Dieses Video wurde am 25.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Am Flughafen Leipzig-Halle verschärft sich die Sicherheitslage: Nach einem bereits bekannten Drohnenanschlag Leipzig haben Ermittler nun eine dritte Drohne mit Sprengstoff entdeckt. Berichten von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung zufolge wurde das Flugobjekt im Kabelgestell unmittelbar in der Nähe des Flughafens gefunden. Bei der Sicherstellung sollen auch rund 50 Gramm des hochexplosiven Sprengstoffs HOGEN gefunden worden sein. Bundesinnenminister Dobrin spricht von einem hybriden Anschlagsszenario — und die Sicherheitsbehörden sind in höchster Alarmbereitschaft.
Dritte Drohne gefunden: Was bislang bekannt ist
Bereits Anfang August war eine erste Sprengstoffdrohne in unmittelbarer Nähe eines ukrainischen Transportflugzeugs am Flughafen Leipzig-Halle entdeckt worden. Seitdem laufen intensive Ermittlungen. Die nun aufgefundene dritte Drohne wurde im Kabelgestell des Flughafengeländes gesichert — einem besonders sensiblen Infrastrukturbereich.
FDP-Politikerin und EU-Verteidigungsausschussvorsitzende Marie-Agnes Strack-Zimmermann zeigt sich wenig überrascht: Sie geht davon aus, dass bei intensiverer Suche noch weitere Drohnen gefunden werden könnten. Der politische Druck, die innere Sicherheit zu gefährden, sei kein neues Phänomen — sondern ein kalkuliertes Vorgehen.
Die Ermittler prüfen derzeit, ob der Verfassungsschutz bereits vorab Hinweise auf die Anschlagspläne hatte und ob Informationen rechtzeitig weitergegeben wurden. Strack-Zimmermann betont: Entscheidend sei jetzt nicht politische Rhetorik, sondern konkretes Handeln der Bundesbehörden und eine Erhöhung des Fahndungsdrucks.
Hybrides Angriffsszenario: Strack-Zimmermanns Einschätzung
Die Vorsitzende des EU-Verteidigungsausschusses ordnet die Vorfälle in einen größeren geopolitischen Kontext ein. Das Ziel solcher Aktionen sei es, die innere Sicherheit Deutschlands zu destabilisieren — ein Muster, das im Kontext des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zunehmend sichtbar werde.
- Drei Drohnen mit Sprengstoff am Flughafen Leipzig-Halle gesichert
- Hochexplosiver Sprengstoff HOGEN bei der jüngsten Drohne gefunden
- Bundesinnenminister Dobrin spricht von hybridem Anschlagsszenario
- Verfassungsschutz soll in die Ermittlungen eingebunden sein
- Fahndungsdruck soll laut Strack-Zimmermann deutlich erhöht werden
Kritisch äußert sich Strack-Zimmermann zur bisherigen Zurückhaltung des Bundeskanzlers: Wichtiger als öffentliche Worte seien konkrete Maßnahmen. Die Verantwortung liege beim Innenminister und den zuständigen Behörden.
Ukraine-Krieg: Flugabwehr und Taurus im Fokus
Parallel zu den Ereignissen in Leipzig steht die militärische Unterstützung der Ukraine im Mittelpunkt der europäischen Sicherheitsdebatte. Die sogenannte Koalition der Willigen bekräftigte anlässlich des 35. Jahrestages der ukrainischen Unabhängigkeit, die Flugabwehr der Ukraine weiter zu stärken. Mehrere Staats- und Regierungschefs reisten dafür nach Kiew.
Strack-Zimmermann mahnt zur Eile: Angesichts des bevorstehenden Winters müsse die Ukraine dringend mehr Patriot-Raketen erhalten, um ihre Energie- und Wärmeinfrastruktur gegen russische Angriffe zu schützen. Die USA hätten einen erheblichen Teil ihres Patriot-Bestands im Nahen Osten eingesetzt, was die Verfügbarkeit einschränke. Der Außenminister sei daher in Gesprächen mit weiteren Partnerländern, die noch über entsprechende Systeme verfügen.
Auch das Thema Taurus-Marschflugkörper steht wieder auf der Agenda. Großbritannien habe der Ukraine bereits geheimes Know-how zum Bau von Storm-Shadow-Raketen übermittelt. Strack-Zimmermann erinnert daran, dass der Bundeskanzler die Lieferung des Taurus einst ausdrücklich zugesagt hatte — ein Versprechen, das bislang nicht eingelöst wurde. Der Taurus wäre geeignet, russische Raketenabschussrampen auf feindlichem Territorium zu zerstören — völkerrechtlich konform, so die Politikerin.
Kiew und Europa: Ungebrochener Wille zur Verteidigung
Beim Unabhängigkeitstag in Kiew fand die Militärparade ohne Soldaten statt — sie kämpfen an der Front. Strack-Zimmermann wertet dies als eindrucksvolles Symbol des ukrainischen Durchhaltewillens. Parallel zeigte eine Ausstellung vor dem Brandenburger Tor in Berlin, wie russische Drohnen gezielt Zivilisten verfolgen — ein Vorgehen, das die Aussteller als „Human Safari” bezeichnen.
Die EU-Kommission hat unterdessen beschlossen, der Ukraine 30 Milliarden Euro bereitzustellen — für Soldatenlöhne, den Schutz kritischer Infrastruktur und die Wintervorsorge. Strack-Zimmermann schließt mit einem klaren Appell: Kiew liege von Berlin aus weniger als eine Flugstunde entfernt. Was dort geschieht, passiere vor Europas Haustür — und erfordere dauerhaftes Engagement des gesamten Westens.
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