Dieses Video wurde am 14.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
US-Präsident Donald Trump hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj persönlich dafür verantwortlich gemacht, dass die Dieselpreise in den Vereinigten Staaten stark gestiegen sind. Bei einem Besuch in Irland forderte Trump Selenskyj auf, ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien sofort einzustellen. Der US-Präsident sieht in diesen Angriffen einen wesentlichen Grund für die aktuelle Energiekrise in den USA und weltweit.
Dieselpreis in den USA auf Rekordhoch
Der Dieselpreis in den USA ist zuletzt auf über 6 US-Dollar pro Gallone gestiegen – eine Gallone entspricht rund 3,78 Litern. Zuletzt hatte der Dieselpreis ein vergleichbares Niveau im Juni 2022 erreicht, kurz nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.
Trump führt diesen Preisanstieg direkt auf die ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Öl- und Raffinerieanlagen zurück. Durch die Beschädigungen dieser Anlagen entstünden erhebliche Schwierigkeiten beim russischen Ölexport, was sich auf die globalen Energiemärkte auswirke.
Wichtige Faktoren, die Trump für den Preisanstieg nennt:
- Ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien
- Eingeschränkter Ölexport aus Russland
- Steigende Energiekosten für Verbraucher weltweit
Trump fordert Selenskyj zu anderen Angriffszielen auf
Trump erklärte, er habe Selenskyj direkt angesprochen und ihn aufgefordert, die ukrainischen Streitkräfte anzuweisen, russische Dieselraffinerien künftig zu verschonen. Stattdessen solle die Ukraine andere militärische Ziele ins Visier nehmen.
„Diese russischen Raffinerien werden von der Ukraine getroffen. Ich habe mit Präsident Selenskyj gesprochen, dass er diese Dieselraffinerien nicht mehr attackieren lässt”, sagte Trump. Er betonte, dass die Exportprobleme Russlands infolge der Angriffe „die ganze Welt” belasteten und dieses Vorgehen beendet werden müsse.
Trump machte dabei keine Aussagen dazu, welche alternativen Ziele er für die Ukraine als geeignet betrachte. Eine strategische Einordnung seiner Forderung im Kontext des laufenden Ukrainekrieges blieb aus.
Nahost-Eskalation bleibt unerwähnt
Bemerkenswert ist, dass Trump bei seiner Stellungnahme mit keinem Wort auf die gleichzeitige Eskalation im Nahen Osten einging, obwohl auch geopolitische Spannungen in dieser Region traditionell erheblichen Einfluss auf die globalen Energiepreise haben.
Energieexperten weisen darauf hin, dass die Ursachen für steigende Kraftstoffpreise in der Regel multifaktoriell sind. Die alleinige Zuschreibung der Verantwortung an die ukrainische Kriegsstrategie greift daher nach Einschätzung vieler Beobachter zu kurz.
Einordnung: Druck auf Kyjiw wächst
Trumps Forderung reiht sich in eine zunehmend kritischere Haltung Washingtons gegenüber der ukrainischen Militärstrategie ein. Der US-Präsident hat seit seinem Amtsantritt mehrfach signalisiert, dass er den Krieg rasch beenden will – auch wenn das Zugeständnisse von ukrainischer Seite erfordern könnte.
Ob Selenskyj Trumps Forderung nachkommen wird, ist offen. Die Ukraine sieht Angriffe auf russische Energieinfrastruktur als legitimes und wirksames Mittel, um Russlands Kriegswirtschaft zu schwächen. Eine Einschränkung dieser Taktik könnte die ukrainische Verhandlungsposition gegenüber Moskau erheblich schwächen. Die Entwicklung der US-ukrainischen Beziehungen in den kommenden Wochen dürfte zeigen, wie viel Druck Washington tatsächlich auf Kyjiw auszuüben bereit ist.
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