Verbrenner-Aus: TU-München-Chef warnt vor Irrweg

Date:

Dieses Video wurde am 02.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Das geplante Verbrenner-Aus der Europäischen Union steht unter wachsendem Druck. Thomas Hofmann, Präsident der Technischen Universität München (TUM), plädiert auf Basis einer neuen TUM-Studie für einen grundlegend anderen Ansatz in der europäischen Klimapolitik im Automobilsektor. Sein Kernargument: Wer den CO2-Ausstoß nur am Auspuff misst, greift zu kurz – und riskiert, die eigentlichen Klimaziele zu verfehlen.

Das Problem mit der Auspuff-Messung

Die EU-Regulierung im Automobilbereich konzentriert sich bislang auf den sogenannten Tailpipe-Ausstoß – also den CO2-Wert, der direkt am Auspuff gemessen wird. Elektrofahrzeuge schneiden dabei per Definition mit null Emissionen ab. Doch diese Sichtweise ignoriert laut Hofmann den vollständigen CO2-Fußabdruck eines Fahrzeugs über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg.

Produktion, Batterieherstellung, die Herkunft des Stroms und schließlich die Entsorgung oder das Recycling – all das fließt in den sogenannten CO2-Rucksack eines PKW ein. Wer diese Faktoren außer Acht lässt, bekommt kein realistisches Bild der tatsächlichen Klimawirkung eines Fahrzeugs.

Die TUM-Studie wurde laut Hofmann bewusst im Vorfeld des europäischen Automotive Package veröffentlicht, das Ende des Jahres beschlossen werden soll – und das bislang ebenfalls allein auf den Auspuffwert als Kennzahl setzt.

EU-Klimaziel droht massiv verfehlt zu werden

Die Zahlen sind deutlich: Die EU hat sich vorgenommen, bis 2030 insgesamt 188 Millionen Tonnen CO2 im Automobilsektor einzusparen. Nach aktuellem Stand wird dieses Ziel um rund 100 Millionen Tonnen verfehlt werden – also um mehr als die Hälfte.

Hofmann sieht die Ursache darin, dass die Politik zu sehr auf den Antriebsstrang fokussiert ist. Um die Lücke zu schließen, müssten seiner Ansicht nach andere Hebel genutzt werden:

  • Neue Batterietechnologien mit geringerem CO2-Aufwand in der Produktion
  • Alternative Antriebstechnologien jenseits des reinen Elektroantriebs
  • Einsatz von grünem Stahl in der Fahrzeugproduktion
  • Konsequente Rezyklisierung von Materialien und Rohstoffen
  • Sicherung kritischer Rohstoffe innerhalb Europas zur Reduzierung geopolitischer Abhängigkeiten

Besonders das Thema Rohstoffversorgung gewinnt dabei eine doppelte Bedeutung: Es ist nicht nur eine Klimafrage, sondern auch eine Frage der technologischen Souveränität Europas.

Technologieoffenheit statt Verbrenner-Verdikt

Auf die Frage, ob der bayerische Ministerpräsident Markus Söder mit seiner Forderung nach einem Ende des Verbrenner-Aus-Beschlusses richtig liege, antwortet Hofmann differenziert. Es gehe nicht darum, eine Technologie zugunsten einer anderen auszuschließen. Stattdessen plädiert er für umfassende Technologieoffenheit – und zwar nicht nur beim Antriebsstrang, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Nur so, argumentiert Hofmann, ließen sich Startups und Forschungseinrichtungen in Europa halten und motivieren, in neue Lösungen zu investieren. Eine Regulatorik, die ausschließlich das batterieelektrische Fahren begünstigt, schließe Innovationspotenziale aus, die dringend gebraucht werden.

Weniger Autos – eine realistische Option?

Kritiker könnten einwenden, dass die eigentliche Lösung schlicht weniger Autos wären. Hofmann räumt ein, dass diese Forderung einen Realitätsblick erfordert. Angesichts der aktuellen Schwächen im deutschen Bahnverkehr, im Binnenschifffahrtsbereich und im öffentlichen Nah- und Fernverkehr sei eine deutliche Reduktion der PKW-Nutzung kurzfristig nicht realistisch.

Die Mobilität werde in absehbarer Zeit nicht abnehmen – auch wenn sie sich durch smarte, digital unterstützte Konzepte wandeln werde. Umso wichtiger sei es, dass PKWs so klimaschonend wie möglich werden – durch ein breites Technologiespektrum, das die gesamte Wertschöpfungskette einbezieht.

Die Debatte um das Verbrenner-Aus zeigt: Europa steht vor einer grundlegenden Weichenstellung. Ob die EU ihr Automotive Package entsprechend anpassen wird, dürfte zu einer der zentralen industriepolitischen Entscheidungen der kommenden Monate werden.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here

xxx

Popular

Ähnliche Beiträge
Related

CO₂-Studie der TU München: E-Auto vs. Verbrenner

Eine neue CO₂-Studie der TU München stellt die EU-Klimaregulierung für Autos infrage – und steht im Verdacht, Lobbyzwecken von BMW zu dienen.

Verbrenner-Aus: TUM-Studie erschüttert EU-Klimapolitik

Eine Studie der TU München stellt die Berechnungsgrundlage der EU beim Verbrenner-Aus infrage. E-Autos können im schlechtesten Fall 41 % mehr CO₂ ausstoßen.

TU-München-Studie: E-Autos ineffizient bei CO₂-Einsparung

Eine TU-München-Studie zeigt: Die E-Auto CO₂-Einsparung beträgt nur 41 % gegenüber Verbrennern – und ist zehnmal teurer als andere Klimamaßnahmen.

Klimabilanz von E-Autos: Neue TU-Studie entfacht Streit

Eine neue Studie der TU München stellt die Klimabilanz von E-Autos infrage und befeuert die Debatte um das EU-Verbrenner-Aus. Was die Forscher herausgefunden haben.