Goldpreis auf neuen Höhen: Was Anleger wissen müssen

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Dieses Video wurde am 24.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Der Goldpreis erlebt derzeit eine neue Dimension seines langjährigen Aufwärtstrends. Innerhalb weniger Minuten sprang der Kurs von 4.360 auf über 4.500 US-Dollar je Feinunze – ausgelöst durch die Ankündigung von US-Finanzminister Scott Bessent, langlaufende Staatsanleihen zurückzukaufen. Inzwischen hat Gold sogar die Marke von 4.600 Dollar erreicht. Dahinter stecken strukturelle Kräfte, die weit über kurzfristige Marktschwankungen hinausgehen: Notenbanken weltweit kaufen Gold in Rekordmengen, und das Vertrauen in den US-Dollar bröckelt.

Notenbanken kaufen Gold in Rekordmengen

Im zweiten Quartal stockten Zentralbanken rund um den Globus ihre Goldreserven um 289 Tonnen auf – so viel wie in keinem zweiten Quartal zuvor, wie der World Gold Council berichtet. Der Grund ist strategischer Natur: Zentralbanken suchen nach Reserven, die außerhalb des Einflussbereichs der US-Regierung liegen. Gold erfüllt diesen Zweck seit Jahrhunderten.

Gleichzeitig zeigt sich ein langfristiger Trend im Dollarraum: Noch vor 15 Jahren hielten ausländische Zentralbanken, Finanzministerien und Staatsfonds rund 40 Prozent der US-Staatsanleihen. Heute sind es nur noch etwa 12 Prozent – eine stille, aber konsequente Abwendung vom Dollarsystem.

Besonders aufschlussreich ist der Blick auf den chinesischen Goldmarkt, dem weltweit größten. Im ersten Halbjahr kauften chinesische Verbraucher zwar 30 Prozent weniger Goldschmuck als im Vorjahr. Der Absatz von Barren und Münzen stieg dagegen um 31 Prozent auf einen Rekordwert von 314 Tonnen – ein klares Zeichen für veränderte Anlegerpräferenzen.

Goldpreis entkoppelt sich von Zinsen – ein ungewöhnliches Signal

Das wirklich Bemerkenswerte an der jüngsten Goldrally ist ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber steigenden Zinsen. Normalerweise gilt: Steigen die Renditen, wird Gold als zinsloses Asset weniger attraktiv. Doch diesmal hielt der Goldpreis sein hohes Niveau, obwohl die Anleiherenditen in der zweiten Wochenhälfte wieder anzogen.

Parallel dazu wertete der Euro spürbar auf – von 1,15 auf 1,17 Dollar. Zwei Märkte, die normalerweise wenig miteinander zu tun haben, senden damit dieselbe Botschaft: Anleger meiden den Dollar. Die Einschätzung des Marktanalysten Ipek Ozkardeskaya von Swissquote bringt es auf den Punkt: Washington kaufe lieber eigene Schulden zurück, statt die Fiskalpolitik in Ordnung zu bringen.

Für Anleger ergibt sich daraus ein wichtiger Analyserahmen:

  • Steigt der Goldpreis in Dollar stärker als in Euro, liegt ein echtes Goldthema vor.
  • Laufen beide Kurven gleich, dominiert das Dollarthema die Bewegung.
  • Notenbankkäufe und chinesische Nachfrage stützen den Preis unabhängig vom Zinsumfeld.
  • Der sogenannte Debasement Trade – die Wette auf Währungsentwertung – treibt sowohl Gold als auch Bitcoin.

Was Anleger in Europa wirklich davon haben

Für europäische Anleger ist die Goldrally in der Praxis weniger eindrucksvoll als die Schlagzeilen suggerieren. In US-Dollar sehen die Kursgewinne prächtig aus – in Euro dagegen deutlich bescheidener, weil die gleichzeitige Euro-Aufwertung einen Teil der Rendite aufzehrt.

Wer die Dollarschwäche als Risiko absichern möchte, kann auf währungsgesicherte Gold-ETPs zurückgreifen, etwa den iShares Physical Gold EUR Hedged oder den Invesco Physical Gold EUR Hedged. Diese Produkte nehmen die Dollarwette aus dem Investment heraus – allerdings nicht kostenlos. Die Gesamtkostenquote liegt bei rund 0,3 Prozent pro Jahr, dazu kommt die Zinsdifferenz zwischen Dollar und Euro.

Deutsche Anleger haben eine steuerliche Alternative: Produkte wie Xetra-Gold, Euwax Gold Core und Euwax Gold 2 ermöglichen nach einer Haltedauer von einem Jahr einen steuerfreien Ausstieg, weil eine physische Goldauslieferung möglich ist. Bei den irischen, währungsgesicherten Varianten entfällt dieser Vorteil in der Regel.

Anlagekultur in Deutschland und Österreich: Dringender Reformbedarf

Abseits des Goldpreises rückt eine strukturelle Schwäche in den Fokus: die mangelnde steuerliche Förderung privater Kapitalanlage – besonders in Österreich. Christoph Boschan, Chef der Wiener Börse, machte darauf öffentlich aufmerksam: Österreichische Privatanleger, die etwa über einen ETF-Sparplan vorsorgen, starten unter den schlechtesten Bedingungen in ganz Europa.

Ein europäischer Vergleich zeigt das Gefälle deutlich:

  • Deutschland: Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro jährlich, danach 26,375 % Abgeltungssteuer.
  • Tschechien: Kursgewinne nach drei Jahren Haltedauer steuerfrei.
  • Frankreich, Italien, Ungarn, Finnland, Portugal: Sinkende Steuersätze je länger die Wertpapiere gehalten werden.
  • Österreich: Sofortige Kapitalertragsteuer von 27,5 Prozent, kein Freibetrag, keine Haltefristregelung.

In Deutschland wurde der Sparerpauschbetrag zwar 2023 von 801 auf 1.000 Euro angehoben – inflationsbereinigt entspricht er jedoch nur noch etwa 695 Euro in der Kaufkraft von 2009, als er eingeführt wurde. Angesichts des wachsenden demografischen Drucks auf die staatlichen Rentensysteme fordern Experten, private Kapitalanlage deutlich stärker zu fördern. Eine bessere Anlagekultur würde nicht nur Privatpersonen nützen, sondern auch Innovationsfinanzierung und Unternehmenswachstum stärken.

Die Goldrally der laufenden Woche und der Bitcoin-Anstieg von 22 Prozent auf Wochensicht erzählen letztlich dieselbe Geschichte: Anleger suchen zunehmend Schutz vor staatlicher Währungsentwertung. Die nächste Weichenstellung kommt beim Notenbankertreffen in Jackson Hole, wo Fed-Chef Kevin Wharsh seine erste große Rede als Notenbankchef halten wird – mit direkten Folgen für Renditen, Dollar und damit auch für den Goldpreis.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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