Dieses Video wurde am 27.04.2026 von WDR auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Als Lara und Christian Mörsch ihr Haus in der Nähe von Zülpich kauften, ahnten sie, dass eine Menge Arbeit auf sie zukommen würde. Dass sie es dabei mit einer der ungewöhnlichsten Altlasten zu tun bekommen würden, die ein Altbau bereithalten kann, hatten sie nicht erwartet: Im Keller, auf dem Dachboden und in der Garage lagerten rund 13.000 volle Bierflaschen des verstorbenen Vorbesitzers Heinz Büttgen. Die Biersammlung aus über 36 Jahren Sammelleidenschaft stellte das Paar vor ein logistisches und emotionales Dilemma – mit kuriosem Ausgang.
Eine Biersammlung als Lebenswerk
Heinz Büttgen begann seine Sammlung mit einer einzigen Flasche, die er im Urlaub mitgebracht hatte. Was harmlos anfing, wuchs über Jahrzehnte zu einem beeindruckenden Archiv internationaler Bierkultur. Die Sammlung umfasst Flaschen aus aller Welt: Indien, Guatemala, England, Belgien und viele weitere Länder sind vertreten.
Büttgens Frau Ute führte die ersten Jahre ein akribisches Bierverzeichnis, das sich wie ein Atlas liest. Freunde, die im Urlaub waren, brachten neue Exemplare mit; später wurde auch online bestellt. Die älteste gefundene Flasche trägt ein Ablaufdatum aus dem Jahr 1974 – fast alle Flaschen sind inzwischen abgelaufen. Für Laras Vater Gregor, der Büttgen kannte, ist die Sammlung vor allem ein Zeugnis einer außergewöhnlichen Lebensgeschichte: „Es war ihre Lebensaufgabe, denke ich mal.”
Das Problem: Renovierung auf Zeit
Für Lara und Christian ist die Biersammlung mehr als eine Kuriosität – sie ist ein ernstes Hindernis. Das Haus soll innerhalb von drei Monaten komplett saniert werden, weil die Wohnung des Paares bereits gekündigt ist. Keller, Dachboden und Garage sind vollständig mit Flaschen belegt; ohne deren Entfernung ist an Handwerksarbeiten nicht zu denken.
Die Entsorgung ist komplizierter als gedacht. Bier darf rechtlich nur bis zu 100 Liter direkt in den Abfluss geschüttet werden, ansonsten gilt es als Gewässerverschmutzung. Einen Glascontainer aufzustellen lehnten Lara und Christian ab – ihr Wunsch war, dass die Sammlung möglichst vollständig erhalten bleibt und einen würdigen neuen Platz findet.
- Rund 13.000 volle Flaschen aus über 36 Jahren Sammeltätigkeit
- Herkunftsländer auf allen Kontinenten, darunter Belgien, Indien und Guatemala
- Älteste Flasche: Ablaufdatum 1974
- Gesetzliche Grenze für Bierentsorgung im Abfluss: 100 Liter
- Zeitdruck: Einzug mit Töchtern geplant binnen elf Wochen
Biersommeliers, Sammler und ein Brauhaus
Ein WDR-Bericht über die Situation löste eine Welle der Resonanz aus: Fast 100 Medien, Sammler und Interessierte aus ganz Deutschland meldeten sich. Doch die Ernüchterung folgte schnell – ein Kronkorkensammler nahm nur einen Bruchteil mit, und bei 13.000 Flaschen fiel das kaum ins Gewicht.
Den bisher emotionalsten Besuch statteten Anna und Olli Betto ab, Brauer und Biersommeliers aus Tuttlingen. Über fünf Stunden fuhren sie an, um die Sammlung zu sichten. Besonders aufgeregt waren sie über Flaschen der belgischen Kultbrauerei Cantillon aus Brüssel sowie über ein 30 Jahre altes Himbeerbier, das Anna spontan verkostete – und für überraschend frisch befand. Lara, die mutig mitprobierte, war erleichtert: „Das ist nicht so schlimm wie ich es mir vorgestellt habe.” Die beiden Bierspezialisten packten am Ende rund 1.500 Flaschen ein, um sie wissenschaftlich zu analysieren.
Den entscheidenden Durchbruch brachte schließlich ein Essener Brauhaus, das versprach, alle verbliebenen Flaschen für die Wanddekoration abzuholen. Nach einigen dramatischen Momenten – zu wenig Kisten, ein zweiter LKW auf den letzten Drücker, und eine nachträgliche Fehlplanung über 7.000 zu viele Flaschen – nahm das Brauhaus am Ende alle 10.000 verbleibenden Exemplare mit.
Erleichterung und ein Denkmal für Heinz Büttgen
Nach sechs Stunden intensiver Arbeit war das Haus leer. „Pure Erleichterung”, fasste Lara den Moment zusammen. Ihr Mann Christian freute sich über den zurückgewonnenen Platz – und über das Gewicht, das buchstäblich vom Haus genommen wurde.
Trotz allem bleibt die Erinnerung an den Sammler lebendig. Eine Ehrenwand im neuen Zuhause soll an Heinz Büttgen erinnern: Ausgewählte Flaschen und Zeitungsartikel werden dort einen Platz bekommen. So endet die Geschichte der außergewöhnlichen Biersammlung nicht im Pfandautomaten, sondern als kleines, bleibendes Denkmal für einen Mann mit einer großen, stillen Leidenschaft. Für Lara und Christian beginnt jetzt der nächste Abschnitt: die Renovierung – endlich ohne 13.000 flaschenförmige Hindernisse.
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