Bundeswehr: Lücken schließen für die Zukunft

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Dieses Video wurde am 30.04.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Bundeswehr erhält mehr Geld als je zuvor, und Verteidigung nimmt einen wachsenden Anteil am Bundeshaushalt ein. Doch wird das Geld auch wirklich effektiv eingesetzt? Militärexperte Ralf Thiele zieht eine nüchterne, aber vorsichtig optimistische Bilanz: Die Bundeswehr Lücken sind groß, aber jede geschlossene Lücke mache Deutschland bereits besser aufgestellt als in der Vergangenheit. Bis zur vollständigen Einsatzbereitschaft dürfte es jedoch noch bis Anfang der 2030er Jahre dauern.

Effektiver Mitteleinsatz bleibt eine Herausforderung

Ein zentrales Problem der Bundeswehr liegt nicht nur im fehlenden Geld, sondern in der Art, wie es ausgegeben wird. Thiele weist darauf hin, dass erfahrene Beschaffungsexperten und versierte Vertragsrechtler in den Reihen der Streitkräfte nach wie vor Mangelware sind. Als warnendes Beispiel dient ein IT-Vertrag, der über fünf Jahre ausgehandelt wurde – als er in Kraft trat, war die zugrunde liegende Technologie bereits veraltet.

Solche strukturellen Schwächen lassen sich nicht allein durch höhere Budgets beheben. Es brauche erfahrene Entscheider, die Beschaffungsvorhaben konsequent an den tatsächlichen Bedrohungen der Zukunft ausrichten. Dennoch sieht Thiele erste positive Zeichen: Es tue sich etwas, die Verwundbarkeit sinke spürbar.

Krieg der Zukunft: Mehr als nur Drohnen

Eine verbreitete Fehleinschätzung in der sicherheitspolitischen Debatte ist laut Thiele die Fixierung auf Drohnen als alleiniges Zukunftssystem. Das tatsächliche Kriegsbild der Zukunft werde von mindestens 20 verschiedenen Technologien geprägt, die im Verbund miteinander agieren. Drohnen seien dabei nur ein Element unter vielen.

Thiele nennt ein breites Spektrum an Systemen, die künftige Konflikte bestimmen werden:

  • Kampfroboter zu Lande
  • Unterwasserdrohnen und maritime Systeme
  • Weltraumgestützte Aufklärungs- und Waffensysteme
  • Drohnen im Cyberraum
  • Hyperschallwaffen mit extremer Reichweite und Geschwindigkeit

Entscheidend sei, dass die Bundeswehr jemanden benötige, der diesen technologischen Verbund für die Zukunft konsequent plant und steuert. Hier sieht Thiele noch erheblichen Nachholbedarf bei den aktuellen Entscheidern.

General Freuding als Hoffnungsträger

Einen deutlichen Hoffnungsschimmer sieht Thiele im neuen Inspekteur des Heeres, General Freuding. Dieser habe als Teil der Ukraine-Kontaktgruppe unmittelbar Erfahrungen aus dem laufenden Krieg gesammelt und dabei konkrete Mängel – etwa in der Logistik – identifiziert und Lösungsansätze entwickelt.

Auch der Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz beim Heer in Münster sei ein positives Signal gewesen: Soldaten lernen dort bereits den Umgang mit Drohnen und Drohnenabwehr sowie weiteren modernen Technologien. Das zeige, dass die Modernisierung nicht nur auf dem Papier stattfinde, sondern tatsächlich bei den Streitkräften ankomme.

Bis Anfang der 2030er Jahre: Der lange Weg zur Einsatzbereitschaft

Auf die Frage, ob die Bundeswehr einer möglichen russischen Provokation gegenüber der NATO in einigen Jahren standhalten könnte, bleibt Thiele realistisch. Russland hätte Deutschland und das Bündnis bereits in den vergangenen Jahren testen können – zu einem Zeitpunkt, als die Bundeswehr noch schutzloser dastand als heute. Die ersten Kriegsjahre seit 2022 seien für Innovation und Beschaffung weitgehend ungenutzt verstrichen.

Nun müsse man damit rechnen, dass bestelltes Material und neue Strukturen erst Anfang der 2030er Jahre vollständig einsatzbereit sein werden. Denn Beschaffung allein reiche nicht: Soldaten müssen neue Systeme üben, integrieren und in veränderte Strukturen einbetten. Thiele fasst es knapp zusammen: Es ist gut, dass sich etwas tut – es ist schade, dass es noch länger dauert. Die politische und militärische Führung müsse die Herausforderungen der Zukunft nun deutlich konkreter in den Blick nehmen.

Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler enthalten.

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