Broder über Merz und AfD: Politische Mathematik

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Dieses Video wurde am 11.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Das Wahlergebnis der AfD von rund 44 Prozent sorgt weiter für Debatten – nun auch über den richtigen Umgang mit Zahlen. Henryk M. Broder, Publizist und Kolumnist bei WELT, zeigt sich fassungslos darüber, wie Politiker das Ergebnis kommentieren und welche Schlüsse sie daraus ziehen. Im Kern seiner Kritik steht eine Aussage von Friedrich Merz, der betonte, 56 Prozent der Wählerinnen und Wähler hätten die AfD eben nicht gewählt. Für Broder ist das der Beginn einer neuen, politisch gefärbten Mathematik, die die Wirklichkeit verbiegt, statt sie zu beschreiben.

Politische Mathematik: Wenn 44 Prozent zur Randnotiz werden

Die Aussage von Merz, dass eine Mehrheit von 56 Prozent nicht für die AfD gestimmt habe, klingt zunächst nüchtern. Doch Broder hält sie für irreführend. Denn mit derselben Logik ließe sich argumentieren, dass 82 Prozent der Bevölkerung die CDU nicht gewählt haben – und darauf könne man sich ja wohl kaum verlassen.

Zur Veranschaulichung zieht Broder einen treffenden Vergleich: Im August 2026 waren laut offizieller Statistik der Deutschen Bahn 44 Prozent der ICE-Züge unpünktlich. Technisch korrekt wäre es auch zu sagen, 56 Prozent kamen pünktlich an. Wer im verspäteten Zug saß, wird diese Sichtweise kaum tröstlich finden. Broder zieht die Pointe weiter: Würde ein Flugzeug abstürzen, könnte man melden, dass 99,999 Prozent aller Maschinen sicher gelandet seien.

  • 44 % AfD-Stimmen werden durch die 56 %-Formulierung rhetorisch relativiert.
  • Dieselbe Methode ließe sich auf jede Partei anwenden, auch auf CDU oder SPD.
  • Broder nennt dies „politische Mathematik” – eine Verzerrung der Wirklichkeit durch selektive Statistik.
  • Er sieht einen Zusammenhang mit dem Leistungsabfall bei PISA-Studien – nicht nur bei Schülern.

Merz, der einst versprochen hatte, die AfD zu halbieren, habe stattdessen seine eigene Partei halbiert. Das Versprechen galt offenbar dem Halbieren als solchem – und das habe immerhin funktioniert, so Broders bittere Pointe.

Wüsts Arbeitsgruppe: Rechtsanmaßung oder politische Hilflosigkeit?

Ein weiterer Aufreger für Broder ist die Ankündigung von Hendrik Wüst, eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Bundes und der Länder zu gründen, um den „weiteren Umgang mit der AfD” zu beraten. Broder hält das für verfassungsrechtlich fragwürdig – wenn nicht sogar für Rechtsanmaßung.

Seine Argumentation ist klar: Es gibt in der Bundesrepublik konkrete institutionelle Wege, wenn eine Partei als verfassungsfeindlich eingestuft werden soll. Der Bundestag, die Bundesregierung und der Bundesrat können das Bundesverfassungsgericht anrufen, um ein Parteiverbot zu erwirken. Für eine informelle Arbeitsgruppe ohne gesetzliche Grundlage ist in diesem Verfahren kein Platz vorgesehen.

Broder sieht in dem Vorstoß ein Zeichen politischer Verwirrung – und einen gefährlichen Präzedenzfall. Wer bestehende rechtliche Einrichtungen durch informelle Zusammenschlüsse zu umgehen versuche, betreibe „Trickserei” – und könnte der AfD damit sogar weiteren Zulauf bescheren.

Wirklichkeitsverweigerung als politisches Muster

Für Broder ist das eigentliche Problem grundsätzlicher Natur: Zu viele Politiker weigern sich, die Wirklichkeit so zu sehen, wie sie ist. Das Wahlergebnis steht, es lässt sich nicht durch Arbeitsgruppen, Umformulierungen oder statistische Tricksereien aus der Welt schaffen.

Dabei, so Broder, hätten die etablierten Parteien selbst wesentlich zum Aufstieg der AfD beigetragen – durch politische Fehler, durch das Ignorieren von Wählersorgen und durch eine Kommunikation, die an der Lebenswirklichkeit vieler Menschen vorbeiging. Nun so zu tun, als müsse man erst beraten, wie mit dem Ergebnis umzugehen sei, komme dem Verhalten von Verlierern gleich, die beim Brettspiel nicht akzeptieren wollen, dass sie verloren haben.

Mit Blick auf zwei weitere bevorstehende Wahlen warnt Broder: Wer jetzt auf Umwegen versuche, das Ergebnis zu delegitimieren oder die AfD durch informelle Gremien zu drängen, riskiere das genaue Gegenteil – eine weitere Stärkung der Partei. Die entscheidende Frage bleibt, ob die politische Klasse bereit ist, die Wirklichkeit anzuerkennen – oder ob sie weiter auf politische Mathematik setzt.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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