Dieses Video wurde am 07.05.2026 von DW auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
US-Außenminister Marco Rubio hat Papst Leo in Rom besucht – ein Treffen, das weithin als diplomatische Schadensbegrenzung gilt. Vorausgegangen war ein öffentlicher Schlagabtausch zwischen Präsident Donald Trump und dem ersten amerikanischen Papst, der sich vor allem an der US-Kriegspolitik gegenüber dem Iran entzündet hatte. Der Vatikan beschrieb das Gespräch zwischen Rubio und Papst Leo als „offen und direkt”. Ob die Beziehungen zwischen Washington und dem Heiligen Stuhl tatsächlich neu justiert werden können, bleibt jedoch fraglich – nicht zuletzt weil Trump jederzeit mit einem Post auf Truth Social alles wieder zunichtemachen könnte.
Rubio als Brückenbauer zwischen Washington und dem Heiligen Stuhl
Der Besuch von Rubio im Vatikan wurde auf ausdrücklichen Wunsch Washingtons angesetzt – ein deutliches Zeichen dafür, dass die Trump-Administration den Konflikt mit dem Heiligen Stuhl als politisch riskant bewertet. David Gibson, Direktor des Center on Religion and Culture der Fordham University und einer der führenden US-Experten für Religion und Politik, nennt das Treffen schlicht „Schadensbegrenzung”.
Rubio brachte nach Gibsons Einschätzung den richtigen Hintergrund mit: Als praktizierende Katholik kubanischer Abstammung verfügt er über ein tiefes Verständnis für katholische Kultur und vatikanische Diplomatie. Anders als Vizepräsident J.D. Vance, der seinen Glauben zuletzt genutzt hatte, um öffentlich mit dem Papst zu streiten, trat Rubio als besonnener Diplomat auf – ohne in den vorangegangenen Wochen Partei zu ergreifen.
Der Streit zwischen Trump und Papst Leo
Die Spannungen zwischen der Trump-Administration und dem Vatikan haben sich in den vergangenen Monaten deutlich zugespitzt. Trump bezeichnete Papst Leo öffentlich als „schwach” in Kriminalitätsfragen, kritisierte dessen Haltung zum Irankrieg und erklärte, er sei „kein Fan” des Papstes. Papst Leo hingegen hatte unmissverständlich Stellung bezogen:
- Er rief zur Friedenspolitik auf und betonte die Botschaft der Bergpredigt: „Selig die Friedensstifter.”
- Er mahnte ein Ende von „Krieg, Machtdemonstration und Geldgier” an.
- Er wies ausdrücklich zurück, als politischer Akteur verstanden zu werden.
Vatikan-Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin – gewissermaßen der Außenminister des Heiligen Stuhls – bezeichnete Trumps Angriffe auf den Papst als „seltsam”. In der bedachten Sprache vatikanischer Diplomatie ist das eine bemerkenswert deutliche Distanzierung.
Politisches Kalkül: Weiße Katholiken als wichtige Wählergruppe
Hinter dem Versöhnungsbesuch steckt auch knallhartes politisches Kalkül. Weiße Katholiken in den USA gehören zu den verlässlichsten Unterstützern Trumps und der MAGA-Bewegung – eine Wählergruppe, die der Präsident nicht dauerhaft verprellen kann. Gibson zufolge verlor Trump in diesem Streit selbst bei seiner eigenen Basis an Rückhalt.
Rubios Besuch dient damit nicht nur der Diplomatie, sondern auch seiner eigenen politischen Positionierung. Mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2028 profiliert er sich gegenüber Mitbewerber J.D. Vance als der katholichere und gemäßigtere Kandidat – einer, der sowohl im Vatikan als auch bei amerikanischen Katholiken Vertrauen genießt.
Ein tieferer Riss: Theologische und moralische Differenzen
Experte Gibson sieht in dem Konflikt mehr als einen Streit zwischen zwei Persönlichkeiten. Es handle sich um einen grundlegenden theologisch-moralischen Dissens innerhalb der amerikanischen katholischen Kirche. Eine wachsende Strömung amerikanischer Katholiken respektiere den Papst nicht mehr, sondern ignoriere ihn schlichtweg – eine Haltung, die Gibson als „neuen Amerikanismus” bezeichnet.
Papst Leo, ein sorgfältig formulierender Amerikaner aus Chicago, ist nach Ansicht von Kardinal-Wahlmännern bewusst als jemand gewählt worden, der Trump auf Augenhöhe begegnen und für 1,4 Milliarden Katholiken weltweit sprechen kann. Dass amerikanische Katholiken nur rund fünf Prozent der Weltkirche ausmachen, scheint in der innenpolitischen Debatte häufig vergessen zu werden.
Der Rubio-Besuch im Vatikan ist ein wichtiges Signal – doch er bleibt ein Anfang. Solange Trump den diplomatischen Faden jederzeit mit einem Nacht-Tweet zerreißen kann, bleibt die Entspannung zwischen Washington und dem Heiligen Stuhl fragil. Der eigentliche Test liegt darin, ob die Administration künftig eine kohärente Linie gegenüber dem Vatikan verfolgt oder ob persönliche Eskapaden des Präsidenten weiterhin die Außenpolitik dominieren.
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