Dieses Video wurde am 27.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Chipkonzern Nvidia hat im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erneut alle Erwartungen übertroffen. Die aktuellen Nvidia Quartalszahlen belegen eindrucksvoll, wie ungebrochen die globale Nachfrage nach Rechenkapazität für künstliche Intelligenz ist: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 106 Prozent auf 96 Milliarden US-Dollar, während der Nettogewinn um 126 Prozent auf knapp 60 Milliarden Dollar kletterte. Für das laufende dritte Quartal stellt Nvidia einen Umsatz von rund 108 Milliarden Dollar in Aussicht – auch das liegt über den Markterwartungen.
Rekordwachstum auf breiter Front
Die starken Zahlen speisen sich aus mehreren Quellen. Zum einen bleibt die Nachfrage der großen Hyperscaler wie Microsoft und Amazon auf einem außergewöhnlich hohen Niveau. Der Markt hatte zeitweise befürchtet, diese Tech-Riesen könnten ihre KI-Investitionen zurückfahren – die neuen Quartalszahlen widerlegen diese Sorge deutlich.
Zum anderen wächst die Nachfrage auch in der Breite. Startups und kleinere KI-Labore fragen Nvidias Hardware in zunehmendem Maße nach. Der entscheidende Engpass liegt dabei nicht auf der Nachfrage-, sondern auf der Angebotsseite: Die Auftragsbücher des Konzerns sind voll, die Kapazitäten zur Erfüllung dieser Aufträge sind das eigentliche Nadelöhr.
An der Börse kommt das gut an. Im Frankfurter Handel legte die Nvidia-Aktie am Berichtstag rund 7 Prozent zu.
Rubin-Chipgeneration als neuer Wachstumshebel
Für das Geschäftsjahr 2028 stellt Nvidia ein Umsatzwachstum von rund 70 Prozent in Aussicht. Ein zentraler Treiber dahinter ist die neue Chip-Generation, die sogenannte Rubin-Generation. Diese Chips sollen gegenüber der aktuellen Generation um den Faktor 35 effizienter sein – das bedeutet eine drastische Senkung der Kosten pro verarbeiteter KI-Anfrage.
Der Effizienzgewinn kommt zum richtigen Zeitpunkt: Der Aufbau neuer Rechenzentren wird zunehmend durch Ressourcenknappheit gebremst. Strom ist knapp, Bauflächen und Fachkräfte sind begrenzt. Wer bestehende Infrastruktur effizienter nutzen kann, verschafft sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Die neuen Chips machen genau das möglich – und dürften daher rasch zur Pflichtausstattung für KI-Betreiber werden.
- Effizienzsteigerung gegenüber Vorgängergeneration: Faktor 35
- Prognostiziertes Umsatzwachstum für Geschäftsjahr 2028: ~70 Prozent
- Hauptengpass: Stromversorgung und Rechenzentrumskapazität, nicht die Nachfrage
Kurspotenzial und Bewertung der Nvidia-Aktie
Zieht man die prognostizierte Umsatzsteigerung auf den Gewinn durch, ergibt sich für Nvidia ein Gewinn je Aktie von etwa 11 US-Dollar pro Jahr. Bei einem Kurs-Gewinn-Multiplikator von 23 – den Marktbeobachter derzeit als fair einschätzen – läge das Kurspotenzial bei rund 260 bis 270 US-Dollar je Aktie. Auch ein Multiplikator von 25 sei denkbar, abhängig vom allgemeinen Zinsniveau und der weiteren Marktentwicklung.
Die aktuelle Bewertung gilt damit als vertretbar, nicht überhitzt – ein Argument gegen die immer wieder aufflammende Blasendiskussion rund um den KI-Sektor.
KI-Boom strahlt auf DAX-Werte aus
Nvidias Zahlen wirken weit über den Konzern selbst hinaus. Auch mehrere DAX-Unternehmen profitieren direkt vom anhaltenden Rechenzentrum-Boom:
- Infineon liefert energiesparende Chips für Rechenzentren
- Siemens Energy versorgt Rechenzentren mit der benötigten Energie-Infrastruktur
- Hochtief baut Rechenzentren, vor allem in den USA
Alle drei Titel verzeichneten am Berichtstag Kursgewinne und trugen damit zu einem leichten Plus im DAX bei.
Die Nvidia-Quartalszahlen bestätigen: Der KI-Investitionszyklus ist intakt. Hyperscaler verdienen mit ihren Cloud-Diensten gut und reinvestieren diese Gewinne in weitere Infrastruktur. Solange dieser Kreislauf sich dreht, dürfte Nvidia an der Spitze der Profiteure stehen – und mit ihm ein wachsendes Ökosystem aus Zulieferern, Energieversorgern und Bauunternehmen.
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