AfD gewinnt Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

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Dieses Video wurde am 06.09.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit einem historischen Ergebnis gewonnen. Ersten Prognosen von ARD und ZDF zufolge kommt die in Teilen als rechtsextrem eingestufte Partei auf rund 44 Prozent der Stimmen – mehr als doppelt so viel wie bei der Wahl 2021. Ob das Ergebnis für eine Alleinregierung reicht, blieb zunächst offen.

Jubel und Euphorie auf der AfD-Wahlparty in Magdeburg

Am Sonntagabend um 18 Uhr herrschte bei der AfD-Wahlparty in Magdeburg ausgelassene Stimmung. Unmittelbar nach Bekanntgabe der ersten Prognosen brach der Jubel unter den Anhängern aus.

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Sigmund erklärte in der ARD: „Wir haben in diesem Land Geschichte geschrieben.” Er strecke seine Hand nach allen anderen politischen Kräften aus – allerdings nur nach jenen, die eine „klare politische Wende” mitgehen wollten. Eine Einschränkung, die Koalitionsverhandlungen mit dem demokratischen Lager von vornherein erheblich erschwert.

AfD-Bundesvorsitzender Tino Chrupalla sprach ebenfalls von einem Meilenstein für seine Partei und zeigte sich sichtlich bewegt von den ersten Zahlen.

Historisches Ergebnis – das beste einer Partei in Sachsen-Anhalt

Die Ergebnisse der Landtagswahl markieren laut Chrupalla einen Wendepunkt in der deutschen Parteienlandschaft. „Das ist sensationell. Wir haben uns verdoppelt, mehr als verdoppelt. Das beste Ergebnis, was je eine Partei in Sachsen-Anhalt erreicht hat”, sagte er und fügte hinzu: „Wenn das kein Wählerauftrag ist, dann weiß ich auch nicht.”

Die wichtigsten Eckdaten zur Wahl im Überblick:

  • Rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte bei gut 2,1 Millionen Einwohnern
  • AfD laut erster Prognose bei rund 44 Prozent
  • Ergebnis von 2021 damit mehr als verdoppelt
  • Bestes Wahlergebnis, das eine Partei je in Sachsen-Anhalt erzielt hat

Alleinregierung als erklärtes Ziel – Koalitionsfrage bleibt offen

Spitzenkandidat Sigmund hatte bereits vor der Wahl unmissverständlich klargemacht, dass er keine Koalition mit anderen Parteien anstrebe. Sein erklärtes Ziel war eine AfD-Alleinregierung – ein Szenario, das eine absolute Mehrheit der Parlamentssitze voraussetzt.

Ob die Partei diese Hürde tatsächlich nehmen kann, hing vom endgültigen Auszählungsergebnis ab. Erste Prognosen liefern zwar ein deutliches Signal, doch die genaue Sitzverteilung im neuen Landtag stand zum Zeitpunkt der ersten Hochrechnung noch aus.

Das Wahlergebnis dürfte die politische Debatte in Deutschland nachhaltig prägen. Ein so starkes Abschneiden einer als in Teilen rechtsextrem eingestuften Partei in einem Flächenland stellt die anderen Parteien vor grundlegende strategische Fragen: Wie reagieren CDU, SPD und die Ampel-Parteien auf einen Wählerauftrag dieser Größenordnung? Und welche Regierungsbildung ist in Sachsen-Anhalt überhaupt noch möglich?

Einordnung: Was das Ergebnis für die Bundespolitik bedeutet

Das Abschneiden der AfD in Sachsen-Anhalt sendet ein starkes Signal weit über die Landesgrenzen hinaus. Ein Wahlergebnis von rund 44 Prozent für eine rechtspopulistische Partei ist in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands beispiellos auf Landesebene.

Für die etablierten Parteien stellt sich nun die Frage, ob bisherige Abgrenzungsstrategien wirksam sind oder ob neue Antworten auf die politische und gesellschaftliche Unzufriedenheit großer Bevölkerungsteile gefunden werden müssen. Die Regierungsbildung in Magdeburg dürfte in den kommenden Wochen zu einem zentralen Thema der gesamtdeutschen Innenpolitik werden.

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