Dieses Video wurde am 24.08.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der DAX startet verhalten in die neue Handelswoche. Am Montag, dem 24. August, notiert der deutsche Leitindex bei rund 26.075 Punkten – ein Minus von 0,27 Prozent gegenüber dem Freitagsschluss. Damit hält er vorerst die psychologisch wichtige 26.000-Punkte-Marke. Die Woche verspricht jedoch Spannung: Nvidia-Quartalszahlen, das Notenbanktreffen in Jackson Hole und richtungsweisende Entscheidungen bei Volkswagen stehen auf dem Programm.
DAX: Marken, Vorgaben und die Woche der Entscheidungen
In der Vorwoche schloss der DAX am Freitag mit einem Tagesplus von 0,6 Prozent bei 26.136 Punkten, gab auf Wochensicht aber rund ein Prozent ab. Die US-Märkte lieferten zum Wochenausklang gemischte Signale: Der Dow Jones legte rund ein Prozent zu, S&P 500 und Nasdaq verbuchten 0,4 Prozent im Plus – auf Wochensicht stand der Nasdaq jedoch mit rund 2,5 Prozent im Minus. Die Asienmärkte starteten ebenfalls mit roten Vorzeichen.
Für den weiteren Wochenverlauf sind drei Ereignisse entscheidend:
- Mögliche Wirtschaftssanktionen gegen den Iran, die US-Präsident Trump bereits angekündigt hat und die zu Wochenbeginn konkretisiert werden könnten
- Nvidia-Quartalszahlen am Mittwochabend nach US-Börsenschluss – ein globaler Stimmungstest für das KI-Thema
- Notenbanktreffen in Jackson Hole von Donnerstag bis Sonntag, bei dem Signale zur künftigen Fed-Zinspolitik erwartet werden
Technisch gilt auf der Unterseite die 26.000-Punkte-Marke als erste Unterstützung, darunter das Juli-Hoch bei rund 25.900 Punkten. Nach oben wartet bei 26.300 Zählern ein Widerstand, bevor das Allzeithoch bei 26.574 Punkten wieder in den Fokus rücken würde.
Aixtron unter Druck – JP Morgan bleibt zuversichtlich
Aixtron gehört zum Wochenstart zu den größten Verlierern im MDAX. Ausschlaggebend ist eine allgemeine Schwäche bei Chipwerten, die sich bereits in Asien bei SK Hynix und Samsung bemerkbar gemacht hatte. Der Analystenkommentar von JP Morgan ist hingegen nicht der Belastungsfaktor: Die US-Bank hat ihre Kaufempfehlung mit dem Votum „Overweight” bestätigt.
JP Morgan lobt das Optoelektronikgeschäft von Aixtron, das sich besser als erwartet entwickle – insbesondere bei Galliumnitrid-Lösungen. Bei den Anlagen für Litiumkarbid fehlt laut Analysten hingegen noch die nötige Dynamik; neue Aufträge wären wichtig, um das operative Geschäft wieder zu beleben. Charttechnisch ist kein klares Erholungsmuster erkennbar: Ein erhoffter V-förmiger Rebound scheiterte zuletzt, der Kurs fiel zurück auf das Niveau der Juli-Tiefs.
Commerzbank: Aufsichtsrat appelliert an den Bund
Der Aufsichtsratsvorsitzende der Commerzbank hat sich öffentlich zu Wort gemeldet und den Bund aufgefordert, seinen Anteil von rund 12 Prozent vorerst nicht zu veräußern. Hintergrund ist die weiterhin schwelende Übernahmedebatte rund um die italienische Unicredit, die bereits knapp 50 Prozent an der Commerzbank hält.
Die Argumentation: Sollte die Unicredit die Commerzbank vollständig übernehmen, drohen Einsparungen von bis zu 1,3 Milliarden Euro in Deutschland – verbunden mit einem massiven Stellenabbau. Die Aktie reagiert kaum auf die Meldung; sie bewegt sich seitwärts mit leichtem Aufwärtstrend nahe der 39-Euro-Marke. Die Aussagen gelten als wenig überraschend, da die Commerzbank seit Längerem gegen eine feindliche Übernahme ankämpft.
Volkswagen vor schicksalhafter Betriebsratswoche
Bei Volkswagen steht die Woche unter dem Zeichen harter Einschnitte. Betriebsratsversammlungen sollen über die Zukunft des Konzerns entscheiden. Konkret stehen vier Werke zur Disposition, und ein Stellenabbau von rund 50.000 Arbeitsplätzen wird diskutiert. VW-Chef Oliver Blume hat die Belegschaft auf tiefgreifende Veränderungen eingestimmt und appellierte, an einem Strang zu ziehen, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Umfragen unter Mitarbeitenden an verschiedenen Standorten zeigen massive Zukunftssorgen. Die VW-Aktie bewegt sich weiterhin auf sehr niedrigem Niveau nahe der 52-Wochen-Tiefs. Die 50-Tage-Linie ist noch nicht zurückerobert; ein nachhaltiger Aufwärtstrend ist nicht in Sicht.
Siemens Healthineers und Vonovia: Analysten im Blick
Siemens-Healthineers-Chef Bernd Montag hat sich zur KI-Strategie des Konzerns geäußert: Künstliche Intelligenz sei ein unterstützendes Werkzeug, kein Selbstzweck. Im Vordergrund stünden weiterhin menschliche Expertise, bessere Diagnosen und Therapien – etwa in der Krebsbehandlung. Die Aktie verzeichnet leichte Zugewinne von rund 0,4 Prozent und bewegt sich nahe der 200-Tage-Linie.
Bei Vonovia haben gleich zwei Banken ihre Kursziele angepasst: Goldman Sachs senkte das Ziel von 34,20 Euro auf 29,50 Euro, bestätigte aber die Kaufempfehlung und lobte die ambitionierten Wachstumsziele des Konzerns. Barclays reduzierte das Kursziel von 23 auf 20 Euro und hält an seinem „Underweight”-Votum fest. Begründet werden die Korrekturen mit gestiegenen Kapitalkosten. Die Vonovia-Aktie notiert weiterhin unter beiden gleitenden Durchschnitten – das 52-Wochen-Tief bleibt in Reichweite.
Die laufende Woche dürfte mit den Nvidia-Zahlen und dem Jackson-Hole-Treffen richtungsweisend für die globalen Börsen werden. Ob der DAX die 26.000-Punkte-Marke verteidigen und danach wieder Fahrt aufnehmen kann, hängt maßgeblich von diesen externen Impulsen ab.
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