Dieses Video wurde am 25.08.2026 von NIUS auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Bundespolizei hat am 25. August 2026 23 ausreisepflichtige Afghanen per Charterflug in ihre Heimat abgeschoben. Der Flug startete in den frühen Morgenstunden vom Flughafen Leipzig-Halle und landete in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Die Rückführung markiert eine Ausweitung der deutschen Abschiebepraxis gegenüber Afghanistan: Erstmals werden dabei auch Personen abgeschoben, die weder als Straftäter noch als Gefährder eingestuft sind.
Charterflug von Leipzig-Halle nach Kabul
Die Abschiebung lief in den frühen Morgenstunden an. Beamte der Bundespolizei begleiteten die 23 Männer auf dem gesamten Flug bis in die afghanische Hauptstadt. Der Flughafen Leipzig-Halle hatte sich bereits bei früheren Rückführungen als zentraler Ausgangspunkt etabliert.
Am Vorabend des Fluges hatten sich linke Aktivisten am Flughafen versammelt, um gegen die geplante Abschiebung zu demonstrieren. Zu nennenswerten Zwischenfällen kam es dabei nach vorliegenden Informationen nicht.
Neue Abschiebepraxis: Nicht mehr nur Straftäter und Gefährder
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte nach einer vorangegangenen Abschiebung Ende Juli die politische Richtungsänderung angekündigt. Demnach werde Deutschland künftig bei Rückführungen nach Afghanistan nicht mehr ausschließlich auf Straftäter und sogenannte Gefährder setzen.
Stattdessen sollen – wie im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung vereinbart – auch andere ausreisepflichtige Personen konsequent abgeschoben werden. Diese Ausweitung stellt eine deutliche Verschärfung der bisherigen Praxis dar und hatte bereits im Vorfeld politische Debatten ausgelöst.
- 23 abgeschobene Männer, alle ausreisepflichtig
- Flugstrecke: Leipzig-Halle → Kabul (Afghanistan)
- Begleitung durch Beamte der Bundespolizei
- Erstmals auch Abschiebung ohne Straftäter- oder Gefährder-Status
- Rechtsgrundlage: Vereinbarung im Koalitionsvertrag
Politischer Hintergrund und Koalitionsvertrag
Die Entscheidung, den Kreis der Abzuschiebenden zu erweitern, geht auf explizite Vereinbarungen im Koalitionsvertrag zurück. Innenminister Dobrindt betonte, dass die Bundesregierung entschlossen sei, Ausreisepflichten konsequent durchzusetzen – unabhängig davon, ob die betroffenen Personen strafrechtlich in Erscheinung getreten sind.
Afghanistan wird dabei trotz der anhaltend schwierigen Sicherheitslage unter der Taliban-Herrschaft als Zielland für Abschiebungen herangezogen. Menschenrechtsorganisationen und Oppositionsparteien kritisieren diesen Kurs scharf und verweisen auf die humanitäre Lage im Land.
Reaktionen und Ausblick
Die Demonstration am Flughafen Leipzig-Halle zeigt, dass die verschärfte Abschiebepraxis gesellschaftlich umstritten bleibt. Kritiker sehen in der Ausweitung auf nicht-kriminelle Ausreisepflichtige einen Bruch mit humanitären Grundsätzen, während Befürworter auf die Notwendigkeit einer glaubwürdigen Migrationspolitik und die Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens pochen.
Mit der Abschiebung vom 25. August setzt die Bundesregierung ein klares Signal, dass sie die im Koalitionsvertrag festgelegte Linie konsequent umsetzen will. Weitere Charterflüge nach Kabul dürften in den kommenden Wochen und Monaten folgen – die politische und gesellschaftliche Debatte darüber wird damit nicht abreißen.
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