Dieses Video wurde am 26.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Mit einem knappen Ergebnis von 52 zu 48 Prozent hat Darline Graham die republikanische Vorwahl im US-Bundesstaat South Carolina gewonnen. Entscheidend dafür war nach Einschätzung von US-Politik-Experte Julius Vandela die persönliche Unterstützung von Präsident Donald Trump — ein Sieg, der weit über South Carolina hinaus politische Signalwirkung entfaltet und Fragen über Trumps Rückhalt in der eigenen Partei aufwirft.
Trumps Einsatz für Graham: Reise, Rally und eine Million Dollar
Trump setzte für Grahams Kandidatur erhebliche Ressourcen ein. Er reiste persönlich nach Myrtle Beach, um gemeinsam mit ihr eine Wahlkampfveranstaltung abzuhalten, und organisierte zusätzlich ein virtuelles Townhall. Damit gab er dem Wahlkampf in der Schlussphase noch einmal spürbares Momentum.
Darüber hinaus investierte Trumps Vorfeldorganisation Make America Great Inc. rund eine Million Dollar, um Wählerinnen und Wähler per Telefon zu mobilisieren. Der Aufwand verdeutlicht, wie wichtig Trump dieser Sieg war — nicht nur für Graham, sondern für sein eigenes politisches Ansehen innerhalb der Republikanischen Partei.
Trump Endorsement: Starke Bilanz, aber mit Einschränkungen
Trumps Unterstützungsrekord bei Vorwahlen klingt auf den ersten Blick beeindruckend: Von allen Kandidatinnen und Kandidaten, denen er sein Endorsement ausgesprochen hat, gewannen 315 — lediglich 12 verloren.
Diese Zahl ist jedoch mit Vorsicht zu genießen. Ein erheblicher Teil der unterstützten Kandidaten hatte in den Vorwahlen gar keine ernsthaften Gegner. Betrachtet man nur die tatsächlich umkämpften Rennen, fällt die Bilanz deutlich schlechter aus: Von zwölf kompetitiven Vorwahlen im August gewann Trump nur neun.
- 315 Endorsement-Siege insgesamt — viele davon ohne echten Gegenkandidaten
- 12 Niederlagen bei Kandidaten, die Trump unterstützte
- Nur 9 von 12 umkämpften Vorwahlen im August gewonnen
- Trumps politische Autorität innerhalb der GOP gilt als zunehmend fragil
Experte Vandela sieht darin ein klares Zeichen: „Seine Macht ist angekratzt.” Einige republikanische Kandidaten beginnen, Distanz zu halten, und bezeichnen Trump intern bereits als „radioaktiv” für ihre eigenen Wahlchancen im Herbst.
Historisch schlechte Umfragewerte vor den Midterms
Die Midterms — die wichtigen Zwischenwahlen am 3. November — rücken näher, und Trumps Ausgangslage ist schwierig. Sein Net Approval liegt bei minus 30 Prozentpunkten, was bedeutet, dass fast 70 Prozent der Amerikanerinnen und Amerikaner mit seiner Amtsführung unzufrieden sind.
Die Kritik zieht sich durch nahezu alle Politikfelder:
- Migrationspolitik: anhaltende gesellschaftliche Spannungen
- Wirtschafts- und Inflationspolitik: steigende Spritpreise belasten Haushalte
- Außenpolitik: der Krieg im Iran sorgt für internationale Unsicherheit
- Handelspolitik: ein erneuter Konflikt mit Kanada, inklusive gegenseitiger Strafzölle, schürt Misstrauen
Trump verweist seinerseits auf positive Wirtschaftsdaten: Dow Jones und S&P 500 notieren auf Rekordniveau. Das verschafft ihm nach wie vor Rückhalt bei einem Teil der Wählerschaft — reicht aber offenbar nicht aus, um die breite Unzufriedenheit zu überdecken.
Ausblick: Zwei weitere Trump-Jahre mit wachsender Isolation
Der Vorwahlsieg von Darline Graham ist für Trump kurzfristig ein wichtiges Signal der Stärke. Mittel- und langfristig jedoch verdichten sich die Anzeichen, dass seine Autorität — selbst innerhalb der Republikanischen Partei — bröckelt. Immer mehr GOP-Kandidaten kalkulieren, ob eine enge Bindung an Trump ihre eigenen Chancen bei den Midterms eher schadet als nützt.
Bis zum Ende seiner Amtszeit verbleiben noch rund zwei Jahre. Die Frage, ob Trump die Republikanische Partei weiterhin fest in der Hand hält oder zunehmend politisch isoliert agiert, dürfte zu einem der zentralen Themen des amerikanischen Innenpolitik-Herbstes werden.
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