KI-Aktien und Turnaround-Kandidaten im Fokus

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Dieses Video wurde am 29.04.2026 von WirtschaftsWoche auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Börsen haben den April 2025 als Erholungsmonat abgeschlossen – der S&P 500 markierte ein neues Allzeithoch bei rund 7.130 Punkten, der DAX kletterte über 24.000 Punkte. Doch die Rally wirkt eigentümlich: keine Euphorie, dafür anhaltende geopolitische Unsicherheit. Besonders zwei große Börsenwetten treiben die Märkte derzeit: die Energiewette und die KI-Wette. Welche KI-Aktien noch Potenzial bieten und welche Turnaround-Kandidaten mutige Anleger im Blick haben sollten, lässt sich anhand konkreter Einzelwerte einordnen.

KI-Aktien: Wer gehört zu den Gewinnern?

Die Frage, wer langfristig von der Künstlichen Intelligenz profitiert, ist schwieriger zu beantworten als noch vor einem Jahr. Pauschale KI-Wetten funktionieren kaum noch – der Markt differenziert stärker. Dennoch stechen einige Unternehmen heraus.

ASML, der niederländische Spezialist für Lithografiesysteme zur Produktion von Hochleistungschips, hält ein faktisches Weltmonopol auf seine Technologie – entwickelt im Verbund mit den deutschen Unternehmen Trumpf und Zeiss. Die Aktie hat sich in den vergangenen zwölf Monaten in etwa verdoppelt. Das Alleinstellungsmerkmal gilt als einer der stärksten Burggräben am Technologiemarkt. Exportbeschränkungen aus geopolitischen Gründen bleiben das zentrale Risiko.

Infineon Technologies war lange Zeit unterschätzt. Umsatz und Gewinn sanken zuletzt spürbar, die Aktie lief seitwärts. Doch das Unternehmen hat sein Geschäft mit Chips für die Stromversorgung von KI-Servern still und leise massiv ausgebaut. Dieser Nachholbedarf gegenüber US-Konkurrenten wird nun an der Börse realisiert – Infineon zählte zeitweise zum stärksten Wert im DAX.

SAP hingegen hat nach einer langen Rallyphase zuletzt deutlich verloren. Viele Anleger fürchten, dass KI das SAP-System obsolet machen könnte. Diese Sorge dürfte übertrieben sein: SAP hat mit dem KI-Assistenten Joule eine eigene KI-Strategie entwickelt, die tief in das Cloud-Portfolio integriert ist. Damit könnte SAP eher zu den KI-Gewinnern als zu den Verlierern zählen – und wäre auf dem aktuellen Kursniveau ein potenzieller Turnaround-Kandidat im DAX.

Turnaround-Kandidat 1: Carrefour

Der französische Handelsriese Carrefour gilt als Erfinder des Hypermarkts – riesige Einkaufszentren an Stadträndern mit breitem Sortiment. Dieses Modell verliert an Attraktivität: Verbraucher kaufen häufiger und in kleineren Mengen ein, bevorzugt in Innenstadtlagen.

Die Aktie dümpelt seit Jahren auf niedrigem Niveau, die Dividendenrendite liegt bei etwa 6–7 %, für deutsche Anleger allerdings durch französische Quellensteuer belastet. Die Marge bleibt dünn, soll aber bis 2030 auf 3,5 % steigen.

  • Carrefour eröffnet zunehmend kleinere Märkte in Innenstadtlagen mit hoher Passantenfrequenz
  • Fokus auf Kernmärkte Frankreich und Südeuropa nimmt zu
  • Operatives Ergebnis fiel zuletzt weniger schlecht aus als erwartet
  • Deutlicher Bewertungsabschlag gegenüber Konkurrenten wie Ahold Delhaize

Die strategische Neuausrichtung ist eingeleitet, der Grundstein für eine Margenerholung gelegt. Wer gezielt nach Turnaround-Kandidaten sucht, findet bei Carrefour mehr Substanz als der Chart auf den ersten Blick vermuten lässt.

Turnaround-Kandidat 2: Kraft Heinz

Kraft Heinz entstand 2015 aus der Fusion von Kraft Foods und Heinz – eingefädelt von Warren Buffett, der die Transaktion inzwischen selbstkritisch als Fehler bezeichnet. Der Konzern mit Doppelsitz in Chicago und Pittsburgh erwirtschaftet rund 25 Milliarden Dollar Umsatz und beschäftigt 35.000 Mitarbeiter.

Die Aktie spiegelt Krisenstimmung wider, die Fundamentaldaten erzählen eine andere Geschichte:

  • Umsatz stabil bei rund 25 Milliarden Dollar
  • Bruttomarge zuletzt gestiegen
  • Erwarteter Reingewinn für das laufende Geschäftsjahr: rund 2,4 Milliarden Dollar
  • Eigenkapital liegt deutlich über Börsenwert und Nettoschulden

Das größte Risiko: Berkshire Hathaway, mit knapp 28 % größter Anteilseigner, prüft einen schrittweisen Ausstieg. Ein massiver Verkauf würde die Aktie unter Druck setzen. Ein klarer operativer Auslöser für eine Trendwende fehlt derzeit. Wer auf eine Erholung setzt, braucht Geduld und Verlusttoleranz.

Turnaround-Kandidat 3: Daikin Industries

Der japanische Klimatechnikkonzern Daikin Industries, gegründet 1924 in Osaka, ist mit einem Marktanteil von rund 20 % Weltmarktführer bei Klimaanlagen, Wärmepumpen und Kältetechnik. Der Umsatz liegt bei etwa 28 Milliarden Euro.

Nach einem Hype Anfang der 2020er Jahre, als Klimatisierung zum Megatrend erklärt wurde, hat das Geschäft vorübergehend nachgelassen. Verunsicherung rund um den europäischen Wärmepumpenmarkt belastete zusätzlich. Mittlerweile greift das Sparprogramm, und die Zahlen stabilisieren sich. Besonders interessant: Daikin profitiert doppelt vom KI-Boom – Rechenzentren benötigen intensive Kühlung.

Die Aktie notiert derzeit auf etwa halbem Niveau im Vergleich zum Höchststand 2021, obwohl die Gewinne wieder auf dem Niveau von damals liegen dürften. Wer vom langfristigen Megatrend Kühlung profitieren möchte, findet in Daikin ein fundamental starkes Unternehmen mit einer konkreten Aufholperspektive.

Insgesamt zeigt der Blick auf KI-Aktien und Turnaround-Kandidaten: Der Markt belohnt derzeit Differenzierung statt pauschaler Sektorwetten. Die Kombination aus stabilen Fundamentaldaten, klarer Strategie und attraktiver Bewertung bleibt das entscheidende Kriterium – unabhängig davon, ob es sich um einen Chipausrüster, einen Lebensmittelkonzern oder einen Klimatechnikspezialisten handelt.

Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler enthalten.

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