Dieses Video wurde am 08.05.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Moskauer Parade am 9. Mai steht in diesem Jahr unter einem beispiellosen Druck. Sicherheitsexperte Nico Lange beschreibt die Lage des russischen Präsidenten Wladimir Putin als klassisches Dilemma: Die Parade absagen ist politisch ausgeschlossen – sie gleichzeitig vor ukrainischen Drohnen zu schützen, kaum möglich. Was als militärisches Spektakel Stärke demonstrieren soll, droht stattdessen Schwäche zu offenbaren.
Warum Putin die Parade nicht absagen kann
Der 9. Mai – der russische „Tag des Sieges” – hat in Russland nahezu religiösen Charakter. Seit Jahrzehnten wird auf dem Roten Platz die Parade zelebriert, und das sowjetische Ritual lebt im modernen Russland ungebrochen fort. Eine Absage würde unmissverständlich signalisieren, dass etwas grundlegend schiefläuft – ein politisches Signal, das sich Putin schlicht nicht leisten kann.
Gleichzeitig setzt die Ukraine die Veranstaltung unter Druck. Kyjiw lehnte den von Putin angebotenen eintägigen Waffenstillstand ab und machte deutlich: Wer in der Ukraine täglich angreift, kann keine Sicherheitsgarantien für eine Propagandaveranstaltung einfordern. Die Ukraine bot ihrerseits eine umfassendere Waffenruhe an – die Bedingung war ein tatsächlicher Stopp der russischen Angriffe.
Drohnenbedrohung und psychologische Wirkung
Selbst wenn ukrainische Drohnen die Parade nicht physisch treffen sollten, entfalten sie eine erhebliche psychologische Abschreckungswirkung. Soldaten, die auf dem Roten Platz marschieren, Offiziere in der Tribüne – und Putin selbst – dürften ihren Blick eher in den Himmel richten als auf das militärische Schauspiel zu achten.
Lange betont, dass Putin ungerne in der Öffentlichkeit exponiert steht. Der Experte verweist auf ein konkretes Beispiel für Putins Paranoia: Im Iran hatten israelische Geheimdienste Verkehrsüberwachungskameras gehackt, um den Aufenthaltsort des Ayatollahs zu verfolgen. Solche Szenarien beschäftigen auch den Kreml intensiv.
Sparversion der Parade als Eingeständnis
Besonders auffällig ist, dass die diesjährige Parade in einer deutlich abgespeckten Form stattfindet:
- Schweres militärisches Gerät wird weitgehend nicht gezeigt
- Die aufwendigen Proben mit Fahrzeugformationen auf Moskaus Straßen entfallen weitgehend
- Auch die Generalproben selbst konnten nicht unter gewohntem Sicherheitsaufwand durchgeführt werden
- Das Absperren ganzer Stadtbereiche über Tage hinweg – sowjetische Tradition – ist diesmal deutlich eingeschränkt
Für Lange ist das ein klares Signal: Russland knickt vor dem ukrainischen Druck ein. Die jahrelange Inszenierung militärischer Stärke wird diesmal zur Sparvorstellung.
Wie das russische Fernsehen die Bilder verarbeiten wird
Die Parade wird wie jedes Jahr in alle russischen Haushalte übertragen – ein Medium, das für viele Bürger die einzige Informationsquelle bleibt. Mobiles Internet ist in manchen Städten abgeschaltet, unabhängige Nachrichtenseiten sind nur noch über VPN-Netzwerke erreichbar, die ein Großteil der Bevölkerung nicht nutzt.
Genau deshalb kommt der Fernsehübertragung eine besondere Bedeutung zu. Wenn Unregelmäßigkeiten, Lücken im Programm oder gar sichtbare Sicherheitsvorfälle auftreten, werden Millionen Ruschen dies wahrnehmen – auch ohne alternative Medien. Lange schließt nicht aus, dass der Kreml im Ernstfall auf gefälschte oder manipulierte Bilder zurückgreift, um die Kontrolle über das Narrativ zu behalten.
Im fünften Jahr des Krieges wächst indes die Wahrnehmung in der russischen Gesellschaft, dass etwas nicht stimmt – auch wenn der Zugang zu unabhängigen Informationen massiv eingeschränkt bleibt. Die Parade am 9. Mai wird damit zur symbolischen Nagelprobe: für Putins Kontrolle über die Öffentlichkeit, für die Stärke Russlands nach außen – und für die Frage, wie weit die Ukraine bereit ist, diesen Mythos zu erschüttern.
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