Dieses Video wurde am 29.04.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Spargelsaison 2026 startete offiziell am 9. April – und mit ihr die alljährliche Diskussion über die hohen Preise des sogenannten weißen Goldes. Zu Saisonbeginn zahlen Verbraucherinnen und Verbraucher teils mehr als 25 Euro pro Kilogramm für frischen deutschen Spargel. Wer wirklich an dem begehrten Königsgemüse verdient, welche Kosten hinter dem Preis stecken und wie man clever einkauft, zeigt ein Blick hinter die Kulissen des Spargelmarkts.
Hohe Preise zu Saisonbeginn: Wie teuer ist Spargel wirklich?
Auf Wochenmärkten wie in Köln waren die weißen Stangen in den ersten Wochen der Saison kaum unter 20 Euro pro Kilogramm zu haben. Rund um Ostern lagen die Preise vereinzelt sogar bei bis zu 36 Euro. Viele Kundinnen und Kunden reagieren mit Kaufzurückhaltung: Statt des gewohnten Kilos landet nur noch ein halbes im Einkaufskorb.
Doch das Preisgefälle innerhalb weniger Wochen ist enorm. Marktverkäufer berichten, dass die Preise im Verlauf der Saison im Rhythmus von ein bis zwei Euro pro Kilogramm sinken. Experten rechnen damit, dass der Preis gegen Ende der Saison auf rund 10 Euro pro Kilogramm fallen könnte.
Der Grund für die anfänglich hohen Preise liegt in der aufwendigeren Produktion: Früher Spargel erfordert zusätzliche Folierung und Heizsysteme, um das Wachstum bei noch kühlen Temperaturen anzuregen – das treibt die Kosten in die Höhe.
Kostenfaktoren: So setzt sich der Spargelpreis zusammen
Der Preis für deutschen Spargel entsteht nicht durch übermäßige Gewinnspannen, sondern durch eine Vielzahl von Kostenfaktoren. Die Kalkulation eines Spargelerzeugers setzt sich typischerweise wie folgt zusammen:
- 45 % Lohnkosten für Erntehelfer – der mit Abstand größte Posten
- ~23 % Vermarktungskosten (Hofladenverkauf, Lieferung an Supermärkte)
- 18 % Festkosten wie Pachten und Maschinen
- 14 % Produktionskosten (Pflanzen, Folien, Erntewerkzeuge)
- nur 4 % verbleiben als Gewinn beim Erzeuger
Die Zahlen machen deutlich: Der Großteil des Verkaufspreises fließt nicht in die Taschen der Bauern, sondern deckt den enormen Personalaufwand bei der Ernte ab. Spargel lässt sich bis heute nicht maschinell stechen – jede Stange wird von Hand geerntet, was den Arbeitsaufwand hoch hält.
Lohnt sich Warten? Tipps für preisbewusstes Einkaufen
Wer nicht zwingend zum Spargelgenuss an Ostern gebunden ist, kann mit etwas Geduld deutlich günstiger einkaufen. Händler empfehlen, die Hauptspargelzeit ab Mitte Mai abzuwarten: Dann sind die Mengen größer, die Preise niedriger und auch sogenannte Spargel zweiter Klasse – mit leichten optischen Mängeln, aber vollem Geschmack – im Angebot.
Einen wesentlichen Qualitätsunterschied zwischen frühem und spätem Spargel gibt es laut Marktexperten nicht. Die Stangen schmecken vergleichbar gut, unabhängig davon, ob sie im April oder im Juni gestochen wurden.
Praktische Tipps für den Einkauf:
- Saisonmitte (ab Mitte Mai) abwarten für deutlich niedrigere Preise
- Spargel zweiter Klasse oder Spargelspitzen als günstige Alternative wählen
- Direkt beim Erzeuger oder auf dem Wochenmarkt kaufen statt im Supermarkt
Ausblick: Saison läuft bis zum Johannistag
Die Spargelsaison 2026 endet traditionell am 24. Juni, dem Johannistag. Bis dahin dürften mit steigenden Temperaturen und zunehmenden Erntemengen die Preise weiter sinken. Verbraucherinnen und Verbraucher haben also noch mehrere Wochen Zeit, das weiße Gold zu einem deutlich entspannteren Preis zu genießen.
Angesichts der schmalen Gewinnmargen der Erzeuger und des hohen manuellen Aufwands bei der Ernte bleibt Spargel ein Produkt, das seinen Preis hat – auch wenn dieser im Saisonverlauf erheblich nachgibt. Wer flexibel ist, profitiert am meisten.
Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler enthalten.

