Dieses Video wurde am 11.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der sogenannte Krieg der Städte zwischen Russland und der Ukraine erreicht eine neue Eskalationsstufe. Während Präsident Wolodymyr Selenskyj in Kanada um weitere Militär- und Finanzhilfen für sein Land wirbt, häufen sich auf beiden Seiten die Angriffe auf das Hinterland weit hinter der eigentlichen Front. Schwere russische Raketenangriffe auf die ostukrainische Großstadt Kramatorsk und die Region Donezk forderten erneut Tote und Verletzte unter der Zivilbevölkerung – ein deutliches Zeichen dafür, wie dringend die Ukraine auf externe Unterstützung angewiesen ist.
Was bedeutet der „Krieg der Städte”?
Der Begriff „Krieg der Städte” stammt ursprünglich aus der Sprache russischer und ukrainischer Kriegsblogger. Er beschreibt systematische Angriffe auf den rückwärtigen Raum beider Kriegsparteien – also auf Städte, Infrastruktur und Logistikzentren, die weit von der eigentlichen Frontlinie entfernt liegen.
Ziel dieser Strategie ist es, den Gegner wirtschaftlich zu zermürben, seine Versorgungsketten zu unterbrechen und die Zivilbevölkerung unter Druck zu setzen. Je länger der Krieg andauert, desto intensiver werden diese Angriffe auf beiden Seiten – mit gravierenden Folgen für Mensch und Infrastruktur.
Kyiv unter Beschuss: Drohnen greifen Tankstellen an
In der ukrainischen Hauptstadt Kyiv markiert eine neue Angriffstaktik eine besorgniserregende Entwicklung: Russland setzt vermehrt Kamikaze-Drohnen ein, um gezielt Tankstellen in der Stadt zu treffen. Bislang waren solche Angriffe vor allem aus frontnahen Gebieten bekannt.
Darüber hinaus wurden Lagerhallen in Gostomel, nördlich von Kyiv, attackiert. Russische Stellen behaupteten, es handele sich um Lager für Bauteile ukrainischer Drohnen. Die Ukraine dementierte dies. Aufnahmen zeigen ein massives Feuer mit Folgedetonationen – ein Hinweis, der auf gelagerte Munition oder Sprengstoff hindeuten könnte, wenngleich dies nicht zweifelsfrei belegt ist.
Ukraine schlägt zurück: Angriffe tief im russischen Hinterland
Auch die Ukraine intensiviert ihre Gegenangriffe auf russisches Territorium. Zu den jüngsten Zielen zählen:
- Eine Raffinerie in der Region um Saratow, rund 750 Kilometer südöstlich von Moskau
- Logistikzentren des russischen Onlinehändlers Ozon, die bereits mehrfach ins Visier gerieten
- Weitere Infrastruktureinrichtungen im russischen Hinterland
Die Angriffe zielen darauf ab, die russische Wirtschaft und Versorgungslogistik zu schwächen. Doch auch die Ukraine zahlt einen hohen Preis: Die anhaltenden russischen Attacken auf ukrainische Wirtschaftsinfrastruktur treffen das Land empfindlich – Steuereinnahmen sinken, die Abhängigkeit von westlicher Unterstützung wächst.
Haushaltsloch von 23 Milliarden Euro: Deutschland in der Pflicht
Die wirtschaftliche Lage der Ukraine spitzt sich zu. Für das kommende Jahr klafft ein zusätzliches Haushaltsloch von rund 23 Milliarden Euro. Diese Summe lässt sich aus eigenen Mitteln nicht schließen – zu stark hat der Krieg die ukrainische Wirtschaft geschwächt.
Als wichtigster westeuropäischer Partner der Ukraine steht dabei Deutschland erneut im Fokus. Berlin wird voraussichtlich erneut aufgefordert, einen erheblichen Beitrag zur Finanzierung des ukrainischen Staatshaushalts zu leisten, damit Kyiv den Krieg gegen Russland weiterführen kann.
Die Eskalation des Krieges der Städte macht deutlich: Dieser Konflikt wird immer teurer – für die Ukraine, für Russland und für die westlichen Unterstützerstaaten. Solange kein Waffenstillstand in Sicht ist, dürfte der Druck auf Deutschland und andere NATO-Partner weiter zunehmen, militärische wie finanzielle Hilfe in bisher ungekanntem Ausmaß bereitzustellen.
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