Dieses Video wurde am 14.09.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Russland betreibt Desinformation als systematische außenpolitische Strategie – mit dem Ziel, demokratische Gesellschaften von innen zu destabilisieren. Von täuschend echten Deepfakes über gefälschte Nachrichtenportale bis hin zu koordinierten Schmutzkampagnen gegen Politikerinnen und Politiker: Die Methoden sind vielfältig, die Absicht dahinter klar. Das Vertrauen der Bevölkerung in Staat und Gesellschaft soll gezielt untergraben werden, um Menschen empfänglich für extremistische Positionen zu machen.
Desinformation als Waffe der hybriden Kriegsführung
Was lange als Randphänomen galt, ist längst ein zentrales Instrument russischer Außenpolitik. Andreas Groll, Leiter des RTL- und NTV-Verifizierungsteams, beschäftigt sich seit zehn Jahren mit den Gefahren von Falschinformationen. Er unterscheidet zwischen technisch aufwendigen Methoden wie Deepfakes und den weitaus häufigeren, niedrigschwelligen Formen: Lügen, Halbwahrheiten und aus dem Kontext gerissene Informationen.
Deepfakes – also KI-generierte Videos oder Bilder, in denen Gesichter ausgetauscht werden – sind ein wachsendes Werkzeug der Manipulation. Doch die Masse der Desinformation besteht aus einfacheren Mitteln, die dennoch große Wirkung entfalten können.
Tobias Schmidt, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, benennt das Grundproblem: Desinformation missbrauche das Recht auf freie Meinungsäußerung – ein Grundpfeiler der Demokratie. „Den Unsinn zu benutzen, um genau diese Freiheit zu zerstören, ist etwas, worauf ein demokratischer Staat nur sehr schwer reagieren kann”, so Schmidt. Er bezeichnet Desinformation als eine der größten gesellschaftlichen Gefahren der Gegenwart.
Gezielte Kampagnen gegen politische Akteure
Besonders deutlich werden die Methoden an konkreten Beispielen aus Deutschland. Im Vorfeld einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wurde ein Linkenpolitiker Opfer einer gezielten Verleumdungskampagne: Ihm wurde fälschlicherweise vorgeworfen, ein gewalttätiger Straftäter zu sein und an dubiosen Veranstaltungen teilzunehmen. Ziel war es, ihn in der Öffentlichkeit als unwählbar erscheinen zu lassen.
Typische Instrumente solcher Kampagnen umfassen:
- Gefälschte Nachrichtenwebsites, die seriösen Medien täuschend ähnlich sehen
- Verleumdung einzelner Politikerinnen und Politiker mit erfundenen Vorwürfen
- Koordinierte Aktionen im analogen Raum, die politischen Parteien angelastet werden sollen
- Gezielte Streuung von Halbwahrheiten in sozialen Netzwerken
Ein weiteres Beispiel zeigt, wie weit die Operationen in den Alltag reichen: In Baden-Württemberg wurden Autos mit Bauschaum in den Auspuffen präpariert und mit Aufklebern versehen, die auf die Grünen hindeuteten. Die Aktion sollte eine Protestwelle gegen den Verbrennungsmotor vortäuschen und die Partei diskreditieren – tatsächlich stammte sie aus dem Umfeld russischer Einflussoperationen.
Die „Social Design Agency” – Russlands Desinformationsfabrik
Hinter den Kampagnen steckt keine spontane Aktivität, sondern ein strukturierter Apparat. Russland betreibt sogenannte Social Design Agencies – Einrichtungen, die systematisch beobachten, welche gesellschaftlichen Debatten in Zielländern geführt werden, und darauf zugeschnittene Falschinformationen produzieren.
Diese Agenturen analysieren kontinuierlich das politische Klima, aktuelle Konfliktthemen und gesellschaftliche Spannungen in Ländern wie Deutschland. Das Ergebnis ist passgenau aufbereitete Desinformation, die in bestehende Unsicherheiten und Diskussionen eingespeist wird.
Das übergeordnete Ziel besteht nicht darin, eine bestimmte Partei zu stärken, sondern das generelle Vertrauen der Bevölkerung in staatliche Institutionen und demokratische Prozesse zu erschüttern. Wer dem Staat misstraut, wird anfälliger für extremistische Narrative.
Wie man sich gegen Falschinformationen schützt
So besorgniserregend die Lage ist – der Manipulation ist niemand schutzlos ausgeliefert. Medienkompetenz und kritisches Denken sind wirksame Gegenmaßnahmen. Grundlegende Fragen helfen bereits beim ersten Kontakt mit verdächtigen Inhalten: Ist diese Information plausibel? Wer hat Interesse daran, sie zu verbreiten? Gibt es seriöse Quellen, die sie bestätigen?
Professionelle Faktenchecks und Verifizierungsteams wie das von RTL und NTV leisten einen wichtigen Beitrag, Falschinformationen zu identifizieren und zu entkräften. Doch letztlich liegt ein wesentlicher Teil der Verantwortung bei jeder Einzelperson: Inhalte vor dem Teilen zu hinterfragen ist eine der wirkungsvollsten Maßnahmen gegen die Verbreitung von Desinformation.
Angesichts der zunehmenden technischen Möglichkeiten – insbesondere durch Künstliche Intelligenz – dürfte die Qualität und Reichweite von Desinformationskampagnen in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Der gesellschaftliche Umgang damit wird zu einer der zentralen demokratischen Herausforderungen unserer Zeit.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (ntv Nachrichten). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.


