Dieses Video wurde am 07.05.2026 von DW auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Iran-Krieg entwickelt sich zunehmend zum Schauplatz eines globalen Machtkampfes zwischen Washington und Peking. China positioniert sich dabei geschickt als zentraler Akteur, der sowohl diplomatische Unterstützung für Teheran bietet als auch als potenzieller Vermittler für eine Lösung des Konflikts auftritt. Während die USA militärisch und politisch in den Konflikt hineingezogen sind, agiert Peking kalkuliert im Hintergrund – und stärkt dabei systematisch seinen Einfluss in der Region und darüber hinaus.
China als Irans wichtigster Rückhalt
Noch vor Ausbruch des Krieges war China Irans größter Abnehmer von sanktioniertem Öl und damit die entscheidende wirtschaftliche Lebensader des Landes. Diese Abhängigkeit verleiht Peking erheblichen Einfluss auf Teheran – und das nutzt China mit Bedacht.
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi reiste nach Peking, um die anhaltende Unterstützung Chinas zu sichern, während der internationale Druck auf Iran wächst, die Straße von Hormus wieder zu öffnen und die globalen Energiemärkte zu stabilisieren. Berichten zufolge liefert China weiterhin Dual-Use-Komponenten für iranische Drohnen und gewährt Teheran diplomatische Rückendeckung.
Gleichzeitig setzt Peking klare Grenzen: So wies es Banken an, keine neuen Kredite für iranische Ölanlagen zu vergeben. China balanciert damit auf einem schmalen Grat – es unterstützt Iran, ohne sich vollständig zu exponieren.
Strategische Vorteile im Indo-Pazifik
Kelly Grieco, Senior Fellow am Stimson Center und Analystin für Militär- und Sicherheitspolitik mit Fokus auf den Indo-Pazifik, sieht in dem Konflikt eine Reihe strategischer Gewinne für China:
- Die USA haben im Nahen Osten erhebliche Bestände an Munition und Abfangsystemen verbraucht, die für den Indo-Pazifik nicht mehr zur Verfügung stehen – ein Wiederaufbau würde Jahre dauern.
- Der Krieg bestätigt chinesische Militäranalysen über Verwundbarkeiten der USA, etwa bei Lufttankern, Frühwarnflugzeugen und der Reichweite von Präzisionswaffen – Faktoren, die im Falle eines Taiwan-Konflikts entscheidend wären.
- Verbündete der USA in der Region beobachten mit Sorge, dass US-Stützpunkte auf ihrem Boden sie zu Angriffszielen gemacht haben – eine Erkenntnis, die auch Partner im Indo-Pazifik, darunter die Philippinen, zunehmend beschäftigt.
Darüber hinaus nutzt China seine Öl-Exportpolitik taktisch: Ein anfangs angekündigtes Ausfuhrverbot gilt nicht vollständig, und Peking versorgt gezielt Länder mit guten Beziehungen wie Vietnam und Australien – und präsentiert sich so als konstruktiver, lösungsorientierter Akteur.
Der Golfraum und die Frage nach der Nachkriegsordnung
Die Golfstaaten müssen ihre Sicherheitsallianzen grundlegend neu bewerten. Was als Vorteil galt – der Schutzschirm der USA –, hat sich als Risiko erwiesen: Die Präsenz amerikanischer Truppen machte sie zum Ziel iranischer Angriffe.
Grieco glaubt jedoch nicht, dass die Golfstaaten die USA durch China als Sicherheitsgaranten ersetzen wollen. Vielmehr streben sie nach strategischer Unabhängigkeit. Zudem zeigt Peking selbst wenig Interesse daran, die sicherheitspolitische Rolle der USA im Nahen Osten zu übernehmen – zu groß ist das Risiko, in Konflikte hineingezogen zu werden.
Im wirtschaftlichen Bereich hingegen dürften chinesische Firmen beim Wiederaufbau kriegsgeschädigter Infrastruktur in der Region eine bedeutende Rolle spielen.
Trumps Peking-Besuch: Wer braucht wen?
US-Präsident Donald Trump reist in Kürze nach Peking zu Gesprächen mit Xi Jinping. Die Ausgangslage könnte für Washington kaum ungünstiger sein: Die USA sind militärisch gebunden, politisch abgelenkt und angewiesen auf chinesischen Einfluss, um Iran an den Verhandlungstisch zu bringen.
Peking wird diese Position nutzen. China kann Hilfe anbieten – wird aber im Gegenzug bedeutende Zugeständnisse fordern. Der Gipfel, der ursprünglich als wegweisendes Treffen geplant war, steht nun im Schatten der US-Operationen im Nahen Osten. Wer auf wen angewiesen ist, zeichnet sich immer klarer ab.
Der Iran-Krieg könnte damit nicht nur die Ordnung im Nahen Osten, sondern das globale Kräfteverhältnis nachhaltig verändern – zum Vorteil Chinas, das die Krise bislang mit bemerkenswerter strategischer Geduld zu seinem eigenen Nutzen geformt hat.
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