Dieses Video wurde am 08.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Bei einer Bruchlandung in Miami ist ein Frachtflugzeug von Amazon Prime Air am Miami International Airport über das Ende der Landebahn hinausgeschossen und auf einen vierspurigen Highway gerast. Mindestens fünf Menschen kamen dabei ums Leben, fünf weitere wurden verletzt. Die Toten waren vermutlich Insassen von Fahrzeugen, die das Flugzeug auf dem Highway rammte. Die Ursache des Unglücks ist noch Gegenstand laufender Ermittlungen.
Ablauf der Bruchlandung: Flugzeug schießt über Landebahn hinaus
Flug 7598, eine Boeing im Einsatz für Amazon Prime Air, setzte zunächst regulär auf dem Miami International Airport auf. Was unmittelbar danach geschah, ist bislang nicht vollständig geklärt. Aufzeichnungen des Flugportals Flightradar24 zeigen jedoch, wie die Maschine offenbar ungebremst über das Ende der Landebahn hinausrollte und auf den angrenzenden vierspurigen Highway gelangte.
Dabei wurde ein Triebwerk beschädigt, das in Flammen aufging. Das Flugzeug prallte gegen mehrere Fahrzeuge, deren Insassen in den Wracks eingeklemmt wurden. Die beiden Piloten der Maschine waren ebenfalls eingeschlossen und mussten in einer aufwendigen Rettungsaktion befreit werden.
Auf einem Video der Landung ist zu erkennen, dass nach dem Aufsetzen das linke Fahrwerk in der Luft hing. Experten vermuten, dass dies das Bremsvermögen der Boeing erheblich beeinträchtigt haben könnte.
Großeinsatz der Rettungskräfte am Unfallort
Die Einsatzkräfte standen vor einer außerordentlich komplexen Lage. Gleichzeitig mussten sie:
- Eingeklemmte Fahrzeuginsassen aus den Wracks befreien
- Einen schweren Flugzeugbrand bekämpfen
- Die beiden eingeschlossenen Piloten aus der Maschine retten
- Ein aktives Kraftstoffleck am Flugzeug eindämmen
Erst nach der Sicherung des Kraftstofflecks können die Experten der Luftfahrtbehörde FAA und des National Transportation Safety Board (NTSB) mit den offiziellen Ermittlungen zur Unfallursache beginnen.
Der Flughafen Miami wurde infolge des Unglücks für mehrere Stunden vollständig gesperrt. Zahlreiche Reisende, die zum verlängerten Labor-Day-Wochenende angereist waren, saßen fest und konnten ihre Flüge nicht antreten.
Fehlende Sicherheitssysteme im Fokus der Kritik
Das Unglück rückt eine seit Jahren diskutierte Sicherheitslücke an US-amerikanischen Flughäfen in den Fokus: Der Miami International Airport verfügt nicht über ein sogenanntes Engineered Materials Arresting System (EMAS). Dabei handelt es sich um ein spezielles, leicht verformbares Material am Ende von Landebahnen, das Flugzeuge, die über das Bahnende hinausrollen, sicher zum Stillstand bringen soll.
Die US-Luftfahrtbehörde FAA empfiehlt Flughäfen die Installation dieses Systems bereits seit vielen Jahren. Diese Empfehlung ist jedoch nicht verbindlich, weshalb zahlreiche Airports bislang auf die Nachrüstung verzichtet haben.
Ob das Fehlen des EMAS-Systems im konkreten Fall zu den tödlichen Folgen beigetragen hat, werden die Ermittler von FAA und NTSB klären müssen. Das Unglück dürfte die politische Debatte über eine mögliche Pflicht zur Installation solcher Sicherheitssysteme neu entfachen.
Ermittlungen zur Unfallursache laufen an
Warum Flug 7598 nicht rechtzeitig zum Stehen kam, ist derzeit noch unklar. Neben dem möglichen Fahrwerksdefekt werden die Ermittler weitere technische und meteorologische Faktoren untersuchen. Die Auswertung der Flugschreiber sowie der zahlreichen verfügbaren Videoaufnahmen dürfte dabei entscheidende Hinweise liefern.
Das Unglück wirft grundlegende Fragen zur Flugsicherheit im Frachtbetrieb und zur Infrastruktur großer US-Flughäfen auf. Bis die Ermittlungen abgeschlossen sind, bleibt der genaue Hergang der Bruchlandung in Miami Gegenstand intensiver Untersuchungen durch die zuständigen Behörden.
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