Dieses Video wurde am 03.09.2026 von NIUS auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Spritpreise in Deutschland haben im September 2026 einen historischen Höchststand erreicht. An Autobahntankstellen werden für einen Liter Super E5 bis zu 2,75 Euro fällig, E10 kostet rund 2,42 Euro und Diesel über 2,50 Euro. Damit ist Benzin so teuer wie nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik. Während Pendler, Spediteure und Handwerksbetriebe unter der Last stöhnen, bleibt eine klare Reaktion der Bundesregierung aus.
Benzinpreis explodiert: Was Autofahrer jetzt zahlen
Aktuelle Erhebungen aus Berlin zeigen, was Autofahrer an städtischen Tankstellen berappen müssen: Super E5 kostet durchschnittlich 2,475 Euro pro Liter, E10 liegt bei 2,417 Euro, Diesel bei 2,501 Euro. An Autobahnraststätten werden sogar Preise jenseits der 2,70-Euro-Marke aufgerufen.
Zum Vergleich: Im Nachbarland Polen kostet ein Liter E10 an der Grenze rund 1,70 Euro, im Landesinneren sogar nur etwa 1,50 Euro – bei identischem Weltmarktölpreis. Der Unterschied erklärt sich fast vollständig durch die unterschiedliche Steuerlast.
Ohne Mineralölsteuer, CO2-Abgabe und Mehrwertsteuer läge der Literpreis für E10 in Deutschland rechnerisch bei rund 1,40 Euro. Mehr als die Hälfte des Preises an der Zapfsäule fließt also direkt an den Staat – wobei auf die CO2-Abgabe zusätzlich noch einmal die Mehrwertsteuer erhoben wird, eine faktische Doppelbesteuerung.
Steuer- und Abgabenlast als Hauptpreistreiber
Die Zusammensetzung des Spritpreises zeigt, wo der größte Hebel liegt:
- Mineralölsteuer: fixer Anteil je Liter, unabhängig vom Ölpreis
- CO2-Abgabe: steigt jährlich und macht Kraftstoff systematisch teurer
- Mehrwertsteuer (19 %): wird auch auf CO2-Abgabe und Mineralölsteuer erhoben
- Rohölpreis: durch den anhaltenden Konflikt um die Straße von Hormus erhöht
Polen hatte zeitweise die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe von 23 auf 8 Prozent gesenkt – ein Instrument, das auch in Deutschland prinzipiell zur Verfügung stünde. Forderungen, die CO2-Abgabe auszusetzen oder die Mineralölsteuer temporär zu reduzieren, wurden von der Bundesregierung bislang mit Verweis auf die angespannte Haushaltslage abgelehnt.
Wirtschaft und Pendler unter Druck
Die Folgen des historischen Benzinpreises sind bereits in der Breite der Volkswirtschaft spürbar. Spediteure und Fuhrunternehmen kämpfen angesichts explodierender Dieselkosten gegen drohende Insolvenzen. Handwerksbetriebe, die täglich weite Strecken zurücklegen müssen, geben die Mehrkosten zunehmend an Kunden weiter.
Auch Pendler, die auf das Auto angewiesen sind, spüren die Belastung im Monatsbudget deutlich. Die Kraftstoffkosten haben sich in vielen Haushalten zu einer Art „Zweitmiete” entwickelt. Konsumforscher beobachten, dass Einkäufe kleiner ausfallen und größere Anschaffungen aufgeschoben werden.
Da Transport und Logistik nahezu alle Wirtschaftsbereiche durchdringen, schlagen die hohen Energiekosten auf das allgemeine Preisniveau durch und befeuern die Inflation zusätzlich.
Politische Debatte: Forderungen nach Steuersenkung wachsen
Im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt hat der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund das Thema prominent aufgegriffen. Er wies auf den krassen Preisunterschied zu Polen hin und forderte eine spürbare Senkung der Steuer- und Abgabenlast auf Kraftstoff. Aus anderen politischen Lagern blieb eine vergleichbare Initiative bislang aus.
Kritiker sehen in dem Schweigen der Bundesregierung ein strukturelles Problem: Je höher der Rohölpreis und je höher der Endpreis, desto mehr nimmt der Staat über die prozentuale Mehrwertsteuer automatisch ein. Ein finanzielles Interesse an sinkenden Preisen besteht damit kaum. Solange eine politische Kurskorrektur ausbleibt, dürften die Belastungen für Autofahrer, Unternehmen und Verbraucher auf absehbare Zeit hoch bleiben.
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