Dieses Video wurde am 14.09.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
An Bord der Air Force One stellte sich US-Präsident Donald Trump einer Runde von Journalistenfragen und äußerte sich dabei zu einem breiten Themenspektrum: von chinesischer Spionage über das angespannte Verhältnis zu Kanada bis hin zur militärischen Zukunft von Laserwaffen. Die Pressekonferenz in der Luft zeigte einmal mehr Trumps unverblümten Kommunikationsstil.
China spioniert – und die USA spionieren zurück
Eines der zentralen Themen an Bord war die chinesische Spionage. Reporter konfrontierten Trump mit Berichten, wonach chinesische Stellen Satellitenbilder von US-amerikanischen Luftwaffenstützpunkten an den Iran weitergegeben haben sollen.
Trump bestätigte die Grundaussage, relativierte sie jedoch in seiner typischen Manier. China spioniere die USA aus – das sei eine Tatsache. Gleichzeitig betonte er aber, dass die Vereinigten Staaten ebenfalls Geheimdienstoperationen gegen China durchführten. „Da haben sie recht. Und wir spionieren sie auch aus”, sagte Trump vor den mitreisenden Journalisten.
Diese gegenseitige Geheimdienstaktivität zwischen den beiden Großmächten ist seit Jahren ein zentrales Spannungsfeld in den US-chinesischen Beziehungen. Die mutmaßliche Weitergabe sensibler Bilddaten an den Iran würde jedoch eine neue Qualität der Zusammenarbeit zwischen Peking und Teheran darstellen.
Kanada: „Das schwierigste Land im Umgang”
Ein weiteres brisantes Thema war das Verhältnis der USA zu Kanada. Trump hatte den nördlichen Nachbarn in den Wochen zuvor wiederholt scharf kritisiert – nun präzisierte er seine Aussagen auf Nachfrage der Reporter.
Auf die Frage, ob er Kanada tatsächlich für gefährlicher halte als Russland oder China, korrigierte Trump den Begriff: Er habe nicht „gefährlicher”, sondern „schwieriger im Umgang” gesagt. Dennoch ließ er keinen Zweifel an seiner Einschätzung:
- Kanada sei das „schlimmste Land, mit dem man zu tun hat”
- Das Verhältnis sei „wirklich das schwierigste” unter allen US-Handelspartnern
- Trump hatte Kanada zuvor wiederholt mit Zöllen und wirtschaftlichem Druck konfrontiert
Die Äußerungen dürften die ohnehin angespannten bilateralen Beziehungen zwischen Washington und Ottawa weiter belasten. Kanada ist einer der engsten Verbündeten und wichtigsten Handelspartner der Vereinigten Staaten.
Laserwaffen als Zukunft der US-Verteidigung
Auf Fragen zur militärischen Technologie sprach Trump ausführlich über Laserwaffen als künftiges Verteidigungssystem. Er bezeichnete die Technologie als „große Sache” und hob vor allem den wirtschaftlichen Vorteil hervor: Laser seien deutlich kostengünstiger als der Einsatz von Patriot-Raketen.
Trump räumte ein, dass die Technologie noch nicht ausgereift sei – insbesondere fehle es noch an der nötigen Reichweite. Er zeigte sich jedoch überzeugt, dass sich das in absehbarer Zeit ändern werde. Dabei verwies er auf seinen Onkel, der am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) tätig gewesen sei und bereits vor Jahrzehnten an Laserforschung gearbeitet habe.
„Dieser Laser wird die Zukunft sein”, so Trump. Die USA investieren tatsächlich seit Jahren in laserbasierte Waffensysteme, die unter anderem zur Drohnenabwehr und zum Schutz von Militärstützpunkten eingesetzt werden sollen – als günstigere Alternative zu konventionellen Abwehrraketen.
Einordnung: Pressearbeit im Flug
Die Befragung an Bord der Air Force One ist eine traditionsreiche Form der Präsidentenkommunikation. Mitreisende Journalisten nutzen die Zeit in der Luft, um den US-Präsidenten direkt und ohne vorbereitete Statements zu befragen. Trump zeigte sich bei dieser Gelegenheit in entspannter Stimmung – er lobte die an Bord gespielte Musik, erwähnte Dolly Parton und Elton John, und lud die Reporter ein, den Abend zu genießen.
Inhaltlich jedoch lieferte die Gesprächsrunde relevante Einblicke in Trumps außenpolitische Haltung: ein pragmatisches Verhältnis zu Geheimdienstaktivitäten, eine anhaltend kritische Sicht auf Kanada und eine klare Begeisterung für neue Militärtechnologien. Wie sich diese Positionen in konkrete Politik übersetzen, bleibt in den kommenden Wochen zu beobachten.
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