Dieses Video wurde am 03.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Konjunkturprognose für Deutschland überraschend stark nach oben korrigiert. Für 2026 erwarten mehrere Institute ein BIP-Wachstum von bis zu 1,4 Prozent – das wäre das stärkste Wachstum seit 2022. Als Haupttreiber gilt die widerstandsfähige deutsche Industrie, die trotz erheblicher Belastungen durch gestiegene Energiepreise und geopolitische Unsicherheiten deutlich besser abschnitt als erwartet. Auch staatliche Investitionsimpulse und steigende Auftragseingänge sorgen für Rückenwind.
Institute heben Wachstumsprognose deutlich an
Das Münchner ifo Institut und das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) sind am optimistischsten und rechnen für 2026 jeweils mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,4 Prozent – 0,6 Prozentpunkte mehr als noch zuletzt prognostiziert. Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) Kiel erhöhte seine Wachstumserwartung von 0,8 auf 1,3 Prozent, ebenso das RWI aus Essen. Das Berliner DIW hatte seine Prognose bereits einen Tag zuvor auf 1,2 Prozent mehr als verdoppelt.
Am 24. September werden die Institute der Bundesregierung ihr gemeinsames Herbstgutachten vorlegen. Für 2027 geht das ifo Institut ebenfalls von einem BIP-Wachstum von 1,2 Prozent aus – besser als bislang erwartet.
Resilienz der Industrie als zentraler Treiber
ifo-Konjunkturchef Professor Timo Wollmershäuser erklärt die positive Revision vor allem mit der Stärke der deutschen Industrie im ersten Halbjahr. Trotz eines erheblichen Energiepreisschocks infolge des Irankonflikts – der Rohöl- und Gaspreise in die Höhe trieb und die Straße von Hormus zeitweise blockierte – habe die Industrie ihre Wertschöpfung und ihre Exporte kräftig ausgeweitet.
- Keine nennenswerten Bremsspuren durch den Energiepreisschock in der Industrie
- Kontinuierlich steigende Auftragseingänge seit Jahresbeginn
- Deutlich verbesserte Unternehmensstimmung mit optimistischem Ausblick
- Staatliche Impulse, die Industrie und Bauwirtschaft gleichermaßen stützen
„Wir sind zumindest in einer Erholungsphase und können sagen, dass wir den Tiefpunkt der Krise hinter uns gelassen haben”, so Wollmershäuser. Die positiven Impulse überkompensierten derzeit selbst Belastungen wie das Niedrigwasser am Rhein und erneut steigende Energiepreise.
Inflation bleibt ein zentrales Risiko
Trotz der verbesserten Wachstumsaussichten warnt Wollmershäuser vor anhaltend hoher Inflation. Diese werde in den kommenden Monaten bei rund 3 Prozent verharren und zu Jahresbeginn sogar darüber steigen. Gründe dafür sind:
- Kräftige Preiserhöhungen von Strom- und Gasversorgern im Januar
- Steigende CO₂-Preise zu Beginn des Folgejahres
- Erhöhung der Tabaksteuer
- Anhaltend hohe Rohstoffpreise durch den ungelösten Irankonflikt
Besonders der Bereich der konsumnahen Dienstleister und der Handel litten unter der hohen Inflation, da sie die Kaufkraft der privaten Haushalte direkt belaste.
Automarkt boomt – Elektroautos mit Rekordanteil
Auch der deutsche Automarkt sendet positive Signale: Im August stiegen die PKW-Neuzulassungen laut Kraftfahrt-Bundesamt um 2,6 Prozent. Das Wachstum wurde ausschließlich von Privatpersonen getragen, deren Neuzulassungen um fast 17 Prozent zulegten. Besonders stark war die Nachfrage nach Elektroautos: Die Neuzulassungen reiner E-Fahrzeuge schnellten um 75 Prozent in die Höhe und erreichten einen Marktanteil von 32 Prozent. Treiber waren steigende Spritpreise und zunehmend erschwingliche Modelle. Im Gegenzug brach die Nachfrage nach Benzinern um fast 38 Prozent ein, Diesel-PKW verzeichneten ein Minus von gut 17 Prozent.
Die verbesserte Konjunkturprognose gibt Anlass zur Hoffnung, dass der wirtschaftliche Tiefpunkt tatsächlich überwunden ist. Entscheidend wird sein, ob die Energiepreise sich stabilisieren und die Inflation nachlässt – nur dann kann sich der private Konsum erholen und die Erholung auf eine breitere Basis gestellt werden.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.


