Dieses Video wurde am 23.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die AfD behauptet sich laut einer aktuellen Insa-Umfrage für die Bild am Sonntag erneut als stärkste politische Kraft in Deutschland. Mit 29 Prozent liegt die Partei deutlich vor allen anderen Parteien und baut ihren Vorsprung damit weiter aus. Die Ergebnisse zeigen zugleich, wie tief gespalten die Gesellschaft in ihrer Bewertung der AfD ist – sowohl was ihre politische Einordnung als auch ihre führenden Köpfe betrifft.
AfD-Umfrage: Aktuelle Werte der Parteien im Überblick
Im aktuellen Sonntagstrend klafft zwischen der AfD und dem Rest des Parteiensystems eine erhebliche Lücke. CDU und CSU als stärkste Oppositionskraft kommen gemeinsam auf lediglich 21 Prozent – acht Prozentpunkte weniger als die AfD.
Die weiteren Ergebnisse der Befragung im Überblick:
- AfD: 29 %
- CDU/CSU: 21 %
- Grüne: 13 %
- SPD: 12 %
- Linke: 12 %
- FDP: 5 % – knapp an der Fünf-Prozent-Hürde
Besonders bemerkenswert ist die Schwäche der SPD, die gemeinsam mit der Linken auf einem historisch niedrigen Niveau verharrt. Die FDP würde nach diesen Zahlen gerade eben wieder in den Bundestag einziehen.
Mehrheit hält AfD für rechtsextrem
Trotz ihrer Stärke in den Wahlabsichten bleibt die Partei in der gesellschaftlichen Wahrnehmung höchst umstritten. Eine klare Mehrheit von 53 Prozent der Befragten stuft die AfD als rechtsextrem ein. Lediglich 37 Prozent teilen diese Einschätzung nicht.
Gleichzeitig befürwortet eine knappe Mehrheit von 48 Prozent die sogenannte Brandmauer – also die Abgrenzungspolitik der anderen Parteien gegenüber der AfD. Diese Haltung steht in einem bemerkenswerten Widerspruch zu den hohen Umfragewerten der Partei: Viele Menschen, die die AfD wählen würden, scheinen die Distanzierungsstrategie der übrigen Parteien dennoch zu billigen – oder zumindest zu akzeptieren.
Die Diskrepanz zwischen Wahlabsicht und politischer Einordnung verdeutlicht, wie komplex die Motivationslage der AfD-Wählerschaft ist.
Ulrich Sigmund in Sachsen-Anhalt polarisiert
Auch auf Länderebene sorgt die AfD für Diskussionsstoff. Ulrich Sigmund, Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt, gilt als besonders polarisierende Figur. Laut der Umfrage halten ihn 47 Prozent der Befragten für eine Gefahr für die Demokratie in dem ostdeutschen Bundesland.
Die Zahl zeigt: Selbst in Ostdeutschland, wo die AfD traditionell besonders stark abschneidet, ist die Skepsis gegenüber ihren führenden Vertretern erheblich. Sigmund steht damit stellvertretend für eine Partei, die zwar hohe Zustimmungswerte erzielt, bei einem großen Teil der Bevölkerung aber gleichzeitig tiefes Misstrauen auslöst.
Einordnung: Was die Zahlen bedeuten
Die aktuellen Umfragewerte stellen das politische Establishment in Deutschland vor grundlegende Fragen. Eine Partei, die von mehr als der Hälfte der Bevölkerung als rechtsextrem eingestuft wird, führt dennoch mit großem Abstand die Sonntagsfrage an. Das deutet darauf hin, dass Protestmotive, Unzufriedenheit mit der Regierungspolitik und das Gefühl mangelnder Repräsentation entscheidende Triebkräfte hinter dem AfD-Hoch sind.
Ob die übrigen Parteien auf diese Dynamik mit inhaltlichen Angeboten oder mit weiterer Abgrenzung reagieren werden, bleibt eine der zentralen strategischen Fragen der deutschen Innenpolitik. Die nächsten Landtagswahlen und eine mögliche Bundestagswahl werden zeigen, ob sich der Trend verstetigt oder ob es dem demokratischen Lager gelingt, verlorene Wählerinnen und Wähler zurückzugewinnen.
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