbst positioniert sich derzeit gegen Neuwahlen – ein bemerkenswerter Widerspruch zur Stimmung an der eigenen Basis.
Die Umfrageergebnisse machen deutlich, wie groß die Unsicherheit über die politische Richtung in Deutschland ist – sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene. Ob Friedrich Merz die nächsten Wochen als Wendepunkt oder als Beginn eines weiteren Popularitätsverlusts erlebt, werden die Ereignisse rund um den 20. September zeigen.
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