Kerosin-Krise: So sichern Sie Ihren Urlaub ab

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Dieses Video wurde am 28.04.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Kerosin-Krise infolge des Konflikts am Persischen Golf trifft Millionen Urlauber mitten in der Reiseplanung. Flugpreise könnten steigen, einzelne Airlines drohen in finanzielle Schieflage zu geraten, und in Extremfällen könnte an manchen Flughäfen der Treibstoff knapp werden. Finanztipp-Chefredakteur Hermann Josef Tenhagen erklärt, was Reisende jetzt tun sollten – vom richtigen Buchungszeitpunkt über Zahlungsmittel bis hin zu den rechtlichen Möglichkeiten, wenn der Urlaub ins Wanken gerät.

Kerosin-Versorgung: Warum die Lage ernst ist

Knapp die Hälfte des in Deutschland benötigten Kerosins wird hierzulande hergestellt. Der Rest stammt zu großen Teilen aus dem Nahen Osten – einer Region, die durch den anhaltenden Konflikt destabilisiert wird. Das stellt Airlines vor ein handfestes Versorgungsproblem.

Große Carrier wie die Lufthansa haben nach eigenen Angaben rund 80 Prozent ihres Kerosinbedarfs über sogenannte Hedging-Geschäfte preislich abgesichert. Einige kleinere Fluggesellschaften hingegen sicherten nur 30 bis 40 Prozent ab – mit potenziell gravierenden Folgen für ihre Bilanzen. Im schlimmsten Fall, so die Einschätzung von Experten, könnten im Sommer einzelne Fluglinien in die Insolvenz geraten – ähnlich wie einst Air Berlin.

Hinzu kommt: Airlines haben bereits angekündigt, Umwege zu fliegen und zwischenzulanden, um tanken zu können. Das bedeutet längere Reisezeiten und weitere Unsicherheiten für Passagiere.

Jetzt buchen oder abwarten?

Wer noch keinen Urlaub gebucht hat, sollte nicht zu lange zögern. Die Empfehlung lautet: Flugsuchmaschinen und Preisportale regelmäßig beobachten, denn Flugpreise schwanken täglich – ähnlich wie Kraftstoffpreise an der Tankstelle.

Besonders wichtig ist die Wahl des richtigen Zahlungsmittels. Wer nur einen Flug bucht, sollte diesen mit einer Kreditkarte bezahlen. Der Grund: Im Falle einer Airline-Insolvenz oder anderer Probleme ermöglicht das sogenannte Chargeback-Verfahren die Rückforderung des Geldes über den Kreditkartenanbieter – ohne direkten Rechtsstreit mit der insolventen Fluggesellschaft.

Wer eine Pauschalreise gebucht hat oder plant, genießt zusätzlichen Schutz: Preiserhöhungen von bis zu 8 Prozent müssen Reisende hinnehmen. Darüber hinaus gilt ein Sonderkündigungsrecht mit voller Kostenerstattung.

Ihre Rechte bei Flugausfall und Verspätung

Kommt es in den letzten 14 Tagen vor Abflug zu einer erheblichen Preiserhöhung oder zum Ausfall, haben Passagiere nicht nur Anspruch auf Rückerstattung, sondern auch auf Entschädigung. Die Höhe richtet sich nach der Streckenlänge:

  • Kurzstrecke (bis 1.500 km), z. B. Deutschland, Niederlande, Frankreich: 250 Euro
  • Mittelstrecke (bis 3.500 km), z. B. Lissabon oder Türkei: 400 Euro
  • Langstrecke (über 3.500 km): 600 Euro

In der Praxis zahlen Airlines diese Entschädigungen jedoch oft nicht freiwillig. Allein an deutschen Gerichten wurden im vergangenen Jahr rund 121.000 Klagen von Fluggästen gegen Fluglinien verhandelt. Am Amtsgericht Königs Wusterhausen, das für den Berliner Flughafen zuständig ist, befassen sich 30 Richter ausschließlich mit solchen Fällen.

Wer sein Geld zurückfordern will, kann zunächst mit einem Musterbrief an die Airline herantreten. Bleibt das erfolglos, steht eine Ombudsstelle zur Verfügung. Alternativ übernehmen spezialisierte Dienstleister die Abwicklung – gegen eine Provision von rund einem Drittel der erstatteten Summe.

Fernreisen und die Bahn als Alternative

Wer Fernreisen etwa nach Südostasien plant, sollte bedenken, dass wichtige Drehkreuze wie Dubai oder Doha von der Lage am Golf direkt betroffen sein könnten. Als Alternative bieten sich Verbindungen über die Türkei oder andere Routen an – wenngleich auch diese teurer werden könnten.

Grundsätzlich rückt die Bahn als Reisealternative stärker in den Fokus. Europäische Zugverbindungen sind nach vorliegenden Statistiken deutlich pünktlicher als Flüge. Wer frühzeitig bucht, reist oft günstiger – und Reisende ab 60 Jahren profitieren von ermäßigten Interrail-Tickets.

Die Kerosin-Krise könnte damit langfristig das Reiseverhalten in Europa verändern: weg vom Kurzstreckenflug, hin zu komfortableren und verlässlicheren Zugverbindungen. Wer in diesem Sommer dennoch fliegt, ist mit einer Kreditkartenzahlung, einer guten Reiseversicherung und Kenntnis seiner Fluggastrechte deutlich besser gewappnet.

Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler enthalten.

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