Dieses Video wurde am 26.08.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Ein Ausflug auf den Hamburger Dom endete am Mittwoch für rund 20 Menschen als nervenaufreibende Geduldsprobe in schwindelerregender Höhe. Das Kettenkarussell „Nordic Tower” blieb plötzlich in rund 30 Metern Höhe stecken – und das für mehr als drei Stunden. Feuerwehr, Rettungsdienst und speziell ausgebildete Höhenretter rückten zu einem Großeinsatz auf dem Volksfestgelände aus, um die festsitzenden Fahrgäste zu befreien. Am Ende kamen alle sicher am Boden an.
Knackgeräusch und plötzlicher Stillstand
Nach Angaben der Betroffenen lief die Fahrt zunächst normal an. Dann folgte ein unheimliches Geräusch: „Das hat einmal bum gemacht”, schilderte eine Passagierin den Moment des Schreckens. Das Karussell fuhr kurz ein Stück herunter, ein lautes Knacken war zu hören – und dann bewegte sich nichts mehr.
Viele Fahrgäste dachten zunächst, der kurze Stopp sei ein normaler Teil des Programms, etwa um die Aussicht zu genießen. Erst als die Minuten vergingen, wurde klar: Das war kein geplanter Halt. Die Ursache war ein technischer Defekt an den Bremsen des Nordic Tower, die sich zunächst nicht lösen ließen.
Großeinsatz der Rettungskräfte in 30 Metern Höhe
Die alarmierten Einsatzkräfte übernahmen rasch die Lage. Höhenretter stiegen auf, um die eingeschlossenen Personen zu betreuen und zu stabilisieren. Da eine sofortige Evakuierung der in Gondeln hängenden Fahrgäste technisch aufwendig gewesen wäre, entschied man sich, auf die Techniker zu warten.
Während der langen Wartezeit wurden die Betroffenen mit Decken versorgt – denn in der Höhe war es trotz der Jahreszeit empfindlich kalt. Einer der Fahrgäste brachte es auf den Punkt: Es sei „sehr kalt gewesen”. Ein Pärchen beschrieb die Situation als unfreiwilliges Abenteuer auf einem eigentlich romantisch geplanten Date.
- Rund 20 Personen saßen in dem Karussell fest
- Der Stillstand dauerte mehr als 3 Stunden
- Höhe des Hängenbleibens: ca. 30 Meter
- Einsatzkräfte versorgten die Wartenden mit Wärmedecken
- Einige Fahrgäste erlitten einen Schock
Angst und Galgenhumor in der Gondel
Die psychische Belastung für die Eingeschlossenen war erheblich. Ein Pärchen berichtete, zunächst versucht zu haben, die Situation mit Humor zu überspielen. Doch je länger der Stillstand andauerte, desto größer wurde die Angst. „Wenn es dann knackt und nicht mehr weitergeht, dann bekommt man doch ziemlich doll Angst irgendwann”, gab einer der Betroffenen zu Protokoll.
In der langen Wartezeit führten die Menschen tiefe Gespräche – die Rede war von Heiratsanträgen und letzten Gedanken, was zeigt, wie ernst die Situation von vielen wahrgenommen wurde. Der Galgenhumor wich mit der Zeit echter Besorgnis.
Befreiung und Erleichterung nach über drei Stunden
Die Erlösung kam, als Techniker es schließlich schafften, die festsitzenden Bremsen zu lösen und das Karussell kontrolliert abzusenken. Einer nach dem anderen setzte die Füße wieder auf den Boden – zu großer Erleichterung der Wartenden am Boden und der Einsatzkräfte.
Rettungskräfte kümmerten sich unmittelbar nach der Befreiung um die Fahrgäste. Einige standen sichtlich unter Schock und mussten betreut werden. Verletzt wurde nach ersten Angaben niemand. Ein Betroffener fasste die Gefühle vieler zusammen: „Jetzt sind wir wieder unten und soweit geht’s glaube ich allen gut.”
Der Vorfall wirft Fragen zur Wartung und Sicherheitsprüfung von Fahrgeschäften auf Volksfesten auf. Die zuständigen Behörden dürften den Defekt am Nordic Tower nun genau unter die Lupe nehmen. Für die rund 20 Betroffenen dürfte ein Besuch im Kettenkarussell so schnell keine Option mehr sein.
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