Dieses Video wurde am 04.09.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Märkte am Morgen starten zum Ende der Handelswoche mit einer freundlichen Note. Nach einer mehrtägigen Verlustserie an der Wall Street sorgten starke Quartalszahlen aus dem KI-Sektor sowie nachlassende Zinssorgen für eine Erholung. Der DAX hält vorerst seinen 50-Tage-Durchschnitt, während einzelne Aktien wie Snowflake glänzen und andere wie Nike und Lululemon weiter unter Druck stehen.
Snowflake glänzt mit beschleunigtem KI-Wachstum
Snowflake war der große Gewinner des gestrigen Handelstages und legte rund 17 Prozent zu. Auslöser waren starke Quartalszahlen und ein überzeugender Ausblick. Entscheidend war dabei nicht nur das Wachstum selbst, sondern dessen Beschleunigung – genau das, was Anleger in Zeiten des KI-Booms sehen wollen.
Die Zahlen signalisieren, dass die Wachstumsstory rund um künstliche Intelligenz intakt bleibt und keine kurzfristige Abschwächung droht. Für viele Investoren ist das eine Bestätigung ihrer langfristigen Positionierung.
Broadcom dagegen verlor rund vier Prozent, obwohl auch dort die Quartalsergebnisse stark ausfielen. Die Erwartungen der Anleger waren schlicht zu hoch gesteckt worden. Mittelfristig gelten beide Werte jedoch als aussichtsreich im KI-Umfeld.
Sportartikelbranche unter Druck: Nike und Lululemon schwächeln
Die Lage im Sportartikelsektor bleibt angespannt. Lululemon hat zum dritten Mal in Folge die Prognose für das laufende Quartal gesenkt. Nachbörslich brach die Aktie um rund 17 bis 18 Prozent ein. Als Gründe gelten strukturelle Herausforderungen der gesamten Branche:
- Hoher Wettbewerbsdruck unter den Sportartikelherstellern
- Erhöhte Lagerbestände und Preisdruck
- Ausgeprägte Kaufzurückhaltung bei den Verbrauchern
- Schwaches Konsumumfeld in wichtigen Märkten
Nike setzt seinen Abwärtstrend fort und markiert neue Mehrjahrestiefs. Die Marktkapitalisierung liegt inzwischen bei rund 50 Milliarden US-Dollar – für den weltweiten Marktführer im Sportartikelsegment eine vergleichsweise niedrige Bewertung. Langfristig orientierte Anleger könnten irgendwann einen Einstiegspunkt finden, kurzfristig fehlen jedoch positive Katalysatoren. Als relativer Lichtblick in der Branche gilt derzeit Adidas.
DAX: 50-Tage-Linie hält – aber Unsicherheit bleibt
Der DAX war noch vor einer Woche auf einem Rekordhoch, fiel dann aber in drei Schritten spürbar zurück. Aktuell wird der gleitende 50-Tage-Durchschnitt noch verteidigt. Ob diese Unterstützung hält oder die 200-Tage-Linie angelaufen wird, bleibt abzuwarten.
Neben dem saisonal schwachen September-Effekt lastet auch eine wachsende geopolitische Unsicherheitslage auf der Stimmung. Meldungen über Drohnenangriffe auf Infrastruktur und Sicherheitsbedrohungen an Flughäfen sorgen für ein latentes Unbehagen. Siemens Energy-Chef Christian Bruch äußerte sich dazu: Kritische Infrastruktur lasse sich nicht zu hundert Prozent absichern. Das Thema Schutz von Energieinfrastruktur und der mögliche Ausbau von Drohnenabwehr rückt damit stärker in den Fokus von Investoren.
Volkswagen, Telekom, BASF und Scout24 im Kurzcheck
Volkswagen pendelt seit Monaten zwischen 70 und 80 Euro. Hoffnungen auf ein Sparprogramm und mögliche Asset-Verkäufe trieben die Aktie zuletzt leicht an. Ein nachhaltiger Ausbruch über die 80-Euro-Marke wäre ein wichtiges Signal.
Bei der Deutschen Telekom sorgte ein Medienbericht über einen Einstieg des aktivistischen Investors Paul Singer für Aufmerksamkeit. Die Hoffnung: Singer könnte Druck auf eine Auflösung der Fusionspläne mit T-Mobile ausüben und höhere Ausschüttungen an Aktionäre erwirken. Die Kursreaktion fiel jedoch verhalten aus.
BASF arbeitet sich ruhig, aber stetig in Richtung der 55-Euro-Marke vor. Ein Ausbruch über dieses Niveau könnte zusätzliche Dynamik entfalten. Scout24 bleibt vorerst uninteressant unterhalb von 80 Euro – ein Ausbruch über die jüngsten Hochs würde die Situation jedoch deutlich verändern und ein kurzfristiges Kursziel im Bereich von 90 Euro eröffnen.
Insgesamt zeigen die Märkte zum Wochenschluss eine gemischte, aber tendenziell konstruktive Verfassung. Die KI-Begeisterung hält an, während klassische Konsumwerte weiter kämpfen. Im Blick bleiben sollte die charttechnische Verfassung des DAX sowie die weiteren Entwicklungen rund um Infrastruktursicherheit und mögliche Investitionsprogramme in diesem Bereich.
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