Dieses Video wurde am 11.09.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die israelische Armee hat eine unterirdische Hisbollah-Basis im Südlibanon zerstört und damit nach eigenen Angaben die Sicherheitszone im Grenzgebiet konsolidiert. Die zerstörte Anlage bei Ali al-Tahir, rund 15 Kilometer von der israelischen Grenze entfernt, erstreckte sich über mehr als zwei Kilometer und galt als einer der am heftigsten umkämpften Abschnitte im Krieg zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz.
Ausgedehnte Tunnelanlage mit schwerem Waffenarsenal
In der zerstörten unterirdischen Anlage befanden sich nach israelischen Angaben erhebliche Mengen militärischen Materials. Die Armee veröffentlichte Aufnahmen des Einsatzes, die das Ausmaß der Anlage dokumentieren sollen.
Im Einzelnen wurden laut israelischen Militärangaben folgende Waffen und Ausrüstungen in der Basis vorgefunden:
- Dutzende Raketen und Flugkörper
- Militärische Drohnen
- Panzerabwehrraketen
Die Anlage bei Ali al-Tahir hatte Hisbollah-Kämpfern nach israelischen Medienberichten wochenlang als Rückzugsort gedient. Vor rund einer Woche hatte die israelische Armee die Kontrolle über den Höhlenzug übernommen – sowohl oberirdisch als auch in den unterirdischen Abschnitten.
Netanyahu und Katz: Rückkehr der Hisbollah verhindern
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Israel Katz kommentierten die Operation in einer gemeinsamen Erklärung. Demnach bleiben israelische Streitkräfte vor Ort, um eine Rückkehr der Hisbollah in das Gebiet sowie den Wiederaufbau ihrer militärischen Kapazitäten zu verhindern.
Mit der Zerstörung der Anlage sei die Festigung der Sicherheitszone im Südlibanon abgeschlossen, hieß es aus israelischen Regierungskreisen. Israel beansprucht diesen Pufferbereich entlang der Grenze, um Angriffe auf sein Staatsgebiet künftig zu unterbinden.
Die Operation unterstreicht Israels erklärtes Ziel, die militärische Infrastruktur der Hisbollah im Südlibanon dauerhaft zu neutralisieren und eine erneute Etablierung der Miliz in unmittelbarer Grenznähe zu verhindern.
Libanon bestätigt Explosion – offizielle Stellungnahme steht aus
Von libanesischer Seite gab es zunächst keine offizielle Bestätigung der Zerstörung. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete jedoch eine starke Explosion im Bereich von Ali al-Tahir. Erschütterungen seien im gesamten Südlibanon zu spüren gewesen, berichtete die Agentur.
Die Zurückhaltung der libanesischen Regierung bei offiziellen Stellungnahmen zu israelischen Militäroperationen ist nicht ungewöhnlich. Das Land befindet sich in einer fragilen innenpolitischen Lage, während im Südlibanon weiterhin israelische Kräfte präsent sind.
Ali al-Tahir gilt seit Monaten als neuralgischer Punkt des Konflikts. Die geografische Nähe zur israelischen Grenze und die ausgedehnte unterirdische Infrastruktur machten den Ort zu einem strategisch bedeutsamen Ziel für die israelischen Streitkräfte.
Einordnung: Israels Strategie im Südlibanon
Die Zerstörung der Hisbollah-Basis ist Teil einer umfassenderen israelischen Strategie, die auf die dauerhafte Schwächung der vom Iran unterstützten Miliz abzielt. Seit Beginn der intensivierten Militäroperationen hat Israel wiederholt unterirdische Infrastruktur der Hisbollah als zentrales Angriffsziel benannt.
Tunnelsysteme und Bunkeranlagen gelten als Rückgrat der Hisbollah-Kriegsführung, da sie Kämpfern Schutz vor Luftangriffen bieten und als Lager für Waffen und Ausrüstung dienen. Ihre Zerstörung soll die Operationsfähigkeit der Hisbollah im Grenzgebiet langfristig einschränken.
Ob die israelische Militärpräsenz im Südlibanon zu einer dauerhaften Stabilisierung der Region führt oder neue Spannungen entfacht, bleibt abzuwarten. Diplomatische Bemühungen um eine Waffenruhe und eine Rückkehr zur UN-Resolution 1701, die nach dem Krieg 2006 die Entwaffnung der Hisbollah südlich des Litani-Flusses vorsah, haben bislang keinen Durchbruch erzielt.
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