Dieses Video wurde am 12.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Vor der Küste der norditalienischen Stadt Genua hat sich eine beeindruckende Wasserhose über das Mittelmeer bewegt. Das Naturschauspiel sorgte für spektakuläre Bilder und zog dicht an mehreren Booten vorbei, ohne dass es zu Verletzungen oder größeren Schäden kam. Der Wirbelsturm löste sich schließlich auf, bevor er die Küste erreichen konnte.
Wasserhose Genua: Ablauf des Naturphänomens
Das Ereignis spielte sich im Nordwesten Italiens ab, in unmittelbarer Nähe zur Hafenstadt Genua. Eine Wasserhose – ein über Gewässern auftretender Wirbelsturm – bildete sich auf dem offenen Meer und zog in Küstenrichtung.
Mehrere Boote gerieten in die Nähe des Phänomens, blieben jedoch verschont. Die rotierende Wassersäule erreichte die Küstenlinie nicht und löste sich kurz darauf wieder auf. Verletzte gab es keine.
Wasserhosen entstehen häufig bei instabiler Wetterlage über wärmeren Meeresabschnitten. Im Mittelmeerraum treten sie besonders im Herbst auf, wenn warme Meeresoberflächen auf kältere Luftmassen treffen.
Was ist eine Wasserhose?
Eine Wasserhose, auch Marine-Tornado genannt, ist meteorologisch eng mit dem Landsturm verwandt. Sie entsteht, wenn ein rotierender Luftwirbel die Wasseroberfläche berührt und eine sichtbare Säule aus Wassertröpfchen und Gischt aufsteigt.
Im Vergleich zu klassischen Tornados sind Wasserhosen in der Regel weniger intensiv, können jedoch für Boote und Schiffe eine ernsthafte Gefahr darstellen. Typische Merkmale sind:
- Sichtbare, rotierende Wassersäule zwischen Wolkenbasis und Meeresoberfläche
- Entstehung bei hoher Luftfeuchtigkeit und thermischer Instabilität
- Oft kurze Lebensdauer von wenigen Minuten bis zu einer halben Stunde
- Besondere Häufigkeit im Mittelmeer während der Herbstmonate
Das Ligurische Meer vor Genua gilt aufgrund seiner geografischen Lage und der typischen Wettermuster als vergleichsweise aktive Zone für solche Wetterphänomene.
Weiterer Sturm für die Region angekündigt
Auch in den Folgetagen bleibt die Wetterlage in der Region angespannt. Für den Raum Genua wird erneut starker Wind erwartet, was Behörden und Bevölkerung zur Vorsicht mahnt.
Besonders Bootsführer und Küstenanwohner sind aufgefordert, aktuelle Wetterwarnungen zu verfolgen und unnötige Ausfahrten auf das Meer zu vermeiden. Nordwestitalien ist in der Vergangenheit wiederholt von heftigen Herbststürmen betroffen worden.
Die spektakulären Aufnahmen der Wasserhose vor Genua erinnern daran, wie eindrucksvoll und gleichzeitig unberechenbar Naturphänomene im Mittelmeerraum sein können – selbst wenn sie, wie in diesem Fall, glimpflich ausgehen.
Einordnung: Mittelmeer als Hotspot für Wetterextreme
Das Mittelmeer entwickelt sich im Zuge des Klimawandels zunehmend zu einem Brennpunkt für extreme Wetterereignisse. Steigende Meerestemperaturen begünstigen die Entstehung von Tiefdrucksystemen und Wirbelstürmen, die Wissenschaftler teils als „Medicanes” – mediterrane Hurrikane – bezeichnen.
Wasserhosen wie die vor Genua sind dabei ein sichtbares Zeichen atmosphärischer Energie, die sich über dem Meer entlädt. Obwohl das aktuelle Ereignis ohne Schäden verlief, unterstreicht es die Notwendigkeit eines gut ausgebauten Frühwarnsystems und einer konsequenten Wetterbeobachtung entlang der europäischen Mittelmeerküsten.
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