Dieses Video wurde am 14.09.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
US-Präsident Donald Trump hat beim Abschluss seines Irlandbesuchs angekündigt, die Zölle auf irischen Whiskey abzuschaffen. Auf einem Golfturnier, das auf einer seiner Familienanlagen ausgetragen wurde, gab Trump nach eigenen Angaben dem anhaltenden Drängen irischer Gesprächspartner nach. Die bisherigen 10 Prozent Zölle sollen damit künftig entfallen – eine willkommene Nachricht für die irische Whiskey-Industrie und deren Exportgeschäft in die USA. In einem anderen Politikfeld zeigt sich Trump jedoch deutlich unnachgiebiger: beim Thema Leitzinsen.
Jubel auf dem Golfplatz: Zölle auf Whiskey fallen
Der Besuch auf irischem Boden verlief für Trump ungewöhnlich harmonisch. Wer ihn gebeten habe, die Zölle auf irischen Whiskey aufzuheben, habe ihn „ständig genervt” – so Trump selbst. Am Ende zeigte er sich milde gestimmt und gab dem Wunsch nach. Die Ankündigung fiel passenderweise bei einem Golfturnier auf einem Trump-eigenen Anwesen in Irland, wo er sich vom irischen Publikum feiern ließ.
Konkret bedeutet die Entscheidung: Der bislang geltende Importzoll von 10 Prozent auf irischen Whiskey wird gestrichen. Für die irische Spirituosenindustrie, die den US-Markt als einen ihrer wichtigsten Absatzmärkte betrachtet, ist das ein spürbarer wirtschaftlicher Vorteil.
Harter Kurs bei den Leitzinsen
Beim Thema Zinspolitik dagegen zeigt Trump keinerlei Entgegenkommen. Er ist der Überzeugung, die USA sollten aufgrund ihrer wirtschaftlichen Stärke die niedrigsten Zinsen weltweit zahlen. Um dieses Ziel durchzusetzen, greift er zu ungewöhnlichen Drohungen:
- Trump drohte via seinem sozialen Netzwerk Truth Social, den Handel mit Ländern abzubrechen, gegenüber denen die USA ein Handelsdefizit aufweisen.
- Als Bedingung formulierte er: „Senkt die Zinsen – oder ich breche den Handel ab.”
- Vor Journalisten wiederholte er diese Drohung zuletzt erneut.
Das Problem: Über die Leitzinsen kann Trump nicht eigenständig entscheiden. Diese Kompetenz liegt allein bei der unabhängigen US-Notenbank Fed.
Fed-Chef Wash hält an höheren Zinsen fest
Der von Trump selbst ernannte Fed-Vorsitzende Kevin Wash sieht derzeit keinen Spielraum für Zinssenkungen. Der Grund: Die Inflation liegt mit 3,4 Prozent noch deutlich über dem Zielwert der Notenbank von 2 Prozent. Eine verfrühte Zinssenkung würde das Risiko bergen, den Preisauftrieb erneut anzufachen.
Am kommenden Mittwoch steht die nächste Zinsentscheidung der Fed an. Marktbeobachter erwarten keine Senkung. Trump dürfte den Druck auf die Notenbank dennoch aufrechterhalten – auch wenn seine Möglichkeiten, direkt einzugreifen, rechtlich stark begrenzt sind.
Einordnung: Selektive Kompromissbereitschaft
Das Bild, das Trump in diesen Tagen abgibt, ist zweigeteilt: Bei handelspolitischen Einzelfragen wie den Whiskey-Zöllen zeigt er sich verhandlungsbereit und reaktionsfähig – offenbar auch unter dem Einfluss persönlicher Begegnungen und öffentlichen Drucks. Bei strukturellen wirtschaftspolitischen Fragen wie der Geldpolitik hingegen bleibt er auf Konfrontationskurs, selbst gegenüber Institutionen, die er nicht direkt kontrollieren kann. Wie weit dieser Konflikt zwischen Weißem Haus und Fed eskaliert, wird die anstehende Zinsentscheidung zeigen.
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