Deutsche Bauteile in russischen Kampfdrohnen

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Dieses Video wurde am 06.05.2026 von tagesschau auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Deutsche Bauteile in russischen Kampfdrohnen – dieser Befund trifft den Ukraine-Krieg in einem besonders heiklen Punkt. Trotz umfangreicher EU-Sanktionen gelangen Elektronikkomponenten von deutschen Herstellern auf Umwegen nach Russland und werden dort in Drohnen verbaut, die auf ukrainische Städte abgefeuert werden. Eine investigative Recherche des Filmemachers Michael Höft zeigt, wie dieser Dreieckshandel über Kasachstan organisiert wird – und warum er bislang kaum gestoppt werden konnte.

Deutsche Komponenten im Inneren russischer Drohnen

Der ukrainische militärische Geheimdienst analysiert regelmäßig Trümmer abgeschossener russischer Drohnen. Bei Drohnen, die im Februar über Kiew abgefangen wurden, stießen Experten in den Laboren auf Bauteile der deutschen Firma Infinium. Das Ergebnis war eindeutig: Ohne diese deutschen Komponenten würden die Drohnen nach Einschätzung des ukrainischen Geheimdienstes schlicht nicht fliegen.

Bei dem betroffenen Drohnentyp handelt es sich um eine Weiterentwicklung der iranischen Shahed-Drohne. Russland produziert diese in Lizenz – in der Region Yelabuga täglich rund 500 Stück. Versuche, die deutschen Bauteile durch chinesische Alternativen zu ersetzen, sind offenbar bislang gescheitert. Die Komponenten sind tief im Grundsystem der Drohnen verankert.

Auch Kugellager des deutschen Herstellers FAG aus Schweinfurt tauchen in der Lieferkette auf. Solche sogenannten Dual-Use-Güter lassen sich zivil wie militärisch einsetzen – und sind für den Export nach Russland weitgehend verboten.

Kasachstan als Drehscheibe der Sanktionsumgehung

Der Journalist Höft stieß auf die Umgehungsroute zunächst zufällig – während Dreharbeiten in Kasachstan fielen ihm ungewöhnlich viele deutsche Container auf. Die Spur führte schnell zu einem organisierten Dreieckshandel: Deutsche Firmen liefern Waren legal nach Kasachstan; von dort werden sie illegal nach Russland weitergehandelt.

In der kasachischen Hauptstadt Astana besuchte das Rechercheteam ein Handelsunternehmen, das in erheblichem Umfang mit sanktionierten Gütern handelt – mit einem dokumentierten Handelsvolumen von rund 3,5 Millionen Euro allein mit Russland. Während der Geschäftsführer jeden Regelverstoß bestritt, erklärte eine Mitarbeiterin offen, wie russische Kunden ihre Rechnungen über alternative Bankwege begleichen.

An der kasachisch-russischen Grenze stehen derweil regelmäßig hunderte Lastwagen. Dass darunter auch Fahrzeuge mit sanktionierten Gütern sind, gilt als offenes Geheimnis.

Reaktionen der deutschen Hersteller

Das Rechercheteam konfrontierte mehrere deutsche Unternehmen mit seinen Befunden. Das Ergebnis war ernüchternd:

  • Kein einziges deutsches Unternehmen war zu einem Interview bereit.
  • Die meisten antworteten nur schriftlich und betonten, alle Sanktionen einzuhalten.
  • Einige Firmen reagierten gar nicht auf die Anfragen.
  • Der betroffene Hersteller Infinium kündigte an, rechtliche Schritte gegen den kasachischen Händler einzuleiten.

Die zentrale Frage bleibt offen: Wissen die deutschen Firmen wirklich nicht, wohin ihre Güter letztlich gelangen – oder wollen sie es nicht wissen? Experten empfehlen, schon beim Aufbau von Handelsbeziehungen in Kasachstan genauer hinzusehen, mit welchen Partnerunternehmen man tatsächlich Geschäfte macht.

20. Sanktionspaket: Ein Schritt in die richtige Richtung

Mit dem 20. EU-Sanktionspaket wurde erstmals die Umgehung von Sanktionen selbst unter Strafe gestellt. Kirgistan ist nun als erstes Land direkt von Sanktionen betroffen, weil es teils tausenprozentige Zuwachsraten beim Import bestimmter Elektronikgüter aus der EU verzeichnet – Waren, die im eigenen Land kaum gebraucht werden und offensichtlich nach Russland weitergeleitet werden.

Kasachstan hingegen bleibt bislang weitgehend verschont. Obwohl das Handelsvolumen mit sanktionierten Gütern deutlich höher ist als jenes Kirgistans, scheuen viele EU-Staaten den politischen Konflikt mit Astana – zu wichtig sind die kasachischen Öl- und Gaslieferungen für die europäische Energieversorgung.

Die Recherche zeigt: Solange wirtschaftliche Interessen politische Konsequenzen bremsen, bleibt die Sanktionspolitik löchrig. Ob das 20. Paket tatsächlich den Nachschub an deutschen Bauteilen für russische Drohnen stoppt, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen – auf den Dächern ukrainischer Städte.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (tagesschau). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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