Dieses Video wurde am 24.08.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die EU-Kommission plant eine EU-Anti-China-Allianz mit Großbritannien, Japan und Südkorea, um die europäische Autoindustrie vor chinesischen Überkapazitäten zu schützen. Drei konkrete Maßnahmen stehen auf dem Programm: erweiterte Buy-European-Regeln, neue Schutzzölle bei Importspitzen sowie eine gemeinsame Rohstoffstrategie zur Unabhängigkeit von chinesischen seltenen Erden. Die Allianz soll dabei ausdrücklich als offener Club konzipiert werden, dem weitere Länder beitreten können.
Warum Großbritannien, Japan und Südkorea?
Die Wahl der drei Partnerländer ist kein Zufall. Japan, Südkorea und Großbritannien zählen historisch zu den größten Autoproduzenten weltweit, deren Wertschöpfungsketten eng mit Europa verknüpft sind. Toyota, Nissan und Hyundai unterhalten zahlreiche Werke auf dem Kontinent. Würde man diese Hersteller durch Handelshemmnisse treffen, schadete die EU damit auch sich selbst.
Gleichzeitig leiden alle drei Länder unter denselben chinesischen Überkapazitäten und haben bereits Marktanteile in Europa verloren. Das schafft eine gemeinsame Interessenlage, die eine Kooperation ohne langwierige neue Handelsverhandlungen ermöglicht – denn mit allen drei Ländern bestehen bereits Freihandelsabkommen.
Als mögliche Erweiterungskandidaten gelten Kanada, die Türkei und Australien, die ebenfalls über bestehende Handelsabkommen eingebunden werden könnten. Besonders Kanada und Australien wären als Rohstofflieferanten strategisch wertvoll.
Die drei Schutzmaßnahmen im Überblick
Die EU-Kommission verfolgt mit der Allianz einen Dreiklang aus Kaufanreizen, Zöllen und Rohstoffpolitik:
- Buy-European-Regeln: Steuerliche Vergünstigungen wie das Dienstwagenprivileg sollen künftig nur noch für Fahrzeuge aus EU-Ländern und den drei Partnerstaaten gelten. Da rund 60 Prozent aller Neuzulassungen in Europa auf Unternehmensflotten entfallen, hätte dies erhebliche Wirkung.
- Schutzzölle bei Importspitzen: Bei einem deutlichen Anstieg von Autoeinfuhren sollen temporäre Schutzzölle greifen. Die drei Partnerländer würden davon ausgenommen – rechtlich möglich über historische Importkontingente und den Nachweis, dass die Importschwemme ausschließlich auf China zurückgeht.
- Rohstoffstrategie: Gemeinsam sollen Abnahmevereinbarungen für seltene Erden aus alternativen Quellen geschlossen werden, um Chinas de-facto-Monopol zu brechen.
Rohstoffe: Japan unter massivem Druck
Besonders drängend ist die Rohstofffrage für Japan. China hat seine Exportmengen seltener Erden nach Japan zuletzt um rund 50 Prozent reduziert – während die Exporte in die USA nach Handelsgesprächen leicht um 4 Prozent stiegen. Für Japan, das seltene Erden für Hochtech-Produkte, Automotoren und Rüstungsgüter benötigt, ist dies ein massives Problem.
Tokio verfügt über erhebliches Know-how bei der Verarbeitung und Raffinierung seltener Erden, kann aber nicht zu chinesischen Preisen produzieren. China hält seinen Wettbewerbsvorteil gezielt aufrecht, indem es bei jedem aufkommenden Konkurrenten die Preise so weit senkt, bis dieser unrentabel wird.
Der Ausweg: garantierte Abnahmequoten. Wenn Europa verbindlich zusichert, einen bestimmten Anteil seines Bedarfs außerhalb Chinas zu decken, entstünde die nötige Planungssicherheit für alternative Lieferanten aus Japan, Kanada und Australien.
Deutschland bremst – und steht damit im Widerspruch
Ausgerechnet Deutschland, dessen Autoindustrie am stärksten unter den chinesischen Überkapazitäten leidet, tritt in Brüssel auf die Bremse. Das Wirtschaftsministerium unter Katharina Reiche warnt vor einem offenen Handelskrieg mit China, solange alternative Rohstoffversorgungswege nicht gesichert sind. Für Waffenproduktion und Hochtechnologie ist Deutschland weiterhin stark von chinesischen seltenen Erden abhängig.
Im Kanzleramt überwiegt dagegen eine härtere Linie: Ohne entschlossenes Handeln drohe der Verlust ganzer Industriezweige. Bernd Lange, Chef des Handelsausschusses im Europaparlament, argumentiert, dass eine breite Koalition China politisch schwächer dastehen lässt – ein Handelskrieg gegen die halbe Welt sei selbst für Peking kaum durchzuhalten.
Die EU hält bis Oktober 2025 einen Wachstillstand mit China aufrecht und verhandelt weiter. Sollten die Gespräche scheitern, könnten die ersten Schutzzölle noch vor Jahresende in Kraft treten. Ob der Druck ausreicht, Peking zu freiwilligen Exportbeschränkungen zu bewegen, gilt als unwahrscheinlich – zu groß ist Chinas Interesse, seine Überkapazitäten auf dem europäischen Markt abzusetzen, nachdem andere Märkte mit hohen Schutzzöllen reagiert haben.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (Handelsblatt). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.


