Dieses Video wurde am 01.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Fast eine Woche nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya wächst das Ausmaß der Katastrophe in Nepal weiter. Mehr als 1.000 Todesopfer wurden bereits geborgen, während die Zahl der Vermissten auf über 5.000 Menschen gestiegen ist. Hunderte Arbeiter werden noch immer in den Tunnelsystemen von Wasserkraftanlagen vermutet. Rettungsteams kämpfen sich unter extremen Bedingungen durch Schlamm und Geröll – ein Wettlauf gegen die Zeit, den viele schon für verloren halten.
Retter in den Tunneln: Schlamm bis zu eineinhalb Meter tief
Per Hubschrauber wurden Einsatzkräfte direkt ins Katastrophengebiet abgesetzt, da die Zufahrtswege vollständig unterbrochen sind. Schweres Rettungsgerät kann den Kernbereich des Unglücksgebiets nicht erreichen. In den Tunneln der betroffenen Wasserkraftanlagen stehen meterhohes Wasser und bis zu eineinhalb Meter tiefer Schlamm, der jeden Schritt zur Tortur macht.
Die Retter rufen, benutzen Trillerpfeifen und klopfen gegen Rohre – bislang ohne Lebenszeichen. Inzwischen wurden erste Leichen im Tunnelsystem entdeckt. Ein Rettungsteam meldete, dass eine zweieinhalb Kilometer lange Durchsuchung von Tunnel Nummer 3 ohne Ergebnis blieb.
Wasserkraftanlagen im Zentrum der Tragödie
Die Flutwelle traf mehrere Wasserkraftanlagen entlang des Flusses Trischuli – teils in Betrieb, teils noch im Bau. Fast 900 Beschäftigte sind seit Tagen nicht erreichbar. Behörden und Angehörige klammern sich an die Hoffnung, dass einige von ihnen in Hohlräumen Zugang zu Sauerstoff finden konnten.
Unterstützung kommt auch aus dem Ausland: Ein chinesisches Rettungsteam ist ebenfalls im Einsatz und durchsucht die Tunnel am Fluss Trischuli. Die Teams arbeiten teils nur mit dem Handwerkzeug, das sie am Körper tragen – für mehr ist schlicht kein Platz in den engen, verschlammten Gängen.
Technologischer Einsatz: Drohnen mit Wärmebildkameras
Um die Suche zu unterstützen, setzen die Behörden auf moderne Technik. Drohnen mit Wärmebildkameras werden eingesetzt, um Körperwärme in unzugänglichen Bereichen aufzuspüren. Die Hoffnung ist, so noch Überlebende unter Trümmern oder in abgesperrten Tunnelabschnitten zu orten, bevor es zu spät ist.
- Über 1.000 Tote bislang offiziell bestätigt
- Mehr als 5.000 Personen werden vermisst
- Rund 900 Arbeiter in Wasserkraftanlagen nicht erreichbar
- Zufahrtswege ins Katastrophengebiet vollständig gesperrt
- Internationale Rettungsteams, u. a. aus China, im Einsatz
Wiederaufbau: Wie sicher kann Nepal neu bauen?
Während die Rettungsarbeiten noch andauern, stellen erste Experten bereits die Frage nach dem Danach. Sobald die unmittelbaren Folgen der Katastrophe bewältigt sind, steht Nepal vor einer gewaltigen Aufgabe: Häuser, Kraftwerke, Straßen, Schulen und Kliniken müssen wiederaufgebaut werden – und zwar so, dass sie denselben Risiken künftig besser standhalten.
Überirdisch zeigt sich ein katastrophales Bild: Trümmer, Geröll und trauernde Familien prägen das Bild in den betroffenen Regionen. Die Opferzahl steigt weiter stetig an. Die Katastrophe wirft grundlegende Fragen zur Infrastrukturplanung in einem der erdbeben- und überschwemmungsgefährdetsten Länder der Welt auf – und mahnt zu einem grundlegenden Umdenken beim Schutz von Mensch und Bauwerk im Himalaya.
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