Dieses Video wurde am 25.08.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Im brandenburgischen Neuhardenberg hat am Dienstag die zweitägige Kabinettsklausur der schwarz-roten Bundesregierung begonnen. Im Mittelpunkt stehen die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft sowie der Umgang mit den Folgen des Klimawandels. Es ist bereits die zweite Klausurtagung des Kabinetts – nach einem ersten Treffen in der Berliner Villa Borsig im vergangenen Herbst. Neben der Strategiedebatte soll auch der konkrete Fahrplan zur Umsetzung bereits beschlossener Reformen festgelegt werden.
Merz: Deutschland aus der Wachstumsschwäche führen
Bundeskanzler Friedrich Merz formulierte beim Auftakt klare Ziele. Es gehe darum, das deutsche Wirtschaftsmodell in eine neue Zeit zu führen und die Wachstumsschwäche zu überwinden. Die Bundesregierung habe in den Bereichen Rente, Gesundheit, Steuern sowie innere und äußere Sicherheit bereits wichtige Weichen gestellt.
Nun stehe die Frage im Vordergrund, wie der Wirtschaftsstandort Deutschland nachhaltig gestärkt werden könne. Merz betonte dabei ausdrücklich das Ziel, Beschäftigung und Aufschwung wieder zu ermöglichen. Die Klausurtagung soll dafür den strategischen Rahmen setzen.
Klimawandel: Eindämmen und anpassen
Ein zweiter Schwerpunkt der Klausurtagung ist die Klimapolitik. Vor dem Hintergrund der jüngsten Hitzewellen und anhaltender Trockenheit sollen die Ressortchefs ihre jeweiligen Einschätzungen zur Lage berichten. Die Bundesregierung verfolgt dabei eine zweigleisige Strategie:
- Den Klimawandel weiter aktiv eindämmen
- Deutschland besser an die bereits spürbaren Klimafolgen anpassen
- Hitzeschutz und Wasserversorgung als konkrete Handlungsfelder stärken
Merz machte deutlich, dass beides gleichermaßen notwendig sei: Klimaschutz und Klimaanpassung seien keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben politischen Verantwortung.
Kanzleramtschefin fordert schnellere Umsetzung
Bereits unmittelbar vor Beginn der Klausur hatte Kanzleramtschefin Nina Warken (CDU) im Deutschlandfunk die zügige Umsetzung beschlossener Vorhaben angemahnt. Es sei die gemeinsame Aufgabe der Bundesregierung, noch besser zu werden – hier sei „noch etwas Luft nach oben”, sagte die CDU-Politikerin.
Die Äußerungen gelten als Signal an das gesamte Kabinett, den Reformschwung aus den ersten Regierungsmonaten nicht abreißen zu lassen und beschlossene Maßnahmen konsequent in die Praxis zu überführen.
Wirtschaftsvertreter als Gäste geladen
Zur Kabinettsklausur sind mehrere hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Industrie eingeladen. Darunter befinden sich:
- Roland Busch, Vorstandsvorsitzender von Siemens
- Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks
- Vertreter von KI-Unternehmen und Start-ups
Die Einladung von Wirtschaftsvertretern unterstreicht den Anspruch der Bundesregierung, den Dialog mit der Praxis zu suchen und Reformvorhaben eng mit den Bedürfnissen der Unternehmen abzustimmen.
Die Klausurtagung in Neuhardenberg gilt als wichtiger Stimmungstest für die Koalition aus CDU/CSU und SPD. Ob die gesteckten Ziele – mehr Wachstum, besserer Klimaschutz und eine beschleunigte Reformumsetzung – in konkrete Maßnahmen münden, wird sich in den kommenden Wochen bei der parlamentarischen Arbeit zeigen.
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