Thursday, 22. October 2026
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Alice Schwarzer

Emma stellt ein: Alice Schwarzer zieht Schlussstrich

Nach fast 50 Jahren stellt Alice Schwarzer das feministische Magazin Emma ein. Die letzte Ausgabe erscheint am 8. Dezember – ein Ende mit klarer Ansage.

Redaktion · 21. October 2026, 23:30 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 21.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Nach fast fünf Jahrzehnten zieht Alice Schwarzer einen klaren Schlussstrich: Die Emma Magazin Einstellung ist beschlossene Sache. Am 8. Dezember 2026 erscheint die letzte Ausgabe des feministischen Magazins, das Schwarzer 1977 gründete und seitdem als Herausgeberin prägte. Ihr Fazit fällt nicht resigniert aus, sondern selbstbewusst: „Da machen wir jetzt einen Punkt.” Ein Magazin, das gesellschaftliche Debatten anstieß, unbequeme Positionen verteidigte und über Jahrzehnte gegen erbitterte Widerstände kämpfte, verabschiedet sich – aus freien Stücken.

50 Jahre Emma: Ein politisches Magazin mit Haltung

Schwarzer betont, dass Emma stets mehr war als eine klassische Frauenzeitschrift. Das Magazin verstand sich als politisches Magazin, das gesellschaftliche Kontroversen nicht scheute, sondern aktiv aufsuchte. Themen wie der Kampf gegen den politischen Islamismus, soziale Ungleichheit und ökonomische Gerechtigkeit standen ebenso auf der Agenda wie klassische feministische Forderungen nach gleichen Rechten und gleichen Pflichten.

Die Redaktion, deren Kernteam überwiegend seit rund 30 Jahren an Bord ist, tritt nun gemeinsam ab. „50 Jahre ist schon eine gute Strecke”, sagt Schwarzer nüchtern. Die Entscheidung zur Einstellung sei keine Erschöpfung und keine Enttäuschung, sondern ein bewusster, geordneter Abschluss. Emma solle so in Erinnerung bleiben, wie es war – ohne Verwässerung oder Neuinterpretation.

Der Ukraine-Kurs und seine Konsequenzen

Nicht ohne Konsequenzen blieb Schwarzers kontroverse Haltung zum Ukraine-Krieg. Ihre Forderung nach Verhandlungen statt weiterer Waffenlieferungen spaltete die Leserschaft: Nach eigenen Angaben kündigte jede fünfte Abonnentin ihr Abo. Bereuen will Schwarzer diese Positionierung dennoch nicht.

  • Rund die Hälfte der deutschen Bevölkerung befürwortet laut Umfragen Waffenlieferungen an die Ukraine – die andere Hälfte lehnt sie ab.
  • Schwarzer argumentiert, dass täglich etwa 1.000 Menschen in dem Konflikt sterben.
  • Ihre Überzeugung: Der Krieg kann nur durch Verhandlungen und Kompromisse beendet werden, nicht durch militärische Entscheidung auf dem Schlachtfeld.
  • Frieden, so Schwarzer, entstehe stets in bestehenden Machtverhältnissen – ein gerechter Frieden sei eine Illusion.

Die Offenheit, mit der die Redaktion den Abo-Verlust selbst kommunizierte, war laut Schwarzer bewusst gewählt: Man wolle zeigen, dass Haltung einen Preis hat – und man diesen Preis trotzdem zahlt.

Wer übernimmt den feministischen Staffelstab?

Mit dem Ende von Emma stellt sich die Frage, wer die feministischen Debatten künftig führt. Schwarzers Antwort ist klar und ohne falsche Bescheidenheit: „Das müsst ihr übernehmen.” Die Aufforderung richtet sich an jüngere Generationen und andere gesellschaftliche Akteurinnen, die existenziellen Fragen rund um Gleichstellung, soziale Gerechtigkeit und Selbstbestimmung weiterzutragen.

Schwarzer sieht das Erbe von Emma weniger in konkreten Themen als in einer Haltung: Es sei möglich, Widerstand zu leisten, kontroverse Positionen zu vertreten und dies auch dann durchzuhalten, wenn der Gegenwind stark ist. „Das macht sogar Spaß”, betont sie – und meint damit den Kampf für Überzeugungen trotz öffentlichen Drucks.

Letzte Ausgabe im Dezember – ein Rückblick auf fünf Jahrzehnte

Die letzte Emma-Ausgabe vom 8. Dezember 2026 soll einen großen Rückblick auf fast 50 Jahre Magazingeschichte bieten. Damit endet ein Kapitel der deutschen Medien- und Frauenbewegungsgeschichte, das weit über den journalistischen Betrieb hinaus wirkte.

Emma hat bewiesen, dass ein unabhängiges, politisch engagiertes Magazin über Jahrzehnte bestehen kann – auch ohne den Leserinnen nach dem Mund zu reden. Ob und in welcher Form vergleichbare feministische Leitmedien diese Rolle übernehmen werden, bleibt offen. Der gesellschaftliche Bedarf an kritischen, unbequemen Debatten ist jedenfalls ungebrochen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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