Dieses Video wurde am 04.05.2026 von BBC News auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Isle of Sheppey in der Grafschaft Kent gilt als einer der wirtschaftlich schwächsten Orte Englands. Trotz rund 20 Millionen Pfund aus dem staatlichen Levelling-Up-Programm – Boris Johnsons Vorzeigeprojekt zur Aufwertung benachteiligter Regionen – kämpfen Einwohner, Geschäfte und Kommunen gleichermaßen ums Überleben. Schulden, Räumungsklagen, geschlossene Läden und ein katastrophales Busangebot prägen den Alltag auf der Insel, die im Sommer Touristen anzieht, im Winter aber zur Geisterstadt wird.
Levelling Up auf der Isle of Sheppey: Geld ohne Wirkung
Das Levelling-Up-Programm der britischen Regierung sollte strukturschwache Regionen gezielt fördern. Sheppey erhielt 20 Millionen Pfund, die unter anderem in eine örtliche Berufsschule und ein Freizeit-Minigolfzentrum flossen. Letzteres war bei der Bevölkerung zunächst unerwünscht, läuft aber inzwischen angeblich zufriedenstellend.
Die spürbare Verbesserung im Stadtbild oder in der Lebensqualität blieb jedoch aus. Innerhalb weniger Monate schlossen zahlreiche Geschäfte in der Haupteinkaufsstraße von Sheerness. Insolvenzen und Überschuldung liegen auf der Insel über dem nationalen Durchschnitt. Viele Bewohner berichten, trotz langer Arbeitszeiten – teils 60 Stunden pro Woche – nicht mehr sparen zu können.
Eine 22-jährige Mutter von zwei Kindern schildert exemplarisch die Lage: Sie geriet in einen Überziehungskredit, musste bei Ausgaben für ihre Kinder sparen und steht kurz vor einer Zwangsräumung, nachdem sie wegen Schimmelproblemen in der Wohnung wiederholt beim Vermieter vorstellig wurde.
Kommunen in der Schuldenfalle
Zwei Gemeinderäte sind für Sheppey zuständig – beide sind finanziell stark angeschlagen. Anfang 2025 strich der Kent County Council knapp 90 Prozent seiner Förderung für ein lokales Kinderzentrum, das wöchentlich rund 400 Kinder aus benachteiligten Verhältnissen betreut. Mitarbeiterinnen berichten von Familien, die ihre Kinder kaum ernähren können.
Der Kent County Council verwies auf „erhebliche finanzielle Herausforderungen” und erklärte, schwierige Entscheidungen seien notwendig, um die Daseinsvorsorge langfristig sicherzustellen. Der Swale Borough Council sorgte zusätzlich für Unmut, als er Anfang April Parkgebühren in bisher kostenfreien Innenstadtparkplätzen einführte – mit dem Ziel, Schulden abzubauen.
- Parkgebühren führten dazu, dass ein zentraler Parkplatz weitgehend gemieden wird
- Lokale Gastronomen und Geschäfte befürchten deutliche Umsatzeinbußen
- Anwohner kritisieren fehlende Transparenz und mangelnde Bürgerbeteiligung bei der Entscheidung
- Doppelparken in der Hauptstraße hat spürbar zugenommen
Busverbindungen und Jobmangel isolieren die Bevölkerung
Ein weiteres strukturelles Problem ist der öffentliche Nahverkehr. Der erste Bus fährt um 5:10 Uhr, der letzte um 20:01 Uhr – ein Angebot, das weder flexible Schichtarbeit noch Abendveranstaltungen zuverlässig abdeckt. Wer kein Auto besitzt, hat kaum Chancen, Arbeitsplätze wie das große Aldi-Verteilzentrum auf der Insel zu erreichen.
Dabei wäre Beschäftigung grundsätzlich vorhanden: Der Hafen von Sheerness, über den Fahrzeuge und Obst importiert werden, bietet noch Hunderte Stellen – früher waren es Tausende. Stahl- und Walzwerke, einst tragende Industrien der Insel, wurden verkauft und ins Ausland verlagert.
Lokalpolitiker sprechen von multigenerationaler Arbeitslosigkeit und fehlenden Vorbildern für Jugendliche. Reform UK, seit einem Jahr verantwortlich für den Kent County Council, setzt auf Industrieansiedlung statt Einzelhandelsförderung. Konkrete Maßnahmen wurden bislang jedoch nicht kommuniziert – ein angekündigtes Interview des zuständigen Sheppey-Rats Maxwell Harrison kam nicht zustande.
Gemeinschaftssinn als letztes Netz
Was die Insel zusammenhält, ist vor allem der starke Zusammenhalt der Bevölkerung. Freiwillige fahren ältere und kranke Nachbarn zu Arzt- und Krebsterminen. Lokale Initiativen versuchen, die Inselgemeinschaft neu zu beleben. Auch der Radiosender Shep FM, seit 15 Jahren on air, kämpft ums Überleben – weil immer weniger lokale Unternehmen noch Werbebudget haben.
Im Sommer bringen Touristen etwas Schwung und saisonale Jobs. Doch kaum ist die Saison vorbei, zieht sich das Leben zurück. Sheppey steht stellvertretend für viele Orte in Großbritannien, in denen staatliche Fördergelder bislang keine nachhaltige Wende gebracht haben. Solange Busverbindungen, bezahlbarer Wohnraum und stabile Arbeitsplätze fehlen, dürfte sich daran wenig ändern – unabhängig davon, welche Partei den County Council führt.
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