Dieses Video wurde am 24.08.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Bitcoin Rally der vergangenen Woche hat viele Marktbeobachter überrascht: Der Kurs überwand nachhaltig die Marke von 67.000 bis 68.000 US-Dollar und legte innerhalb weniger Tage mehr als 20 Prozent zu. Auslöser war unter anderem der überraschende Eingriff von US-Finanzminister Scott Bessent in den Anleihemarkt, der die Renditen langläufiger US-Staatsanleihen drückte und gleichzeitig zinslosen Assets wie Bitcoin und Gold enormen Auftrieb verlieh. Auch der Crypto Clarity Act, den Donald Trump unterstützt, sorgte für zusätzlichen Rückenwind im gesamten Kryptosektor.
Scott Bessents Anleihemarkt-Eingriff bewegt Bitcoin und Gold
Der entscheidende Impuls kam Mitte der Woche: Das US-Finanzministerium kündigte an, Rückkäufe langläufiger Anleihen zu erhöhen. Das drückte die Renditen spürbar nach unten und erhöhte die relative Attraktivität zinsloser Vermögenswerte erheblich.
Für Bitcoin bedeutete dies den Funken, der eine monatelang aufgestaute Aufwärtsbewegung zündete. Die Kryptowährung hatte zuvor rund 50 Prozent von ihren Hochs korrigiert. Anleger, die in der Seitwärtsphase akkumuliert hatten, profitierten von dem schlagartigen Kursanstieg unmittelbar.
Das nächste technische Ziel liegt bei 82.000 US-Dollar. Gelingt der Ausbruch darüber, halten Marktbeobachter eine Bewegung in Richtung 90.000 bis 100.000 Dollar bis Jahresende für realistisch. Als starke Unterstützungszone gilt derzeit der Bereich um 70.000 Dollar.
Goldpreis auf dem Weg zur Marke von 4.700 Dollar
Parallel zur Bitcoin Rally zog auch der Goldpreis kräftig an. Am 21. August notierte die Feinunze bei über 4.500 US-Dollar – der dritte Wochengewinn in Folge. Inzwischen bewegt sich Gold knapp bei 4.600 Dollar und damit in Sichtweite des nächsten Widerstands bei 4.700 bis 4.800 Dollar.
Bemerkenswert: Die Rallybewegung startete in einer Phase, in der die mediale Aufmerksamkeit für Gold und das Sentiment in sozialen Netzwerken merklich abgekühlt waren. Genau diese Konstellation – nachlassendes Interesse bei gleichzeitig intaktem fundamentalen Rückenwind – gilt als klassisches Kaufsignal.
- Goldpreis-Anstieg seit Beginn der jüngsten Aufwärtsbewegung: rund 15 Prozent
- Wichtige Widerstandszone: 4.700 bis 4.800 US-Dollar
- Nächstes übergeordnetes Ziel bei nachhaltiger Überwindung: 5.200 bis 5.300 Dollar
- Treiber: sinkende Anleiherenditen, Inflationsrisiken, geopolitische Spannungen zwischen USA und China
Sinkende Zinserwartungen für die US-Notenbank im September gelten dabei als zentraler Faktor, da sie die Opportunitätskosten des zinslosen Edelmetalls reduzieren. Kurzfristig sind erste Gewinnmitnahmen im Bereich 4.700 bis 4.800 Dollar wahrscheinlich, ohne dass damit die übergeordnete Aufwärtsbewegung beendet sein muss.
Strategy und SanDisk: Volatile Werte mit starker Kursreaktion
Strategy (ehemals MicroStrategy), das Unternehmen, das Bitcoin als primäres Treasury-Asset hält, profitierte direkt von der Krypto-Rally. Die Aktie legte gegenüber der Vorwoche rund 30 Prozent zu – nach einer Korrektur, die in der Spitze mehr als 70 bis 80 Prozent vom Hoch betragen hatte.
Anleger, die in der Tiefphase bei rund 90 bis 100 US-Dollar positioniert waren, sehen sich nun mit einem deutlich verbesserten Chance-Risiko-Verhältnis konfrontiert. Als zentrale Bedingung für weitere Aufwärtspotenziale gilt, dass die Aktie bis zum Bewertungstag am 18. Dezember oberhalb der 100-Dollar-Marke notiert.
Auch SanDisk sorgte für Schlagzeilen: Die Aktie war seit Jahresbeginn zeitweise um rund 900 Prozent gestiegen, bevor eine scharfe Konsolidierung einsetzte. Zuletzt legte der Wert erneut kräftig zu – befeuert durch Kommentare zu potenziellen Engpässen im Speichersektor sowie Äußerungen von Nvidia-CEO Jensen Huang zum KI-Bedarf. Kurzfristige Gewinnmitnahmen nach Erreichen der Kursziele um 1.800 US-Dollar erschienen konsequent; die hohe Volatilität mit teils zweistelligen Tagesausschlägen bleibt charakteristisch für diesen Titel.
Netflix: Erholung nach scharfer Korrektur
Der Streamingriese Netflix hat nach einem turbulenten Jahresverlauf zuletzt wieder Boden gutgemacht. Die Aktie stieg in den vergangenen vier Wochen um rund 16 Prozent und notiert aktuell knapp unter der Marke von 80 US-Dollar – einem wichtigen charttechnischen Niveau.
Das Bewegungstief hatte die Aktie nach dem Aktiensplit (10:1) bis in den Bereich von 65 bis 68 Dollar gedrückt. Für die langfristige Wachstumsstory sprechen mehrere Faktoren:
- Ausbau des Gaming-Segments und Live-Events
- Starke globale Markenposition und wachsende Abonnentenbasis
- Mögliche Kosteneinsparungen durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Produktion
Kurzfristig bleibt entscheidend, ob Netflix die 75- bis 80-Dollar-Zone nachhaltig verteidigen kann. Gelingt dies, wäre der Weg für eine weitere Erholung in Richtung alter Hochs geebnet.
Die Entwicklungen der vergangenen Woche verdeutlichen, wie stark geldpolitische Signale – insbesondere am US-Anleihemarkt – auf unterschiedlichste Anlageklassen ausstrahlen. Ob Bitcoin, Gold, Strategy oder Wachstumswerte wie Netflix: Der Schlüssel liegt in der Liquiditätspolitik der Notenbanken und im weiteren Verlauf der Renditen. Mit den anstehenden Nvidia-Quartalszahlen und dem September-Entscheid der Fed stehen in den kommenden Wochen weitere marktbewegende Ereignisse auf dem Kalender.
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