CDU verliert politische Breite: Analyse von INSA-Chef Binkert

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Dieses Video wurde am 03.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die CDU hat laut INSA-Geschäftsführer Hermann Binkert ihren angestammten Platz in der deutschen politischen Landschaft eingebüßt. Im Gespräch mit dem WELT Nachrichtensender zeichnet der Meinungsforscher ein nüchternes Bild: Die Partei habe sich sowohl inhaltlich als auch personell erheblich verengt – mit spürbaren Folgen für die gesamte Parteienlandschaft, allen voran für den Aufstieg der AfD. Die Analyse wirft grundlegende Fragen über den Volkspartei-Anspruch der Union auf.

Von Kohl bis Merkel: Das veränderte Koordinatensystem der CDU

Binkert beschreibt einen fundamentalen Wandel im inhaltlichen Profil der Union. Unter Helmut Kohl standen Themen wie die westliche Bündnistreue und der Ausgleich mit dem Osten im Mittelpunkt. Diese außenpolitische Positionierung habe die Partei weit über ihr Kernmilieu hinaus integriert.

Mit Angela Merkel verschob sich das Koordinatensystem grundlegend. Die Entscheidung, Deutschland 2015 als Einwanderungsland zu positionieren, markierte für Binkert einen Bruch mit der traditionellen Erzählung der CDU. Merkel erklärte ihre Politik für „alternativlos” – und spaltete damit nach Einschätzung des Meinungsforschers einen erheblichen Teil der konservativen Wählerschaft ab.

Auch gesellschaftspolitisch habe sich die Union deutlich gewandelt. Das einstige Spannungsfeld zwischen progressiven und konservativen Flügeln existiere kaum noch.

Personelle Verengung: Wo sind Süßmuth und Strauß?

Besonders anschaulich wird Binkerts Diagnose am personellen Bild der alten Union. Früher vereinte die CDU/CSU Persönlichkeiten wie Rita Süßmuth und Heiner Geißler auf der liberalen Seite mit Konservativen wie Franz Josef Strauß und Alfred Dregger. Wirtschaftspolitisch standen Sozialstaatsbefürworter wie Norbert Blüm neben Wirtschaftsliberalen wie Kurt Biedenkopf.

Diese innere Vielfalt war kein Schönheitsfehler, sondern Programm: Sie ermöglichte der Union, breite Bevölkerungsschichten anzusprechen. Heute fehlt dieses Spektrum weitgehend. Die Partei verengt sich laut Binkert sowohl nach rechts als auch nach links – sozialiberale Stimmen fänden in der aktuellen Regierungskoalition kaum noch Gehör.

  • Liberale Flügel (Süßmuth, Geißler) sind nicht mehr repräsentiert
  • Konservativ-rechte Wähler wanderten zur AfD ab
  • Wirtschaftsliberale Positionen verloren an innerparteilichem Gewicht
  • Die CDU spricht laut Umfragen vor allem noch Wähler über 70 Jahre an

AfD als abgespaltenes Erbe der Union?

Ein zentrales Deutungsangebot der Diskussion ist die These, dass die AfD gewissermaßen den abgespaltenen rechtskonservativen Teil der Union verkörpert. Die Partei profitiere zu großen Teilen von früheren Wählerinnen und Wählern der Union – aber auch der SPD.

Binkert verweist auf dramatische Zahlen: In ihren Hochzeiten vereinte die Union über 44 Prozent der Wahlberechtigten hinter sich. Heute sind es bezogen auf alle Wahlberechtigten nur noch rund 14 bis 15 Prozent – ein Verlust von zwei Dritteln der einstigen Wählerschaft.

Ein wesentlicher Mechanismus war dabei die asymmetrische Demobilisierung: Sinkende Wahlbeteiligungen überdeckten lange den tatsächlichen Bedeutungsverlust. Merkels großer Wahlsieg 2013 mit über 40 Prozent der abgegebenen Stimmen entsprach in absoluten Wählerzahlen in etwa dem Niveau der Wahlniederlage von 1998. Edmund Stoiber mobilisierte 2002 sogar mehr Wähler in absoluten Zahlen als Merkel 2013.

Hinzu kommt: Viele heutige AfD-Wähler sind keine lebenslangen Nichtwähler, sondern haben sich schrittweise aus dem Parteiensystem zurückgezogen – und fanden in der AfD eine neue politische Heimat.

Kann die CDU ihre Breite zurückgewinnen?

Die entscheidende Frage bleibt, ob der Volkspartei-Anspruch der CDU noch zu retten ist. Binkert sieht grundsätzlich die Möglichkeit, verloren gegangene Wählerinnen und Wähler zurückzugewinnen – schließlich gehörten diese keiner Partei. Als jüngstes Beispiel nennt er das Comeback der Linkspartei, die durch neue Gesichter und soziale Medien wieder an Reichweite gewonnen hat.

Voraussetzung wäre jedoch, dass die Union wieder lernt, innere Vielfalt als Stärke zu begreifen statt als Schwäche. Das bedeute, Menschen mit unterschiedlichen Positionen unter einem Dach zu vereinen – so wie einst Süßmuth und Dregger trotz aller Differenzen wussten, dass sie zusammengehören.

Auch die SPD leidet unter der Erosion der Union: Als jahrzehntelanger Gegenpol verliert sie ihr politisches Profil, wenn unklar bleibt, wofür die CDU überhaupt steht. Die große Koalition zwingt beide Parteien zur Zusammenarbeit – obwohl sie eigentlich politische Antipoden sein müssten. Ob die Union den Weg zur echten Volkspartei zurückfindet, wird eine der entscheidenden Fragen der kommenden Legislaturperiode sein.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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