Dieses Video wurde am 04.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Kurz vor der Sachsen-Anhalt-Wahl ist das Rennen noch lange nicht entschieden: Laut aktuellen Umfragen ist mehr als ein Viertel der Wählerinnen und Wähler – konkret 26 Prozent – noch nicht festgelegt, wen sie am Wahltag wählen werden. Angesichts dieser Größenordnung könnten die Unentschlossenen das Ergebnis maßgeblich beeinflussen und bestehende Mehrheitsverhältnisse verschieben.
Aktuelle Umfragewerte: AfD vorne, CDU weit dahinter
Die jüngsten Erhebungen zeigen ein klares Bild an der Spitze: Die AfD liegt bei 41 Prozent und ist damit mit großem Abstand stärkste Kraft. Die CDU folgt auf dem zweiten Platz mit 23 Prozent. Dahinter rangieren die Linke mit 12 Prozent und die SPD mit 9 Prozent.
Knapp an der Fünf-Prozent-Hürde bewegen sich die Grünen mit 6 Prozent – sie wären damit gerade noch im Landtag vertreten. Das BSW liegt mit 4 Prozent knapp darunter und würde den Einzug verpassen. Die FDP fällt auf nur noch 2 Prozent ab und spielt als Koalitionspartner faktisch keine Rolle mehr.
Absolute Mehrheit für die AfD nicht gesichert
Trotz des starken Ergebnisses würde die AfD mit 41 Prozent die absolute Mehrheit im Landtag verfehlen. Dennoch zeigt eine begleitende Befragung, wie die Bevölkerung zu einer möglichen AfD-Minderheitsregierung steht:
- 35 Prozent bewerten eine AfD-geführte Minderheitsregierung positiv
- 13 Prozent sind dabei unentschieden
- 52 Prozent lehnen dieses Szenario ab
Zur Einordnung ist wichtig: Unter den 52 Prozent, die eine Minderheitsregierung ablehnen, befinden sich auch AfD-Wähler, die ausschließlich eine absolute Mehrheit akzeptieren würden – und nicht grundsätzlich gegen die Partei sind.
CDU vor schwieriger Koalitionsfrage
Für die CDU unter Zieschang Schulze wären die Regierungsoptionen bei einem solchen Wahlergebnis äußerst begrenzt. Eine Mehrheit ließe sich rechnerisch nur mit einer Dreier-Koalition aus CDU, Linke und SPD – gegebenenfalls unter Einschluss der Grünen – erreichen. Ob eine solche Konstellation politisch umsetzbar wäre, gilt als fraglich.
Aufschlussreich ist dabei, welcher Partei die Befragten wünschen, dass sich die Union am stärksten annähert:
- AfD: 37 Prozent – mit Abstand der meistgenannte Wunschpartner
- Grüne: 15 Prozent
- Keiner Partei: 14 Prozent
- SPD: 9 Prozent
- FDP: 9 Prozent
- Linke: 9 Prozent
Besonders auffällig: Die FDP, traditionell der natürliche Koalitionspartner der Union, wird von 9 Prozent der Befragten als Wunschpartner genannt – obwohl sie in der Umfrage nur auf 2 Prozent kommt und damit nicht in den Landtag einziehen würde.
Ausblick: Unentschlossene Wähler als entscheidender Faktor
Die 26 Prozent noch unentschlossener Wählerinnen und Wähler machen die Sachsen-Anhalt-Wahl zu einem offenen Rennen. Je nachdem, wohin diese Stimmen fließen, könnte sich das Bild bis zur Schließung der Wahllokale noch erheblich verändern – sowohl hinsichtlich der Stärke der AfD als auch mit Blick auf den Einzug kleinerer Parteien wie der Grünen oder des BSW. Die endgültigen Ergebnisse werden nach 18 Uhr am Wahlsonntag erwartet.
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